Die kurze Antwort zuerst: Alle L200-Generationen seit 1996 fahren auf dem Lochkreis 6x139,7 mit einer Nabenbohrung von 67,1 mm. Die Radbolzen sind M12 x 1,5, das Anzugsmoment liegt bei 118 bis 157 Nm. Damit passt derselbe Radtyp, den auch Hilux, Ranger und Navara nutzen, und das Angebot ist entsprechend groß. Wichtig ist nicht der Lochkreis, sondern die Einpresstiefe und die Traglast, und genau daran scheitern die meisten Umrüstungen.
Dieser Guide sortiert die Generationen, nennt die Serienräder je Baureihe und sagt, worauf du beim Umrüsten achten musst. Die Radwerte stammen aus unserer Fahrzeugdatenbank, nicht aus einem Forum.
Welche L200-Generation fährst du?
Der L200 läuft seit 1978, für den deutschen Markt sind fünf Baureihen relevant. Die Generation bestimmt nicht nur die Optik, sondern auch die zulässigen Radgrößen und die Traglast, die dein Rad mitbringen muss.
| Generation | Baujahre | Interne Bezeichnung |
|---|---|---|
| II | 1986 bis 1996 | K00 / K10 / K20 / K30 |
| III | 1996 bis 2005 | K50 / K60 / K70 |
| IV | 2005 bis 2015 | KA / KB |
| V | 2015 bis 2023 | KJ / KK / KL |
| VI | seit 2023 | LC / MV |
Die interne Bezeichnung findest du im Fahrzeugschein oder auf dem Typschild in der Fahrertür. Sie ist genauer als das Baujahr, weil Modellwechsel selten am Jahresanfang stattfinden. Ein Fahrzeug aus dem Frühjahr 2015 kann noch eine KB sein.
Die Radwerte im Überblick
Der Lochkreis ist über alle neueren Generationen hinweg identisch. Was sich unterscheidet, sind die ab Werk montierten Räder und damit der Rahmen, in dem du dich beim Umrüsten bewegst.
| Generation | Lochkreis | Nabenbohrung | Serienräder | Serienreifen |
|---|---|---|---|---|
| IV (KA/KB) | 6x139,7 | 67,1 mm | 7Jx16 ET38, 6JJx16 ET46 | 245/70 R16, 205/80 R16 |
| V (KJ/KK/KL) | 6x139,7 | 67,1 mm | 7,5Jx18 ET38, 8Jx18 ET38 | 265/65 R18 |
Radbolzen M12 x 1,5, Anzugsmoment 118 bis 157 Nm. Der Wert gilt für beide Generationen. Zieh die Bolzen nach etwa 50 Kilometern nach, das ist bei Stahlfelgen wichtiger als bei Aluminium, schadet aber nie.
Warum die Nabenbohrung zählt
67,1 mm ist eine vergleichsweise kleine Nabenbohrung. Viele Zubehörfelgen für den Lochkreis 6x139,7 werden mit größeren Bohrungen gefertigt, etwa 106,1 mm für Toyota oder 110,1 mm für Nissan. Passt die Bohrung nicht, zentriert das Rad nicht auf der Nabe, sondern nur über die Bolzen. Das erzeugt Vibrationen und belastet die Bolzen auf Scherung.
Die Lösung heißt Zentrierring: ein Kunststoff- oder Aluminiumring, der den Größenunterschied ausgleicht. Er ist kein Provisorium, sondern Standard bei Zubehörrädern, und er kostet wenig. Wichtig ist nur, dass er exakt zur Kombination aus Felgenbohrung und Nabendurchmesser passt. In unserem Zentrierring-Sortiment findest du die gängigen Größen.
Umrüsten: was geht, was nicht
Der L200 verträgt größere Räder, aber der Rahmen ist enger, als die Fotos in sozialen Netzwerken vermuten lassen. Drei Werte begrenzen dich.
Traglast
Der L200 ist ein Nutzfahrzeug mit einer zulässigen Achslast, die deutlich über der eines SUV liegt. Jedes Rad muss die anteilige Achslast tragen, und viele hübsche Zubehörfelgen aus dem SUV-Regal schaffen das nicht. Die zulässige Radlast steht im Gutachten der Felge; die geforderte Achslast findest du im Fahrzeugschein unter den Feldern 7.1 und 7.2. Teile die Achslast durch zwei, das ist die Mindesttraglast pro Rad.
