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Magazin

Nissan Patrol Y61: Felgen, Lochkreis und was den Kult ausmacht

Die kurze Antwort zuerst: Der Nissan Patrol Y61 fährt auf dem Lochkreis 6x139,7 mit einer Nabenbohrung von 110,1 mm. Die Radbolzen sind M12 x 1,25, das Anzugsmoment liegt bei 118 bis 147 Nm. Ab Werk sind 6JJx16 mit ET35 und der Bereifung 235/80 R16 montiert. Die große Nabenbohrung ist der Punkt, an dem die meisten Zubehörräder scheitern, nicht der Lochkreis.

Der Y61 ist einer der wenigen Geländewagen, die ihren Ruf nicht aus dem Prospekt haben. Dieser Guide sortiert die Baureihe, nennt die Radwerte aus unserer Fahrzeugdatenbank und sagt, worauf beim Umrüsten und beim Gebrauchtkauf zu achten ist.


Was den Y61 ausmacht

Der Patrol Y61 lief ab 1997 und blieb in Teilen der Welt bis weit in die 2010er Jahre im Programm, während er in Europa deutlich früher auslief. Er ist der letzte Patrol mit Leiterrahmen und Starrachsen vorn und hinten, und genau das erklärt seinen Ruf: Verschränkung im Gelände, einfache Technik, reparierbar mit überschaubarem Werkzeug.

Für den europäischen Markt sind vor allem die Motorisierungen mit 2,8 und 3,0 Litern Hubraum relevant, dazu die späteren Facelifts. Wichtig für die Radfrage: Die Karosserievarianten unterscheiden sich in Radstand und Gewicht, die Radwerte bleiben aber über die Baureihe hinweg gleich.

Die Radwerte

Wert Angabe
Lochkreis 6x139,7
Nabenbohrung 110,1 mm
Radbolzen M12 x 1,25
Anzugsmoment 118 bis 147 Nm
Serienrad 6JJx16 ET35
Serienreifen 235/80 R16

Zwei Werte verdienen einen zweiten Blick.

Die Nabenbohrung von 110,1 mm

Das ist eine der größten Nabenbohrungen im Lochkreis 6x139,7. Zum Vergleich: Der Mitsubishi L200 hat 67,1 mm, der Toyota Land Cruiser 106,1 mm. Für dich heißt das etwas Ungewöhnliches: Ein Rad, das für den Patrol gefertigt wurde, passt oft auf andere Fahrzeuge dieses Lochkreises, umgekehrt aber nicht. Ein Rad mit 67,1er Bohrung geht schlicht nicht über die Patrol-Nabe.

Achte deshalb beim Kauf zuerst auf die Nabenbohrung des Rads. Ist sie 110,1 mm oder größer, brauchst du gegebenenfalls einen Zentrierring. Ist sie kleiner, ist das Rad für den Y61 unbrauchbar, egal wie gut der Preis ist.

Das Gewinde M12 x 1,25

Der Patrol nutzt eine feinere Steigung als viele andere Fahrzeuge dieses Lochkreises, die mit M12 x 1,5 arbeiten. Radmuttern und Radbolzen sind deshalb nicht austauschbar. Wer gebrauchte Räder mit Muttern kauft, prüft das vor der Montage. Ein Mutterngewinde mit falscher Steigung greift die ersten Gänge und reißt dann.

Y60 oder Y61: der Unterschied, der beim Radkauf zählt

Wer gebraucht sucht, stolpert über beide Kürzel. Der Y60 lief von 1987 bis 1997 und ist der rundere Vorgänger mit Schraubenfedern rundum. Der Y61 folgte 1997 mit kantigerer Karosserie und überarbeiteter Technik. Optisch sind sie leicht zu unterscheiden, technisch teilen sie das Grundkonzept aus Leiterrahmen und Starrachsen.

Für die Radfrage ist wichtig: Beide nutzen 6x139,7, aber verlass dich beim konkreten Fahrzeug nicht auf die Baureihe allein. Nabenbohrung und Bolzengewinde können je nach Markt und Baujahr abweichen, gerade bei Importfahrzeugen aus Australien oder dem Nahen Osten, von denen einige in Deutschland unterwegs sind. Miss im Zweifel nach, statt nach Modellbezeichnung zu bestellen.

