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Geschwindigkeitsindex bei Reifen: Tabelle aller Buchstaben und Regeln

Der Geschwindigkeitsindex ist der Buchstabe am Ende deiner Reifenbezeichnung: Bei einem Reifen der Größe 205/55 R16 91V steht das V dafür, dass der Reifen für bis zu 240 km/h zugelassen ist. Die Regel dahinter ist einfach: Der Index deiner Reifen muss mindestens die im Fahrzeugschein eingetragene Höchstgeschwindigkeit deines Autos abdecken, mehr ist immer erlaubt, weniger nur bei Winterreifen mit Warnaufkleber. Hier findest du die komplette Tabelle aller Buchstaben, die Regeln im Detail und die Antworten auf die häufigsten Kombifragen wie „91H".

Hinweis: Verbindlich sind immer die Angaben in deinen Fahrzeugpapieren und die Kennzeichnung auf dem Reifen selbst. Die Tabelle unten gibt die genormten Zuordnungen wieder (Stand 2026); bei Sonderfällen wie ZR-Kennungen älterer Hochgeschwindigkeitsreifen hilft der Blick in die Herstellerfreigabe.

1. Die Tabelle: alle Geschwindigkeitsindizes von J bis Y

Index zulässige Höchstgeschwindigkeit typischer Einsatz
J 100 km/h Anhänger, Sonderfahrzeuge
K 110 km/h Anhänger, Sonderfahrzeuge
L 120 km/h Gelände-/Nutzreifen, Anhänger
M 130 km/h Notlaufräder, Anhänger
N 140 km/h Notlaufräder
P 150 km/h Klein-/Nutzfahrzeuge
Q 160 km/h Winter- und Offroad-Reifen
R 170 km/h Winter- und Transporterreifen
S 180 km/h Kleinwagen, Winterreifen
T 190 km/h Kompaktklasse, Winterreifen
U 200 km/h Mittelklasse
H 210 km/h Mittel-/Oberklasse, Ganzjahresreifen
V 240 km/h sportliche Fahrzeuge
W 270 km/h Sportwagen
Y 300 km/h Supersportwagen

Zwei Stolperfallen in der Tabelle: Das H steht nicht alphabetisch, sondern historisch bedingt zwischen U und V, es bedeutet 210 km/h und nicht etwa „High Speed" irgendwo weiter unten. Und ein Y in Klammern, geschrieben (Y), kennzeichnet Reifen, die für mehr als 300 km/h geprüft sind. Die Kennung ZR innerhalb der Größenangabe (etwa 225/50 ZR16) stammt aus einer älteren Systematik für Reifen über 240 km/h; bei modernen Reifen steht der maßgebliche Buchstabe trotzdem am Ende der Betriebskennung. Im Alltag begegnen dir vor allem T und H bei Winter- und Ganzjahresreifen sowie H, V und W bei Sommerreifen; das U ist vergleichsweise selten, weil viele Hersteller die Lücke zwischen T und H schlicht überspringen.

2. Wo du den Index findest: Reifen und Fahrzeugschein

Auf dem Reifen steht der Index am Ende der Größenbezeichnung auf der Flanke, immer direkt hinter dem Lastindex: Bei „205/55 R16 91V" ist 91 der Lastindex und V der Geschwindigkeitsindex. Was die übrigen Zeichen bedeuten, schlüsselt der Ratgeber Reifenbezeichnung lesen komplett auf.

Im Fahrzeugschein brauchst du zwei Angaben. Die eingetragenen Reifengrößen samt Betriebskennung findest du in der Zulassungsbescheinigung Teil I in den Feldern 15.1 und 15.2. Die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit deines Fahrzeugs steht im Feld T, und genau gegen diesen Wert wird der Index geprüft. Eine Übersicht aller Felder liefert der Beitrag Fahrzeugschein erklärt.