Das ist der häufigste Grund, warum eine Umrüstung nicht eingetragen wird. Optik und Lochkreis stimmen, die Traglast nicht.
Einpresstiefe
Serie sind ET38 bei den 16- und 18-Zoll-Rädern der Generationen IV und V. Wer die Einpresstiefe verkleinert, schiebt das Rad nach außen: mehr Spur, breitere Optik, aber auch mehr Hebel auf Radlager und Spurstangen und schneller ein Konflikt mit dem Radlauf. Bleibst du in der Nähe des Serienwerts, bist du technisch auf der sicheren Seite. Größere Abweichungen brauchen in der Regel eine Verbreiterung des Radhauses oder eine Einzelabnahme.
Reifendurchmesser
Serienbereifung sind 245/70 R16 bei der IV und 265/65 R18 bei der V. Beide liegen bei rund 800 mm Abrollumfang. Weicht dein Wunschreifen davon deutlich ab, verschiebt sich die Tachoanzeige, und bei Fahrzeugen mit Fahrassistenzsystemen können auch deren Kennlinien nicht mehr passen. Als Faustregel gilt eine Abweichung von höchstens zwei Prozent, wenn du keine Anpassung vornehmen lassen willst.
Eintragung: der ehrliche Teil
Ob eine Rad-Reifen-Kombination eintragungsfrei ist, hängt am Gutachten der konkreten Felge und an deiner Fahrzeugvariante, nicht am Fahrzeugmodell allgemein. Räder mit einer EG-Typgenehmigung nach ECE-R 124 dürfen im Rahmen ihrer Verwendungsliste ohne Eintragung gefahren werden, sofern dein Fahrzeug dort aufgeführt ist. Räder mit Teilegutachten nach § 19 Abs. 3 StVZO brauchen eine Abnahme durch eine amtlich anerkannte Prüfstelle und anschließend den Eintrag in die Papiere.
Prüf vor dem Kauf die Verwendungsliste des Gutachtens auf deine HSN und TSN. Steht dein Fahrzeug nicht drin, hilft auch ein passender Lochkreis nichts. Wie du die Nummern findest, steht im Ratgeber zu HSN und TSN.
Hinweis: Dieser Ratgeber ist eine allgemeine technische Einordnung und ersetzt keine Prüfung deines konkreten Fahrzeugs. Ob eine Kombination zulässig ist, entscheidet das Gutachten der Felge zusammen mit deiner Fahrzeugvariante.
Der Rechtsstand dieser Angaben ist August 2026. Änderungen an Bauvorschriften sind möglich, und die Bewertung deines konkreten Fahrzeugs trifft die Prüfstelle, nicht dieser Text.
Stahl oder Aluminium beim Pickup
Beim L200 ist die Frage nicht nur Geschmack. Stahlräder verzeihen mehr: Ein Schlagloch oder ein Bordstein verbeult sie, während ein Aluminiumrad in derselben Situation reißen kann. Verbeultes Stahl lässt sich in Grenzen richten, gerissenes Aluminium nicht. Wer den Pickup wirklich im Gelände oder auf der Baustelle bewegt, fährt mit Stahl entspannter.
Dafür wiegt Stahl mehr, und das ungefederte Gewicht wirkt sich auf Federung und Verbrauch aus. Aluminium leitet außerdem Wärme besser ab, was bei langen Bergabfahrten mit Anhänger den Bremsen hilft. Für den überwiegenden Straßenbetrieb mit gelegentlichem Feldweg ist Aluminium die bessere Wahl, für den harten Einsatz Stahl.
Ein dritter Weg ist das geschmiedete oder flowgeformte Aluminiumrad: leichter als Guss bei gleicher Festigkeit, dafür teurer. Wie sich die Fertigungsarten unterscheiden, steht im Ratgeber zu Flow Forming und Guss.