Ein einfacher Weg: Nimm ein montiertes Rad ab und miss den Durchmesser der Nabe mit einem Messschieber. Der Wert plus wenige Zehntel ist die Bohrung, die dein neues Rad mindestens haben muss.

Spurverbreiterung am Patrol

Spurverbreiterungen sind am Y61 verbreitet, weil sie die Spur verändern, ohne dass man die Einpresstiefe des Rads antasten muss. Technisch verschieben sie dasselbe wie eine kleinere ET: Das Rad wandert nach außen, der Hebelarm auf Radlager und Achsschenkel wächst.

Was dabei oft übersehen wird: Auch eine Spurverbreiterung ist ein Bauteil mit eigenem Gutachten und eigener Eintragungspflicht. Sie muss zum Fahrzeug passen, zum Lochkreis, zur Nabenbohrung und zum Bolzengewinde, und beim Patrol heißt das M12 x 1,25. Systeme mit eigenen Bolzen brauchen zusätzlich ausreichend Einschraubtiefe.

Sinnvoll ist die Verbreiterung, wenn du breitere Reifen fahren willst, ohne dass sie innen an der Achse schleifen. Unsinnig ist sie als reine Optikmaßnahme, weil sie Verschleiß erzeugt, den man erst Jahre später bezahlt. Was bei der Auswahl zu beachten ist, steht im Ratgeber zu Spurverbreiterungen, das Sortiment liegt unter Spurverbreiterung.

Umrüsten: was der Y61 verträgt

Der Patrol ist für größere Räder gebaut, sein Radhaus lässt mehr zu als bei den meisten SUV. Trotzdem gelten drei Grenzen.

Traglast. Der Y61 ist schwer, mit Anbauteilen und Beladung schnell über zweieinhalb Tonnen. Die anteilige Achslast findest du im Fahrzeugschein in den Feldern 7.1 und 7.2, geteilt durch zwei ergibt sie die Mindesttraglast je Rad. Viele optisch passende Räder aus dem SUV-Segment liegen darunter.

Einpresstiefe. ET35 ist Serie. Wer deutlich darunter geht, holt das Rad nach außen und braucht in aller Regel eine Verbreiterung oder eine Einzelabnahme. Der Hebel auf die Radlager steigt spürbar, und beim Y61 sind die Vorderradlager ohnehin ein Verschleißthema.

Reifendurchmesser. 235/80 R16 liegt bei rund 780 mm. Größere Reifen sind beliebt und meist möglich, verändern aber Tachoanzeige und Übersetzung. Bei einem Fahrzeug mit reichlich Drehmoment fällt Letzteres weniger ins Gewicht als bei einem kleinen Motor, spürbar bleibt es trotzdem.

Warum Stahl beim Y61 oft die bessere Wahl ist

Der Y61 wird selten als Stadtfahrzeug bewegt. Wer ihn kauft, hat meist etwas mit ihm vor: Anhänger, Feldweg, Reise. In diesem Einsatz spielt Stahl seine Stärken aus. Eine Beule im Stahlrad lässt sich in Grenzen richten, ein gerissenes Aluminiumrad ist Schrott. Auf einer längeren Tour abseits befestigter Straßen ist das kein akademischer Unterschied.

Aluminium punktet bei geringerem ungefederten Gewicht und besserer Wärmeabfuhr an der Bremse. Für den überwiegenden Straßenbetrieb ist das die angenehmere Wahl. Der Kompromiss heißt flowgeformtes Aluminium, das bei gleicher Festigkeit leichter baut. Wie sich die Fertigungsarten unterscheiden, steht im Ratgeber zu Flow Forming und Guss.

Anhängerbetrieb: was das für die Räder heißt

Der Y61 wird oft mit Anhänger gefahren, und das verändert die Rechnung. Die Stützlast der Deichsel wirkt zusätzlich auf die Hinterachse, und zwar dauerhaft, nicht nur beim Beschleunigen. Wer die zulässige Achslast bisher knapp eingehalten hat, überschreitet sie mit Anhänger schneller als gedacht.

Für die Radwahl heißt das: Rechne die Mindesttraglast nicht mit dem Leergewicht, sondern mit der zulässigen Achslast aus dem Fahrzeugschein. Das ist der Wert, den die Prüfstelle ansetzt, und er ist der einzige, der im Zweifel zählt.