Wichtig zu wissen: In den Feldern 15.1 und 15.2 steht nur die ab Werk eingetragene Bereifung, oft eine einzige Größe je Achse. Weitere freigegebene Größen mit ihren Betriebskennungen findest du in der EG-Übereinstimmungsbescheinigung (CoC) deines Fahrzeugs oder in den Unterlagen einer Räderfreigabe. Beim Umstieg auf andere Räder gilt die Prüfung deshalb immer für die konkrete neue Kombination: Größe, Lastindex und Geschwindigkeitsindex müssen gemeinsam zu Fahrzeug und Freigabe passen, nicht nur der Buchstabe allein.

3. Die Grundregel: mindestens so schnell wie das Auto

Die Anforderung ist denkbar klar: Der Geschwindigkeitsindex der montierten Reifen muss die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs abdecken. Fährt dein Auto laut Feld T bis 208 km/h, reicht ein H-Reifen (210 km/h); bei 215 km/h muss mindestens V ans Auto. Ein höherer Index ist dabei immer zulässig: Ein V- oder W-Reifen auf einem Auto, das 190 km/h läuft, ist rechtlich völlig unkritisch, du bezahlst nur Reserven, die du nie ausfährst.

Der Index ist übrigens kein Werbeversprechen, sondern das Ergebnis genormter Prüfläufe, bei denen der Reifen die jeweilige Geschwindigkeit unter Last dauerhaft aushalten muss. Deshalb hängt er auch eng mit der Tragfähigkeit zusammen: Beide Werte bilden zusammen die Betriebskennung, und beide müssen zur Eintragung passen. Die Tragfähigkeitsseite mit kompletter Zahlen-Tabelle findest du im Schwester-Ratgeber Lastindex und Traglast.

4. Die Ausnahme: Winterreifen mit niedrigerem Index

Bei Winterreifen (erkennbar an M+S beziehungsweise dem Alpine-Symbol mit Schneeflocke) darfst du einen niedrigeren Geschwindigkeitsindex fahren als im Schein vorgesehen, zum Beispiel T-Winterreifen (190 km/h) auf einem Auto, das 230 km/h läuft. Die Bedingung: Im Sichtfeld des Fahrers muss ein Warnaufkleber mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit der Reifen angebracht sein, und schneller als dieser Wert darfst du dann schlicht nicht fahren, auch wenn das Auto mehr könnte. Viele moderne Fahrzeuge erlauben zusätzlich, die Begrenzung im Bordmenü zu hinterlegen; das ersetzt den Aufkleber nach aktueller Regel nicht, hilft aber im Alltag.

Praktisch relevant wird die Ausnahme vor allem bei schnellen Fahrzeugen, weil das Angebot an Winterreifen mit sehr hohen Indizes dünner ist. Ein als Beispiel gekennzeichneter Fall: Eine Limousine mit 250 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit bräuchte ohne Ausnahme mindestens W-Winterreifen; mit der Aufkleber-Regel darf sie auf verbreitete V- oder H-Winterreifen wechseln, solange Fahrer und Tacho sich an deren Grenze halten. Wann Winterbereifung überhaupt Pflicht ist und was das Alpine-Symbol genau bedeutet, behandelt der Ratgeber zur Winterreifenpflicht.

Stehen im Shop mehrere zulässige Indizes zur Wahl, entscheide pragmatisch: Für Vielfahrer auf der Autobahn lohnt die Reserve eines höheren Buchstabens, für Stadt- und Landstraßenprofile ist der niedrigere zulässige Index oft die komfortablere Wahl. Falsch machst du dabei nichts, solange die Mindestanforderung aus dem Schein sicher erfüllt ist.

5. Kombiwerte richtig lesen: was „91H" und Co. bedeuten

Die häufigsten Suchfragen drehen sich um Kombinationen wie 91H, 94V oder 88T, und die Auflösung ist immer dieselbe: Die Zahl ist der Lastindex (91 steht für 615 Kilogramm Tragfähigkeit je Reifen), der Buchstabe der Geschwindigkeitsindex (H für 210 km/h). Ein 91H trägt also genauso viel wie ein 91V, darf aber weniger schnell bewegt werden; ein 94V trägt mehr als ein 91V bei gleichem Tempo. Beim Reifenkauf müssen beide Werte mindestens den Angaben aus deinen Papieren entsprechen, Überbieten ist in beiden Dimensionen erlaubt.

