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Einpresstiefe (ET) bei Felgen: Guide zu Messung, Wirkung & Eintragung

Einpresstiefe (ET) bei Felgen: Guide zu Messung, Wirkung & Eintragung
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Die Einpresstiefe (kurz ET) ist eine der wichtigsten Kennzahlen beim Felgenkauf: Sie bestimmt, wie weit das Rad im Radkasten sitzt – und damit Spurweite, Freigängigkeit, Fahrverhalten und ob eine Felge überhaupt zulässig auf dein Fahrzeug passt. In diesem Ratgeber erfährst du kompakt und verständlich, was die ET bedeutet, wie du sie abliest und berechnest, wie sie sich auswirkt und wann eine Eintragung nötig ist.

1. Was ist die Einpresstiefe (ET)?

Die Einpresstiefe ist der Abstand in Millimetern zwischen der Auflagefläche der Felge (dort, wo sie an der Radnabe anliegt) und der Mitte der Felge. Sie entscheidet, ob das Rad eher nach innen ins Radhaus rückt oder weiter nach außen steht. Man unterscheidet drei Fälle:

ET-Wert Auflagefläche liegt … Rad steht …
Positive ET (z. B. ET45) vor der Felgenmitte (außen) weiter innen im Radhaus
ET 0 genau in der Felgenmitte mittig
Negative ET (z. B. ET−12) hinter der Felgenmitte (innen) weiter außen (Deep-Dish-Look)

Faustregel: Je kleiner die ET (bis hin zu negativen Werten), desto weiter steht das Rad nach außen. Je größer die ET, desto weiter rückt es nach innen.

2. Wo finde ich die Einpresstiefe?

Die ET ist in der Regel direkt auf der Felge eingeprägt oder eingegossen – meist auf der Innenseite der Speichen oder am Felgenstern, z. B. als „ET45“. Zusätzlich steht sie im Gutachten (ABE oder Teilegutachten) und in der Artikelbeschreibung seriöser Händler. Die ab Werk zulässigen Werte für dein Fahrzeug findest du in den Fahrzeugpapieren beziehungsweise im CoC-Dokument.

3. Einpresstiefe berechnen

Wenn keine Kennzeichnung lesbar ist, lässt sich die ET aus zwei Maßen bestimmen:

  • Gesamtbreite der Felge messen (von Flanschkante zu Flanschkante) – die Felgenmitte liegt genau bei der Hälfte dieses Maßes.
  • Abstand der Auflagefläche zur inneren Flanschkante messen.

Die ET ist dann die Differenz zwischen dem Abstand der Auflagefläche und der halben Gesamtbreite. Wichtig: Die aufgeprägte Zoll-Breite (z. B. 8J) ist die Maulweite und nicht die Gesamtbreite – für die Berechnung zählt das tatsächlich gemessene Maß. In der Praxis ist das Ablesen der eingeprägten ET fast immer der einfachere und sicherere Weg.

Rechenbeispiel

Angenommen, du misst an einer Felge eine Gesamtbreite von 220 mm – die Felgenmitte liegt dann bei 110 mm. Der Abstand von der inneren Flanschkante bis zur Auflagefläche beträgt 155 mm. Die Einpresstiefe ergibt sich als 155 mm − 110 mm = ET 45. Sitzt die Auflagefläche dagegen nur 98 mm von der inneren Kante entfernt, wäre die ET 98 mm − 110 mm = ET −12 (negativ), das Rad stünde also deutlich weiter außen.

4. Wie wirkt sich die Einpresstiefe aus?

Die ET beeinflusst gleich mehrere Bereiche – deshalb ist sie mehr als eine Zahl auf dem Papier:

Bereich Kleine/negative ET (Rad steht außen) Große ET (Rad steht innen)
Spurweite breiter schmaler
Optik sportlich, bündig/Deep-Dish dezent, tief im Radhaus
Freigängigkeit außen kann am Kotflügel streifen unkritisch außen
Freigängigkeit innen unkritisch innen kann an Federbein/Bremse streifen
Lenkung/Lager höhere Belastung, veränderter Lenkrollradius näher am Serienzustand

Eine veränderte ET wirkt sich also direkt auf Spurweite und Freigängigkeit aus. Steht das Rad zu weit außen, kann der Reifen am Kotflügel schleifen; steht es zu weit innen, drohen Kontakte mit Federbein, Bremssattel oder Fahrwerksteilen. Zu große Abweichungen können zudem Radlager und Lenkung stärker belasten.

Konkret gerechnet: Wechselst du von ET 45 auf ET 35, rückt jedes Rad um 10 mm nach außen – die Spur wird pro Achse also um 20 mm breiter. Solche Veränderungen wirken optisch schnell markant, müssen aber zur Freigängigkeit im Radhaus und zur Freigabe passen. Kleine ET-Unterschiede von wenigen Millimetern sind oft unkritisch, größere Sprünge sollten immer gegen das Gutachten geprüft werden.