Zweiter Punkt: Bei langen Bergabfahrten mit Anhänger arbeitet die Bremse dauerhaft. Hier zahlt sich ein Rad mit offener Speichenstruktur aus, weil es die Wärme besser abführt als ein geschlossenes Design. Der Unterschied ist nicht dramatisch, aber messbar, und bei einem schweren Gespann willkommen.

Eintragung

Ob eine Kombination eintragungsfrei ist, entscheidet das Gutachten der Felge zusammen mit deiner Fahrzeugvariante. Räder mit EG-Typgenehmigung nach ECE-R 124 sind im Rahmen ihrer Verwendungsliste ohne Eintragung zulässig, wenn dein Fahrzeug dort aufgeführt ist. Räder mit Teilegutachten nach § 19 Abs. 3 StVZO brauchen die Abnahme durch eine amtlich anerkannte Prüfstelle.

Beim Y61 kommt eine Besonderheit dazu: Viele Fahrzeuge sind bereits umgebaut, oft über Jahre gewachsen. Prüf vor dem Kauf, ob die vorhandene Kombination eingetragen ist. Ein nicht eingetragener Umbau wird beim nächsten Termin zu deinem Problem, nicht zu dem des Verkäufers. Welche Nummern du für die Prüfung der Verwendungsliste brauchst, steht im Ratgeber zu HSN und TSN.

Hinweis: Dieser Ratgeber ordnet die Technik allgemein ein und ersetzt keine Prüfung deines Fahrzeugs. Rechtsstand August 2026. Über die Zulässigkeit einer konkreten Kombination entscheidet die Prüfstelle.

Gebrauchtkauf: die Punkte, die zählen

Der Y61 gilt als haltbar, aber die europäischen Fahrzeuge sind inzwischen alt. Vier Stellen sagen mehr als das Scheckheft.

  • Rahmen. Der Leiterrahmen rostet, besonders im Bereich der hinteren Federaufnahmen und der Querträger. Von unten schauen, nicht auf den Lack.
  • Achsen und Lager. Wurde das Fahrzeug lange mit stark abweichender Einpresstiefe oder Spurverbreiterung gefahren, sind Radlager und Achsschenkel früher fällig. Ein Wackeln am aufgebockten Rad zeigt es.
  • Kühlung. Bei den Dieselmotoren ist die Kühlleistung ein bekanntes Thema, gerade wenn schwere Räder und größere Reifen die Last erhöhen.
  • Vorhandene Umbauten. Höherlegung, Reifen, Verbreiterungen: alles, was verändert wurde, gehört in die Papiere. Fehlt der Eintrag, kalkulier den Aufwand ein.

Passende Räder aus unserem Sortiment

Für den Lochkreis 6x139,7 führen wir Offroad-Räder in den Größen, die zum Patrol passen. Achte bei der Auswahl auf die Nabenbohrung von 110,1 mm und auf die angegebene Radlast. Beides ist beim Y61 wichtiger als bei einem leichten SUV.

Alle Felgen im Lochkreis 6x139,7 ansehen

Die geländetauglichen Modelle findest du gebündelt in der Offroad-Kollektion. Passende Zentrierringe gibt es im Zentrierring-Sortiment, und welchen du brauchst, ergibt sich aus der Bohrung des gewählten Rads.

FAQ: die häufigsten Fragen zum Patrol Y61

Welchen Lochkreis hat der Nissan Patrol Y61?

6x139,7 mit einer Nabenbohrung von 110,1 mm. Die Radbolzen haben das Gewinde M12 x 1,25.

Passen Land-Cruiser-Felgen auf den Patrol?

Der Lochkreis stimmt bei vielen Land-Cruiser-Baureihen überein, die Nabenbohrung nicht: Der Land Cruiser hat 106,1 mm, der Patrol 110,1 mm. Ein Land-Cruiser-Rad geht damit nicht über die Patrol-Nabe. Umgekehrt passt ein Patrol-Rad mit Zentrierring.

Welche Reifengröße ist beim Y61 Serie?

235/80 R16 auf 6JJx16 mit ET35.

Sind Radmuttern vom Land Cruiser am Patrol verwendbar?

Nein. Der Patrol nutzt M12 x 1,25, viele andere Fahrzeuge dieses Lochkreises M12 x 1,5. Die Steigung unterscheidet sich, die Muttern sind nicht austauschbar.

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