Noch ein Lesetipp für ältere Semester der Reifenwelt: Kennungen wie „VR" oder „ZR" mitten in der Größe stammen aus der Zeit, bevor W und Y eingeführt wurden. Bei solchen Reifen gehört die konkrete Freigabe des Herstellers zur Kaufentscheidung, moderne Neureifen tragen die eindeutige Betriebskennung am Ende.

Und weil die Frage regelmäßig kommt: Auch Anhängerreifen tragen Geschwindigkeitsindizes, dort sind niedrige Buchstaben wie J bis N völlig normal, weil Anhänger ohnehin eigenen Tempolimits unterliegen. Bei Ganzjahresreifen sind H und V die gängigen Indizes; wer ein sehr schnelles Fahrzeug ganzjährig bereift, sollte hier genau hinsehen, denn die Aufkleber-Ausnahme gilt nur für Reifen mit Wintereignung und entbindet nicht vom Blick auf die tatsächliche Kennung.

6. Warum der Index technisch mehr ist als ein Tempolimit

Hinter dem Buchstaben steckt Physik: Mit steigender Geschwindigkeit wachsen Fliehkräfte, Walkarbeit und Wärmeentwicklung im Reifen, und genau darauf wird er im Prüflauf unter Last geprüft. Hochgeschwindigkeitsreifen brauchen dafür steifere Flanken, hitzestabilere Mischungen und eine straffere Karkasse. Das erklärt auch die Kehrseite der „mehr ist immer erlaubt"-Regel: Ein W-Reifen auf einem Kompaktwagen ist rechtlich sauber, fährt sich aber oft härter und teils lauter als der passende H- oder V-Reifen, weil seine Konstruktion für Reserven ausgelegt ist, die das Auto nie abruft. Umgekehrt altern Reifen unabhängig vom Index; ein zehn Jahre alter Y-Reifen ist kein Hochgeschwindigkeitsreifen mehr, sondern ein Fall für die Altersprüfung.

Für die Kaufentscheidung heißt das: Wähle den Index passend zum Fahrzeug plus sinnvoller Reserve, nicht maximal. Die gesparte Härte kommt Komfort und oft auch dem Abrollgeräusch zugute, und die Vorgaben aus Schein und Freigabe bleiben trotzdem erfüllt.

7. Index und Reifenkauf bei zrshop

In unserer Reifensuche wählst du Breite, Querschnitt und Zoll; die Betriebskennung der angezeigten Reifen steht jeweils im Produkttitel, sodass du Lastindex und Geschwindigkeitsindex direkt mit deinen Papieren abgleichen kannst. Im Sortiment führen wir Reifen von Berlin Tires und Syron sowie fertige Kompletträder; bei Letzteren gilt dieselbe Index-Prüfung, nur zusätzlich zur Felgenfreigabe. Im Zweifel gilt die einfache Reihenfolge: erst Feld T und Felder 15.1/15.2 im Schein lesen, dann Reifen mit mindestens diesen Werten wählen.

Zur Reifensuche: Größe wählen und passende Reifen anzeigen

FAQ zum Geschwindigkeitsindex

Welchen Geschwindigkeitsindex brauche ich?

Mindestens den, der die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit deines Fahrzeugs (Feld T im Fahrzeugschein) abdeckt. Ein höherer Index ist immer zulässig.

Darf ich Reifen mit höherem Index fahren?

Ja, uneingeschränkt. Ein höherer Buchstabe bedeutet nur mehr geprüfte Geschwindigkeitsreserve; rechtlich und technisch spricht nichts dagegen.

Was gilt bei Winterreifen mit niedrigerem Index?

Erlaubt, wenn ein Warnaufkleber mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit der Reifen im Sichtfeld des Fahrers angebracht ist und du diese Geschwindigkeit nicht überschreitest.

Was bedeutet das ZR in der Reifengröße?

Eine ältere Kennzeichnung für Hochgeschwindigkeitsreifen über 240 km/h, die mitten in der Größenangabe steht. Bei modernen Reifen zählt der Indexbuchstabe am Ende der Betriebskennung.

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