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Reifengröße & Reifenbezeichnung lesen: alle Zahlen erklärt

Artur Hoffmann |

Auf der Reifenflanke steht eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben wie 225/45 R17 91V – und in dieser Reifenbezeichnung steckt alles Wichtige: Breite, Höhe, Durchmesser, Tragfähigkeit und zulässige Geschwindigkeit. Wer sie lesen kann, findet schneller die passenden Reifen und Felgen und vermeidet teure Fehlkäufe. In diesem Ratgeber entschlüsseln wir jede einzelne Angabe – ausführlich und mit Praxisbezug.

1. Die Reifenbezeichnung auf einen Blick

Nehmen wir das Beispiel 225/45 R17 91V. Jede Angabe hat eine feste Bedeutung:

Angabe Bedeutung
225 Reifenbreite in Millimetern
45 Querschnittsverhältnis (Höhe = 45 % der Breite)
R Bauart: Radialreifen
17 Felgendurchmesser in Zoll
91 Lastindex (Tragfähigkeit)
V Geschwindigkeitsindex

2. Warum die richtige Reifengröße wichtig ist

Die Reifengröße ist mehr als eine technische Angabe – sie beeinflusst Sicherheit, Fahrverhalten und Zulässigkeit. Eine falsche Größe kann dazu führen, dass der Reifen im Radhaus schleift, der Tacho falsch anzeigt oder die Tragfähigkeit nicht ausreicht. Im schlimmsten Fall erlischt die Betriebserlaubnis, und der Versicherungsschutz ist gefährdet. Deshalb gilt: Nur Größen fahren, die für dein Fahrzeug freigegeben sind – entweder laut Fahrzeugschein oder laut ABE der Felge. Wer die Bezeichnung lesen kann, erkennt sofort, ob ein Reifen passt, und vermeidet Fehlkäufe.

3. Reifenbreite (225)

Die erste Zahl gibt die Nennbreite des Reifens in Millimetern an – gemessen von Flanke zu Flanke. In unserem Beispiel sind das 225 mm. Breitere Reifen bieten tendenziell mehr Grip auf trockener Fahrbahn, verbrauchen aber etwas mehr und können bei Nässe früher aufschwimmen. Die Breite muss zur Felgenbreite passen – wie das zusammenhängt, erklärt der Ratgeber Felgenbreite und Reifenbreite.

4. Querschnittsverhältnis (45)

Die zweite Zahl ist das Querschnittsverhältnis (auch Höhen-Breiten-Verhältnis) in Prozent. Eine 45 bedeutet: Die Höhe der Reifenflanke beträgt 45 % der Breite – also 45 % von 225 mm, rund 101 mm. Je niedriger die Zahl, desto flacher der Reifen. Niedrigquerschnittsreifen sehen sportlich aus und verbessern die Lenkpräzision, bieten aber weniger Komfort und sind empfindlicher gegenüber Schlaglöchern.

5. Bauart (R)

Der Buchstabe steht für die Bauweise. R bedeutet Radialreifen – die heute übliche Bauart, bei der die Karkassenlagen radial (quer zur Laufrichtung) verlaufen. Selten findet man noch D (Diagonalreifen), etwa bei Oldtimern oder speziellen Anhängern. Ein ZR weist auf besonders hohe Geschwindigkeitsfreigaben hin.

6. Felgendurchmesser (17)

Die Zahl nach dem Bauart-Buchstaben ist der Felgendurchmesser in Zoll – hier 17 Zoll. Reifen und Felge müssen im Zolldurchmesser exakt zusammenpassen: Ein 17-Zoll-Reifen gehört auf eine 17-Zoll-Felge. Wenn du auf eine größere Felge umrüstest, brauchst du entsprechend einen Reifen mit kleinerem Querschnitt, damit der Abrollumfang gleich bleibt.

Zoll in Zentimeter umrechnen

Ein Zoll entspricht genau 2,54 cm. Zum Umrechnen multiplizierst du die Zollzahl mit 2,54:

  • 16 Zoll = 40,6 cm
  • 17 Zoll = 43,2 cm
  • 18 Zoll = 45,7 cm
  • 19 Zoll = 48,3 cm
  • 20 Zoll = 50,8 cm

Wichtig: Diese Werte beziehen sich auf den Felgendurchmesser, nicht auf den Gesamtdurchmesser des Rades – letzterer ist wegen des Reifens deutlich größer.