Einpresstiefe und Felgenbreite zusammen betrachten

ET und Felgenbreite hängen zusammen: Eine breitere Felge bei gleicher ET baut auf beiden Seiten etwas mehr auf, trägt also innen wie außen auf. Wer eine breitere Felge montiert, muss die ET deshalb oft anpassen, damit das Rad weiterhin frei läuft. Bei der Fahrzeugfreigabe werden Felgenbreite und ET immer als Kombination betrachtet – ein zulässiger ET-Wert gilt jeweils für eine bestimmte Breite. Prüfe daher beide Werte gemeinsam gegen die Vorgaben deines Fahrzeugs.

5. Falsche ET korrigieren: Distanzscheiben und Spurverbreiterungen

Passt die ET einer Felge nicht exakt, lässt sich der Radstand mit Distanzscheiben oder Spurverbreiterungen nach außen anpassen – sie verringern rechnerisch die wirksame Einpresstiefe. Das ist ein gängiger Weg, um eine bündigere Optik oder mehr Freigängigkeit innen zu erreichen. Wichtig: Spurverbreiterungen verändern die Spurweite und sind in der Regel eintragungspflichtig. Grundlagen dazu findest du im Ratgeber zu Zentrierringen und Distanzringen.

Umgekehrt lässt sich eine zu kleine ET (Rad steht zu weit außen) nicht einfach nach innen „korrigieren“ – hier hilft nur die Wahl einer Felge mit passender, größerer ET.

6. Einpresstiefe, Zulassung und Toleranz

Ob eine bestimmte ET auf deinem Fahrzeug gefahren werden darf, ergibt sich aus der ABE oder dem Teilegutachten der Felge. Dort sind die freigegebenen Kombinationen inklusive zulässiger ET und etwaiger Auflagen aufgeführt. Eine allgemeingültige „erlaubte Toleranz“ zur Serien-ET gibt es nicht – maßgeblich ist immer, was die Unterlagen für dein Fahrzeug freigeben.

Weicht die gewählte Kombination von den Vorgaben ab oder liegt kein passendes Gutachten vor, ist eine Abnahme und Eintragung bei einer amtlich anerkannten Prüfstelle erforderlich. Wie das abläuft, erklärt der Ratgeber Felgen eintragen lassen; Hintergründe zu ABE und Gutachten liefert der Ratgeber KBA-Nummer bei Felgen.

7. Die richtige ET beim Felgenkauf

Damit die neue Felge passt und legal gefahren werden kann, gehst du am besten so vor:

  • Fahrzeugvorgaben prüfen: zulässige ET (und Felgenbreite) laut Papieren oder Gutachten.
  • Weitere Maße beachten: Neben der ET müssen auch Lochkreis und Nabenbohrung passen; die richtige Traglast nicht vergessen.
  • Reifen und Freigängigkeit: prüfen, dass Rad und Reifen im Radhaus frei laufen – auch bei Lenkeinschlag und Einfederung.
  • Unterlagen sichern: ABE oder Teilegutachten aufbewahren, ggf. Eintragung einplanen.

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FAQ: Häufige Fragen zur Einpresstiefe

Was bedeutet ET bei Felgen?

ET steht für Einpresstiefe und bezeichnet den Abstand in Millimetern zwischen der Auflagefläche der Felge an der Radnabe und der Felgenmitte. Sie bestimmt, wie weit das Rad im Radhaus nach innen oder außen sitzt.

Wie finde ich die Einpresstiefe meiner Felge heraus?

Am einfachsten liest du die eingeprägte Angabe (z. B. „ET45“) auf der Innenseite der Speichen oder am Felgenstern ab. Zusätzlich steht die ET im Gutachten der Felge. Ist nichts lesbar, lässt sie sich aus Felgenbreite und dem Abstand der Auflagefläche berechnen.

Was bedeutet eine negative Einpresstiefe?

Bei negativer ET liegt die Auflagefläche hinter der Felgenmitte, das Rad steht dadurch weiter nach außen – typisch für den tiefen „Deep-Dish“-Look. Solche Kombinationen brauchen ausreichend Freigängigkeit und eine passende Freigabe.

Wie viel darf ich von der Standard-Einpresstiefe abweichen?

Eine allgemeingültige Toleranz gibt es nicht. Zulässig ist, was die ABE oder das Teilegutachten der Felge für dein Fahrzeug freigibt. Abweichungen ohne passende Unterlagen müssen bei einer amtlich anerkannten Prüfstelle eingetragen werden.

Was ist der Unterschied zwischen ET45 und ET50?

Bei ET50 liegt die Auflagefläche 5 mm weiter außen als bei ET45, das Rad rückt also 5 mm weiter ins Radhaus. Das verändert Spurweite und Freigängigkeit entsprechend. Ob der Unterschied zulässig ist, hängt von der Freigabe für dein Fahrzeug ab.

Kann ich eine falsche Einpresstiefe ausgleichen?

Eine zu große ET (Rad steht zu weit innen) lässt sich mit Distanzscheiben oder Spurverbreiterungen nach außen anpassen – diese sind meist eintragungspflichtig. Eine zu kleine ET lässt sich dagegen nicht nach innen korrigieren; hier ist eine Felge mit passender ET nötig.


Quellen

  • Grundlagen der Felgentechnik – Einpresstiefe (ET), Felgenmitte und Auflagefläche
  • Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) – §19 (Änderungen an Fahrzeugen)
  • ABE / Teilegutachten der Felge – freigegebene Einpresstiefen und Auflagen

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