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Reifen entsorgen: alle Wege für Altreifen, mit und ohne Felgen

Alte Reifen gehören weder in den Hausmüll noch an den Waldrand, und ewig im Keller stapeln muss sie auch niemand, denn es gibt drei geordnete und unkomplizierte Wege: zur Werkstatt oder zum Händler bei der Neumontage, zum kommunalen Wertstoffhof oder zu einem zertifizierten Altreifen-Entsorger. Sitzen die Reifen noch auf Felgen, lohnt vorher das Trennen, denn die Felge ist Wertstoff und der Reifen Entsorgungsfall. Dieser Ratgeber führt dich Schritt für Schritt durch alle Wege, erklärt die Kostenfaktoren, zeigt dir, wann sich Verkaufen statt Entsorgen lohnt, und beantwortet die Frage, was aus deinen Altreifen am Ende eigentlich wird.

Transparenzhinweis: zrshop verkauft Felgen, Reifen und Kompletträder, bietet aber keine Annahme oder Abholung von Altreifen an. Dieser Ratgeber ist ein reiner Wissensbeitrag, damit du beim Räderwechsel den kompletten Ablauf inklusive der Altbestände sauber planen kannst.

1. Der einfachste Weg: bei der Montage abgeben

Wenn ohnehin neue Reifen montiert werden, ist die Werkstatt oder der Montagepartner die bequemste Lösung: Die alten Reifen bleiben direkt dort und wandern über deren Entsorgungsverträge in den Recyclingkreislauf. Üblich ist dafür eine kleine Gebühr je Reifen, die auf der Montagerechnung als eigene Position auftaucht; die Höhe unterscheidet sich je nach Betrieb und Radgröße. Frag am besten bei der Terminvereinbarung nach, dann gibt es an der Kasse keine Überraschung.

Dieser Weg passt perfekt zum Ablauf, den wir im Beitrag Reifen auf Felgen ziehen beschreiben: Neue Reifen liefern lassen, Montagetermin machen, Altreifen dort lassen, fertig. Wichtig zu wissen: Eine gesetzliche Rücknahmepflicht wie bei Elektrogeräten oder Batterien gibt es für Reifen nicht, die Annahme ist eine Serviceleistung des Betriebs.

2. Wertstoffhof und Entsorger: die Wege ohne Neukauf

Willst du Altreifen loswerden, ohne neue zu kaufen, führt der Weg zum kommunalen Wertstoff- oder Recyclinghof. Die Regeln sind lokal sehr unterschiedlich: Manche Kommunen nehmen eine begrenzte Stückzahl von Privathaushalten an, teils kostenlos, teils gegen Gebühr, manche verweisen komplett an private Entsorger. Ein Blick auf die Webseite deines Entsorgungsbetriebs oder ein Anruf klärt Stückzahl, Gebühr und ob Reifen mit Felgen angenommen werden.

Daneben gibt es zertifizierte Altreifen-Entsorger und Reifenhändler, die Altreifen gegen Gebühr annehmen, bei größeren Mengen teils auch abholen. Das ist der richtige Weg, wenn nach einer Garagenauflösung gleich ein Dutzend Räder wegmüssen. Achte darauf, dass der Abnehmer die Reifen nachweislich ordnungsgemäß verwertet; seriöse Betriebe können das belegen.

Für die Suche „in der Nähe" brauchst du keine Spezialportale: Die Webseite oder Abfall-App deines Landkreises beziehungsweise deiner Stadt listet die Annahmestellen samt Konditionen, und die Suche nach Reifenhändlern und Kfz-Betrieben im Umkreis liefert die gewerblichen Annehmer. Ein kurzer Anruf vorab klärt die drei entscheidenden Fragen: Nehmt ihr Privatmengen an, mit oder ohne Felge, und was kostet es je Stück?