7. Lastindex (91)

Der Lastindex (auch Tragfähigkeitskennzahl) gibt an, wie viel Gewicht ein einzelner Reifen tragen darf. Die 91 steht für 615 kg pro Reifen. Der Wert darf den in den Fahrzeugpapieren geforderten Lastindex nicht unterschreiten. Eine vollständige Umrechnungstabelle und Details findest du im Ratgeber Lastindex bei Reifen.

8. Geschwindigkeitsindex (V)

Der letzte Buchstabe ist der Geschwindigkeitsindex – die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit des Reifens. Die gängigsten Werte:

Index Höchstgeschwindigkeit
T 190 km/h
H 210 km/h
V 240 km/h
W 270 km/h
Y 300 km/h

Der Geschwindigkeitsindex des Reifens darf den in den Papieren geforderten Wert nicht unterschreiten. Eine Ausnahme sind Winterreifen: Hier ist ein niedrigerer Index zulässig, wenn ein entsprechender Hinweis im Sichtfeld angebracht ist.

9. Zusatzkennungen auf dem Reifen

Neben der Grundgröße tragen viele Reifen weitere Kennzeichen:

  • M+S: Matsch und Schnee – allein reicht diese Kennung seit Oktober 2024 nicht mehr als Winterreifen aus.
  • Alpine-Symbol (3PMSF): Schneeflocke im Berg – das echte Winterreifen-Kennzeichen. Details im Ratgeber AT-Reifen im Winter.
  • XL / Reinforced: verstärkte Ausführung mit höherem Lastindex.
  • C: Commercial – Transporter-Reifen, oft mit doppeltem Lastindex.
  • RunFlat (RF, RSC, ROF u. a.): Notlaufreifen, die nach Druckverlust begrenzt weitergefahren werden können.
  • DOT-Nummer: Herstellungsdatum (Woche/Jahr) – wichtig für das Reifenalter (siehe Profiltiefe & Reifenalter).

Das EU-Reifenlabel

Unabhängig von der Größenbezeichnung trägt jeder Neureifen ein EU-Reifenlabel. Es bewertet drei Eigenschaften und hilft beim Vergleich:

  • Kraftstoffeffizienz: Rollwiderstand und damit Einfluss auf den Verbrauch (Skala A bis E).
  • Nasshaftung: Bremsverhalten auf nasser Fahrbahn (A bis E) – ein sicherheitsrelevanter Wert.
  • Externes Rollgeräusch: Vorbeifahrgeräusch in Dezibel.

Das Label ersetzt nicht die passende Größe, ist aber ein nützliches Kriterium, wenn du zwischen mehreren passenden Reifen wählst.

10. Wo finde ich meine Reifengröße?

Es gibt drei sichere Quellen:

  • Auf der Reifenflanke deiner aktuellen Reifen.
  • Im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I), Feld 15 – dort stehen die ab Werk zulässigen Größen. Mehr dazu im Ratgeber Fahrzeugschein erklärt.
  • Im Türholm oder Tankdeckel, teils zusammen mit dem empfohlenen Reifendruck.

11. Darf ich eine andere Reifengröße fahren?

Grundsätzlich ja – aber nur, wenn die Größe für dein Fahrzeug freigegeben ist. Zulässig sind die im Fahrzeugschein genannten Größen sowie weitere Kombinationen, die die ABE oder das Teilegutachten der Felge freigibt. Wichtig ist, dass der Abrollumfang möglichst gleich bleibt, damit Tacho und Fahrzeugelektronik korrekt arbeiten. Änderst du die Breite, passt du in der Regel den Querschnitt an, um den Gesamtdurchmesser zu halten.

Plus-Sizing: größere Felge, flacherer Reifen

Wer auf eine größere Felge umrüstet („Plus-Sizing“), gleicht den größeren Zolldurchmesser durch einen niedrigeren Reifenquerschnitt aus. Ein Beispiel: Statt 205/55 R16 fährst du 225/45 R17. Die Felge wird 1 Zoll größer, der Reifen breiter und flacher – der Gesamtdurchmesser bleibt aber nahezu gleich. Das erhält die korrekte Tacho-Anzeige und die Freigängigkeit im Radhaus. Optisch füllt das größere Rad das Radhaus besser aus, der flachere Reifen wirkt sportlicher – auf Kosten von etwas Komfort. Entscheidend bleibt: Die konkrete Kombination muss für dein Fahrzeug freigegeben sein.

