Der Lochkreis gehört zu den wichtigsten Maßen beim Felgenkauf: Passt er nicht, lässt sich die Felge gar nicht erst montieren. In diesem Ratgeber erfährst du verständlich, was Angaben wie 5x112 bedeuten, wie du den Lochkreis selbst misst – auch bei ungeraden 5 Löchern –, welche Werte bei gängigen Fahrzeugen üblich sind und worauf du sonst noch achten musst.
1. Was ist der Lochkreis?
Der Lochkreis (englisch PCD – Pitch Circle Diameter) ist der gedachte Kreis, der durch die Mitte aller Radschraubenlöcher einer Felge verläuft. Angegeben wird er als Anzahl der Löcher × Durchmesser in Millimetern. Ein Beispiel:
- 5x112 bedeutet: 5 Radschrauben auf einem Kreis mit 112 mm Durchmesser.
- 4x100 bedeutet: 4 Radschrauben auf einem Kreis mit 100 mm Durchmesser.
Nur wenn Anzahl der Löcher und Durchmesser exakt zum Fahrzeug passen, lässt sich die Felge sicher montieren. Schon wenige Millimeter Abweichung beim Durchmesser machen eine Felge unbrauchbar – ein 5x112 passt nicht auf eine Nabe mit 5x114,3, obwohl beide fünf Löcher haben.
2. Lochkreis messen
Wenn der Lochkreis nicht dokumentiert ist, kannst du ihn selbst ermitteln. Die Methode hängt von der Anzahl der Löcher ab:
Gerade Anzahl (4 oder 6 Löcher)
Hier misst du einfach von der Mitte eines Bolzens zur Mitte des direkt gegenüberliegenden Bolzens. Das Ergebnis ist der Lochkreisdurchmesser.
Ungerade Anzahl (5 Löcher)
Bei 5 Löchern liegt kein Bolzen exakt gegenüber. Der praktische Trick: Miss von der Mitte eines Bolzens zur Außenkante des übernächsten Bolzens (also den benachbarten überspringen). Dieser Wert entspricht näherungsweise dem Lochkreisdurchmesser. Für ein exaktes Ergebnis empfiehlt sich eine Lochkreislehre oder der Abgleich mit den Fahrzeugpapieren.
Beispiel (4 Löcher): Misst du zwischen zwei gegenüberliegenden Bolzenmitten 100 mm, hat dein Fahrzeug einen Lochkreis von 4x100. Bei 5 Löchern und einem gemessenen Wert um 112 mm (Mitte zu Übernächst-Außenkante) liegt in der Regel ein 5x112 vor – wegen der geringen Unterschiede zu benachbarten Werten aber unbedingt gegenprüfen.
Wichtig: Miss immer sorgfältig und prüfe im Zweifel gegen die Herstellerangabe – eine Felge mit falschem Lochkreis darf niemals „passend gemacht“ werden.
Werkzeug und Genauigkeit
Mit einem einfachen Lineal oder Messschieber kommst du bei geraden Lochzahlen gut zurecht. Bei 5 Löchern ist die Messung fehleranfällig, weil kein Bolzen exakt gegenüberliegt – hier lohnt eine Lochkreislehre, die den Wert direkt anzeigt. Da die gängigen Werte oft nur wenige Millimeter auseinanderliegen (etwa 112 gegenüber 114,3 mm), entscheidet Genauigkeit über Passen oder Nicht-Passen. Im Zweifel ist der Abgleich mit den Fahrzeugpapieren die sicherste Lösung.
3. Gängige Lochkreise nach Fahrzeug
Viele Hersteller nutzen typische Lochkreise. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick – maßgeblich bleibt aber immer die konkrete Angabe für dein Fahrzeug:
| Lochkreis | Häufig bei (Beispiele) |
|---|---|
| 4x100 | Kleinwagen, ältere Kompaktklasse |
| 5x100 | ältere VW/Audi/Škoda, einige Importe |
| 5x112 | viele aktuelle VW, Audi, Mercedes, Škoda, Seat |
| 5x114,3 | zahlreiche asiatische Modelle, Ford, Renault |
| 5x120 | BMW, VW T5, einige SUV |
| 5x130 | VW T5/Crafter, Mercedes Sprinter, Porsche |
| 6x139,7 | Pickups & Geländewagen (Hilux, Ranger, Amarok, D-Max u. a.) |
Gerade im Offroad- und Pickup-Bereich ist 6x139,7 sehr verbreitet. Passende Modelle findest du in unseren Fahrzeug-Guides – etwa für Ford Ranger, VW Amarok oder Toyota Hilux. Beachte: Auch innerhalb einer Marke kann der Lochkreis je nach Modell und Baujahr wechseln – verlasse dich deshalb nie allein auf das Fahrzeugmodell, sondern prüfe den konkreten Wert für deine Ausführung.