Winterräder für den L200
Ein Pickup ist hinten leicht, solange die Ladefläche leer ist. Das merkt man im Winter deutlicher als in jedem SUV: Die Hinterachse bricht früher aus, weil ihr schlicht das Gewicht fehlt. Zwei Dinge helfen dagegen mehr als jede Felgenwahl.
Erstens eine schmalere Winterbereifung. Wo im Sommer 265er laufen, sind im Winter 245er oder 235er die bessere Wahl, weil sie den Schnee besser durchschneiden statt aufzuschwimmen. Der 16-Zoll-Serienrad der Generation IV ist dafür ein guter Ausgangspunkt, auch wenn im Sommer 18 Zoll montiert sind. Prüf nur, ob die kleinere Größe an der Bremsanlage vorbeigeht.
Zweitens Gewicht auf der Hinterachse. Sandsäcke über der Achse sind unelegant, aber wirksam. Beides zusammen bringt mehr als ein teurerer Reifen auf einer zu breiten Felge.
Gebrauchtkauf: worauf Käufer schauen
Der L200 ist ein robustes Fahrzeug, aber es gibt Punkte, die man vor dem Kauf ansieht, und einige davon betreffen direkt die Räder.
- Rahmen und Achsaufhängung. Der Leiterrahmen rostet an den Aufnahmepunkten, besonders an der Hinterachse. Ein Blick von unten sagt mehr als die Historie.
- Radlager. Wurde das Fahrzeug mit stark abweichender Einpresstiefe gefahren, sind die Lager früher fällig. Ein Wackeln am aufgebockten Rad zeigt es.
- Vorhandene Umrüstung. Sind größere Räder montiert, lass dir den Eintrag oder das Gutachten zeigen. Ohne Papiere ist die Kombination beim nächsten Termin ein Problem, und der Aufwand landet bei dir.
- Ungleichmäßiger Reifenverschleiß. Sägezahn oder einseitige Abnutzung deuten auf Fahrwerksgeometrie hin, nicht auf die Reifen.
Welche Räder passen aus unserem Sortiment
Für den Lochkreis 6x139,7 führen wir Offroad-Räder in den Größen, die zum L200 passen. Die Auswahl findest du gebündelt unter Felgen 6x139,7, die geländetauglichen Modelle in der Offroad-Kollektion.
Zwei Hinweise dazu, damit die Bestellung passt. Erstens: Prüf die Nabenbohrung des Rads und bestell den passenden Zentrierring gleich mit, 67,1 mm ist beim L200 selten die Serienbohrung des Zubehörrads. Zweitens: Achte auf die angegebene Radlast. Bei einem Pickup ist das kein Detail.
Alle Felgen im Lochkreis 6x139,7 ansehen
Wenn du unsicher bist, welche Größe zu deiner Generation passt, nutz den Fahrzeug-Konfigurator im Kopf der Seite. Er filtert das Sortiment auf die Kombinationen, die für dein Modell hinterlegt sind.
FAQ: die häufigsten Fragen zum L200
Welchen Lochkreis hat der Mitsubishi L200?
6x139,7 mit einer Nabenbohrung von 67,1 mm, über alle Generationen ab der III. Die Radbolzen sind M12 x 1,5.
Passen Hilux-Felgen auf den L200?
Der Lochkreis stimmt überein, beide fahren 6x139,7. Die Nabenbohrung unterscheidet sich aber: Der Hilux hat 106,1 mm, der L200 67,1 mm. Ein Hilux-Rad passt also nur mit einem Zentrierring, und die Traglast muss ebenfalls stimmen.
Welche Felgengröße ist beim L200 Serie?
Bei der Generation IV sind es 7Jx16 ET38 oder 6JJx16 ET46, bei der Generation V 7,5Jx18 oder 8Jx18, jeweils ET38.
Muss ich größere Felgen eintragen lassen?
Das hängt am Gutachten der Felge, nicht an der Größe allein. Räder mit EG-Typgenehmigung sind im Rahmen ihrer Verwendungsliste eintragungsfrei, Räder mit Teilegutachten brauchen die Abnahme durch eine anerkannte Prüfstelle. Prüf vorher, ob deine HSN und TSN in der Liste stehen.