Millimeter-Angaben und Abrollumfang

Kleine Abweichungen im Abrollumfang von wenigen Prozent sind meist unkritisch und oft von der Freigabe abgedeckt. Größere Abweichungen führen dagegen zu falscher Geschwindigkeitsanzeige und können Assistenzsysteme beeinträchtigen. Im Zweifel bleibst du bei den im Schein oder Gutachten genannten Kombinationen – dann stimmen Abrollumfang und Freigabe automatisch.

12. Reifengröße und Felge im zrshop

Wenn du deine Reifengröße kennst, findest du im zrshop schnell passende Reifen und fertig montierte Kompletträder. Achte darauf, dass Größe, Lastindex und Geschwindigkeitsindex zu deinem Fahrzeug und zur Felge passen – und bei Ganzjahresnutzung auf das Alpine-Symbol.

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FAQ: Häufige Fragen zur Reifengröße

Was bedeutet 225/45 R17 91V?

225 ist die Reifenbreite in mm, 45 das Querschnittsverhältnis (Höhe = 45 % der Breite), R die Radialbauweise, 17 der Felgendurchmesser in Zoll, 91 der Lastindex (615 kg) und V der Geschwindigkeitsindex (240 km/h).

Wo finde ich meine Reifengröße?

Auf der Flanke deiner aktuellen Reifen, im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld 15) und häufig im Türholm oder Tankdeckel. Der Fahrzeugschein nennt die ab Werk zulässigen Größen.

Was bedeutet das Querschnittsverhältnis?

Es gibt die Höhe der Reifenflanke als Prozentsatz der Breite an. Bei 225/45 ist die Flanke 45 % von 225 mm hoch, also rund 101 mm. Je kleiner die Zahl, desto flacher und sportlicher der Reifen.

Kann ich eine andere Reifengröße als im Schein fahren?

Ja, wenn die Größe für dein Fahrzeug freigegeben ist – entweder im Fahrzeugschein oder über die ABE beziehungsweise das Gutachten der Felge. Der Abrollumfang sollte möglichst gleich bleiben.

Was bedeutet der Geschwindigkeitsindex?

Er gibt die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Reifens an: T = 190, H = 210, V = 240, W = 270, Y = 300 km/h. Der Index darf den in den Papieren geforderten Wert nicht unterschreiten.

Was bedeutet XL oder Reinforced auf dem Reifen?

XL (Extra Load) und Reinforced kennzeichnen eine verstärkte Ausführung mit höherem Lastindex bei gleicher Größe – sinnvoll für schwere Fahrzeuge wie SUV, Transporter und Wohnmobile.

Was bedeutet R in der Reifengröße?

Das R steht für Radialbauweise – die heute übliche Bauart. Selten steht dort ein D für Diagonalreifen (z. B. bei Oldtimern) oder ZR als Hinweis auf besonders hohe Geschwindigkeitsfreigaben.

Kann ich breitere Reifen fahren?

Nur, wenn die breitere Kombination für dein Fahrzeug freigegeben ist – über den Fahrzeugschein oder die ABE der Felge. Breitere Reifen brauchen oft eine größere Felge und einen niedrigeren Querschnitt, damit der Abrollumfang stimmt und nichts schleift.

Muss die Reifengröße vorne und hinten gleich sein?

Bei den meisten Fahrzeugen ja. Manche sportliche Fahrzeuge fahren jedoch ab Werk eine gestaffelte Bereifung mit breiteren Reifen an der Hinterachse. Maßgeblich ist immer die Freigabe für dein Fahrzeug.


Quellen

  • Genormte Reifenkennzeichnung (ETRTO) – Breite, Querschnitt, Bauart, Last- und Geschwindigkeitsindex
  • Kennzeichnung von Winterreifen – Alpine-Symbol (3PMSF), M+S
  • Zulassungsbescheinigung Teil I – Feld 15 (zulässige Bereifung)