3. Reifen mit Felgen: erst trennen lohnt sich meistens

Komplette Räder entsorgen ist fast immer die schlechteste Option, denn du wirfst zwei sehr unterschiedliche Dinge zusammen weg. Die Felge ist Metall: Intakte Alufelgen lassen sich einzeln oder als Satz verkaufen (worauf Käufer achten, liest du im Ratgeber Gebrauchte Felgen kaufen aus der Gegenperspektive), beschädigte gehen als Aluschrott an den Metallhandel und bringen sogar noch etwas ein. Stahlfelgen nimmt jeder Schrotthandel. Der Reifen bleibt dagegen ein Entsorgungsfall mit Gebühr.

Das Abdrücken und Trennen übernimmt jede Montagewerkstatt für kleines Geld im selben Arbeitsgang, in dem ohnehin Räder montiert werden. Nur wenn Felge und Reifen beide am Ende sind und der Aufwand des Trennens den Metallwert übersteigt, ist die Komplettabgabe beim Entsorger die pragmatische Wahl; viele nehmen Kompletträder gegen einen Aufschlag an.

4. Verkaufen statt entsorgen: wann Altreifen noch Geld wert sind

Nicht jeder gebrauchte Reifen ist Abfall. Verkäuflich sind Reifen realistisch dann, wenn drei Dinge stimmen: ausreichend Restprofil deutlich über dem gesetzlichen Minimum, ein akzeptables Alter (den Produktionszeitpunkt liest du am DOT-Code ab, wie im Beitrag Reifenalter und DOT-Nummer gezeigt) und keine Schäden oder Reparaturen an der Flanke. Ein Satz Winterreifen mit ordentlich Profil, der nur wegen eines Fahrzeugwechsels nicht mehr passt, findet über Kleinanzeigen fast immer einen Abnehmer, besonders komplett auf Felgen.

Ehrlich bleiben lohnt sich dabei doppelt: Beschreibe Profiltiefe, DOT und Macken korrekt, denn ein arglistig verschwiegener Schaden fällt spätestens bei der Montage auf. Und Reifen, die du selbst nicht mehr fahren würdest, verkaufst du besser gar nicht, sondern entsorgst sie; die Sicherheitsgrenzen aus dem Beitrag Reifenverschleiß gelten für den nächsten Besitzer genauso.

Fürs Inserat selbst haben sich vier Angaben bewährt, die jede Rückfrage vorwegnehmen: exakte Dimension mit Betriebskennung, DOT-Woche und -Jahr, gemessene Profiltiefe je Reifen (nicht „wie neu") und Fotos von Lauffläche und beiden Flanken. Als Privatverkäufer solltest du die Gewährleistung ausdrücklich ausschließen und den Zustand trotzdem wahrheitsgemäß beschreiben, denn der Ausschluss schützt nicht bei verschwiegenen Mängeln. Wer das beachtet, verkauft brauchbare Sätze meist innerhalb weniger Tage und spart sich die Entsorgungsgebühr komplett.

5. Was verboten ist und warum

Altreifen sind kein Hausmüll: Sie gehören weder in die Restmülltonne noch in den Sperrmüll, und das wilde Ablagern in Wald und Flur ist eine Ordnungswidrigkeit, die je nach Menge und Bundesland empfindliche Bußgelder nach sich zieht, bei größeren Mengen kann es strafrechtlich relevant werden. Auch das Verbrennen ist verboten und wegen der Rauchgase obendrein gesundheitsschädlich.

Der Hintergrund ist nicht Bürokratie, sondern Stoffkunde: Reifen bestehen aus vulkanisiertem Gummi, Stahl und Textilgewebe, verrotten praktisch nicht und setzen bei unsachgemäßer Behandlung Schadstoffe frei. Genau deshalb existiert der geordnete Verwertungsweg, und der funktioniert nur, wenn die Reifen dort auch ankommen.

6. Was aus Altreifen wird

Abgegebene Reifen verschwinden nicht auf einer Halde, sondern werden verwertet. Ein Teil geht in die stoffliche Verwertung: Reifen werden zu Gummigranulat und Gummimehl zerkleinert, aus denen Fallschutzböden, Sportplatzbeläge oder Bauprodukte entstehen, die Stahlanteile gehen zurück in die Metallverwertung. Ein weiterer Teil wird thermisch verwertet, vor allem als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie. Und geeignete Karkassen werden runderneuert, bekommen also einen neuen Laufstreifen, was vor allem bei Lkw-Reifen ein etablierter Kreislauf ist.