Häufige Verwechslungen
Einige Lochkreise liegen so nah beieinander, dass sie häufig verwechselt werden – mit dem Ergebnis, dass eine bestellte Felge nicht passt:
- 5x112 und 5x114,3: nur 2,3 mm Unterschied, aber nicht kompatibel – die wohl häufigste Verwechslung.
- 5x120 und 5x114,3: optisch kaum zu unterscheiden, technisch aber verschieden.
- 5x120 und 5x130: beide bei Transportern verbreitet, dürfen aber nicht vertauscht werden.
Verlasse dich deshalb nie auf das Augenmaß, sondern immer auf die exakte Angabe oder eine saubere Messung.
4. Lochkreis, Nabenbohrung und Einpresstiefe zusammen betrachten
Der Lochkreis allein macht eine Felge noch nicht passend. Drei Maße müssen zusammenpassen:
- Lochkreis (PCD): Anzahl und Abstand der Radschrauben.
- Nabenbohrung (CB): der mittige Durchmesser – ist die Bohrung der Felge größer als die Nabe, gleichst du das mit Zentrierringen aus.
- Einpresstiefe (ET): wie das Rad im Radhaus sitzt – Details im Ratgeber Einpresstiefe.
Dazu kommen die passende Traglast und die richtige Reifengröße. Nur wenn alle Werte stimmen, ist die Felge sicher und zulässig fahrbar.
5. Was, wenn der Lochkreis nicht passt?
Ein abweichender Lochkreis lässt sich nicht durch Bohren oder Anpassen „lösen“ – das wäre sicherheitskritisch und unzulässig. Es gibt lediglich zwei saubere Wege:
- Passende Felge wählen: die einfachste und sicherste Variante.
- Lochkreisadapter: spezielle, geprüfte Adapter können einen anderen Lochkreis ermöglichen – sie verändern jedoch die Spurweite und sind in der Regel eintragungspflichtig. Eine Abnahme bei einer amtlich anerkannten Prüfstelle ist dann erforderlich.
Verwende ausschließlich Adapter mit passendem Gutachten und lass die Kombination fachgerecht montieren und abnehmen. Von improvisierten Lösungen ist dringend abzuraten, da die Radbefestigung sicherheitsrelevant ist – im Zweifel ist die passende Felge immer die bessere Wahl.
6. Den richtigen Lochkreis beim Felgenkauf
So stellst du sicher, dass die neue Felge passt:
- Fahrzeugpapiere prüfen oder den Lochkreis am vorhandenen Rad messen.
- Anzahl der Löcher und Durchmesser exakt abgleichen (z. B. 5x112).
- Nabenbohrung, ET und Traglast mitprüfen.
- Wie du eine nicht ab Werk freigegebene Kombination legal fährst, erklärt der Ratgeber Felgen eintragen lassen.
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FAQ: Häufige Fragen zum Lochkreis
Was bedeutet 5x112 bei Felgen?
5x112 bedeutet, dass die Felge 5 Radschraubenlöcher auf einem Kreis mit 112 mm Durchmesser hat. Die erste Zahl ist die Anzahl der Löcher, die zweite der Lochkreisdurchmesser in Millimetern.
Wie messe ich den Lochkreis?
Bei gerader Lochzahl (4 oder 6) misst du von der Mitte eines Bolzens zur Mitte des gegenüberliegenden. Bei 5 Löchern misst du von der Mitte eines Bolzens zur Außenkante des übernächsten. Für ein exaktes Ergebnis eignet sich eine Lochkreislehre.
Wie finde ich den Lochkreis meines Autos heraus?
Am zuverlässigsten über die Fahrzeugpapiere oder das CoC-Dokument. Alternativ liest du ihn an der vorhandenen Felge ab oder misst ihn direkt am Rad.
Passt eine Felge mit anderem Lochkreis auf mein Auto?
Nein. Anzahl der Löcher und Durchmesser müssen exakt passen. Schon 5x112 statt 5x114,3 verhindert die Montage. Nur geprüfte Lochkreisadapter ermöglichen einen anderen Lochkreis – sie sind meist eintragungspflichtig.
Was ist der Unterschied zwischen 5x112 und 5x114,3?
Beide haben 5 Löcher, aber unterschiedliche Lochkreisdurchmesser (112 gegen 114,3 mm). Diese kleine Differenz reicht aus, dass die Felgen nicht untereinander passen – sie sind nicht austauschbar.
Kann ich Felgen mit unterschiedlichem Lochkreis mischen?
Nein. Alle Räder müssen den zum Fahrzeug passenden Lochkreis haben. Eine Mischung verschiedener Lochkreise ist nicht zulässig und sicherheitskritisch.
Quellen
- Grundlagen der Felgentechnik – Lochkreis (PCD), Nabenbohrung, Einpresstiefe
- Fahrzeugpapiere / CoC-Dokument – freigegebene Rad-Reifen-Kombinationen
- Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) – §19 (Änderungen an Fahrzeugen)