Für dich heißt das: Die Entsorgungsgebühr ist kein verlorenes Geld, sondern der Eintritt in einen funktionierenden Verwertungskreislauf, und je sortenreiner du abgibst (Reifen getrennt von Felgen, Sensoren und Wuchtgewichte demontiert), desto besser funktioniert er. Die Branche arbeitet daran, den stofflichen Anteil weiter zu erhöhen, etwa durch Pyrolyse-Verfahren, die aus Altgummi wieder Rohstoffe für neue Reifen gewinnen; je sauberer der Rücklauf, desto eher lohnt sich das.

7. Sonderfälle: Sensoren, Schäden, große Mengen

Bevor Räder endgültig weggehen, lohnt der Blick auf drei Details. Erstens die RDKS-Sensoren: In vielen Rädern ab Baujahr 2014 steckt am Ventil ein Reifendrucksensor, der einzeln echten Wert hat. Beim Verschrotten kompletter Räder wandert er sonst ungenutzt mit in die Presse; lass ihn bei der Demontage ausbauen, wenn dein nächstes Fahrzeug direktes RDKS nutzt oder du den Satz verkaufen willst. Was die Sensoren leisten und wie das Anlernen funktioniert, steht im RDKS-Ratgeber im Blog.

Zweitens beschädigte Reifen: Räder nach Unfall, mit Flankenbeule oder sichtbarem Gewebeschaden sind kein Verkaufsgut, auch nicht „für Bastler". Sie gehören konsequent in die Entsorgung, denn der nächste Nutzer sieht dem Reifen die Vorgeschichte nicht an. Drittens größere Mengen: Wer als Verein, Landwirt oder aus einer Haushaltsauflösung dutzende Reifen abzugeben hat, spricht direkt einen Entsorgungsfachbetrieb an; ab gewissen Mengen gelten Nachweispflichten, und die Abholung ist dann meist günstiger als viele Einzelfahrten zum Hof.

8. Checkliste für die Abgabe

1. Bestand sichten: Restprofil und DOT prüfen, verkäufliche Sätze aussortieren. 2. Felgen trennen oder Trennung bei der nächsten Montage mit beauftragen. 3. Weg wählen: Montagebetrieb (bei Neukauf), Wertstoffhof (kleine Mengen, vorher Konditionen prüfen) oder Entsorger (große Mengen). 4. Gebühren erfragen, je Reifen und je nach Größe. 5. Felgenwert mitnehmen: intakte Felgen verkaufen, defekte als Schrott abgeben. Wer den Radwechsel ohnehin plant, erledigt alles in einem Termin und spart sich die zweite Fahrt; die Einlagerungsseite desselben Themas, also was mit dem verbleibenden guten Satz passiert, behandelt der Beitrag Räder wechseln und einlagern.

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FAQ zum Reifen entsorgen

Wo kann ich alte Reifen entsorgen?

Bei der Werkstatt im Zuge der Neumontage, beim kommunalen Wertstoffhof (Konditionen vorher prüfen) oder bei zertifizierten Altreifen-Entsorgern. In den Hausmüll gehören Reifen nie.

Was kostet die Reifenentsorgung?

Üblich ist eine Gebühr je Reifen, deren Höhe von Betrieb, Region und Reifengröße abhängt; Kompletträder kosten meist einen Aufschlag. Konkrete Beträge erfragst du beim jeweiligen Annehmer.

Wie entsorge ich Reifen mit Felgen?

Am besten trennen lassen: Die Felge ist als Metall verkäuflich oder Schrottwert, der Reifen geht in die Entsorgung. Viele Entsorger nehmen auch Kompletträder an, meist gegen höhere Gebühr.

Dürfen Altreifen in den Restmüll?

Nein. Reifen sind kein Hausmüll, und wildes Ablagern oder Verbrennen ist verboten und bußgeldbewehrt. Der Weg führt immer über Werkstatt, Wertstoffhof oder Entsorger.

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