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Nissan Terrano: Felgen, Lochkreis und was vom Klassiker übrig ist

Die kurze Antwort zuerst: Der Nissan Terrano II fährt auf dem Lochkreis 6x139,7 mit einer Nabenbohrung von 100,1 mm. Die Radbolzen haben das Gewinde M12 x 1,25. Ab Werk sind 6,5Jx15 mit ET50 oder 7Jx15 mit ET40 montiert, bereift mit 235/70 R15 oder 265/70 R15. Die hohe Einpresstiefe von ET50 ist der Wert, der beim Umrüsten am häufigsten für Überraschungen sorgt.

Der Terrano ist ein Geländewagen aus einer Zeit, in der diese Fahrzeuge noch für das Gelände gebaut wurden. Dieser Guide sortiert die Baureihen, nennt die Radwerte aus unserer Fahrzeugdatenbank und sagt, worauf du beim Umrüsten und beim Kauf achten musst.


Welchen Terrano meinst du?

Der Name Terrano steht für mehrere sehr unterschiedliche Fahrzeuge, und das führt regelmäßig zu Verwechslungen.

Baureihe Baujahre Kurz
Terrano I 1986 bis 1995 der ursprüngliche, in Europa selten
Terrano II 1995 bis 2002 die in Deutschland verbreitete Baureihe
Terrano III 2014 bis 2023 Dacia-Duster-Ableger, vor allem Indien und Russland

Wer in Deutschland einen Terrano fährt, hat fast immer den II. Er teilte seine Technik mit dem Ford Maverick der ersten Generation, gebaut wurden beide gemeinsam. Ein Detail, das beim Suchen nach Teilen hilft: Was für den Maverick passt, passt oft auch hier.

Die Radwerte des Terrano II

Wert Angabe
Lochkreis 6x139,7
Nabenbohrung 100,1 mm
Radbolzen M12 x 1,25
Serienräder 6,5Jx15 ET50, 7Jx15 ET40
Serienreifen 235/70 R15, 265/70 R15

ET50 ist der Knackpunkt

Eine Einpresstiefe von 50 mm ist für einen Geländewagen dieser Bauart ungewöhnlich hoch. Sie zieht das Rad weit nach innen. Viele Offroad-Räder werden mit deutlich kleineren Werten gefertigt, oft zwischen ET0 und ET30, weil die breitere Spur optisch gewünscht ist.

Montierst du ein Rad mit ET20 statt ET50, wandert das Rad 30 mm nach außen. Das ist kein Detail: Der Reifen kann am Radlauf streifen, der Hebelarm auf das Radlager wächst deutlich, und die Kombination braucht in aller Regel eine Einzelabnahme statt einer einfachen Eintragung.

Umgekehrt gilt: Bleibst du in der Nähe der Serienwerte, ist der Terrano unproblematisch. Prüf die Einpresstiefe deshalb zuerst, noch vor der Optik. Was die Einpresstiefe technisch bedeutet, steht ausführlich im Ratgeber zur Einpresstiefe.

Das feine Gewinde M12 x 1,25

Wie beim Patrol nutzt Nissan hier eine feinere Steigung als die meisten Hersteller mit diesem Lochkreis, die auf M12 x 1,5 setzen. Radmuttern sind damit nicht austauschbar. Wer gebrauchte Räder samt Muttern kauft, prüft das vor der Montage. Eine Mutter mit falscher Steigung lässt sich die ersten Umdrehungen aufschrauben und reißt dann das Gewinde.

Die Nabenbohrung von 100,1 mm

100,1 mm liegt zwischen den üblichen Werten dieses Lochkreises. Zum Vergleich: Toyota Land Cruiser 106,1 mm, Nissan Patrol 110,1 mm, Mitsubishi L200 67,1 mm. Ein Rad, das für Land Cruiser oder Patrol gefertigt wurde, hat also eine zu große Bohrung und braucht einen Zentrierring. Eines für den L200 passt gar nicht, weil die Bohrung zu klein ist.

Der Zentrierring ist dabei kein Behelf, sondern der Normalfall bei Zubehörrädern. Er muss nur exakt passen: außen der Felgenbohrung, innen dem Nabendurchmesser. Details dazu stehen im Ratgeber zu Zentrierringen, das Sortiment im Zentrierring-Bereich.

Umrüsten: was der Terrano verträgt

Traglast. Der Terrano II wiegt je nach Ausführung um die zwei Tonnen. Die zulässige Achslast steht im Fahrzeugschein in den Feldern 7.1 und 7.2, geteilt durch zwei ergibt sie die Mindesttraglast je Rad. Bei einem Fahrzeug dieses Alters lohnt sich der Blick besonders, weil viele Zubehörräder aus dem heutigen SUV-Segment für leichtere Fahrzeuge ausgelegt sind.

Zollgröße. Serie sind 15 Zoll. Der Sprung auf 16 oder 17 Zoll ist möglich und bei Umbauten verbreitet, verlangt aber Aufmerksamkeit beim Reifenquerschnitt: Der Außendurchmesser sollte im Rahmen bleiben, sonst verschiebt sich die Tachoanzeige. 235/70 R15 liegt bei rund 710 mm, das ist die Zielgröße.

Freigängigkeit. Der Terrano hat keine üppigen Radhäuser. Breitere Reifen bei gleichzeitig kleinerer Einpresstiefe stoßen schnell an. Wer beides gleichzeitig ändert, sollte vor dem Kauf messen statt hinterher zu improvisieren.

Warum der Terrano heute wieder interessant ist

Der Terrano II verschwand lange aus dem Blickfeld. Inzwischen wird er wieder gesucht, und die Gründe liegen in seiner Bauart: Leiterrahmen, zuschaltbarer Allradantrieb mit Untersetzung, überschaubare Elektronik. Wer ein Fahrzeug sucht, das man selbst reparieren kann, landet zwangsläufig bei dieser Generation.

Dazu kommt der Preis. Gegenüber einem Land Cruiser oder Patrol derselben Jahre ist der Terrano deutlich günstiger, obwohl er technisch in derselben Liga spielt. Das macht ihn zum Einstiegsfahrzeug für Leute, die Gelände fahren wollen, ohne ein Vermögen zu binden.

Für die Radfrage heißt das: Es lohnt sich, in ordentliche Räder zu investieren, auch wenn das Fahrzeug alt ist. Ein Satz guter Räder überlebt den Terrano unter Umständen und passt auf das nächste Fahrzeug mit diesem Lochkreis.

Stahl oder Aluminium beim Terrano

Beim Terrano fällt die Antwort leichter als bei jüngeren Fahrzeugen. Wer ihn kauft, will meist ins Gelände oder braucht ein günstiges, robustes Auto. In beiden Fällen ist Stahl die pragmatische Wahl: Eine Beule lässt sich richten, ein gerissenes Aluminiumrad nicht, und der Preisunterschied fällt bei einem Fahrzeug dieser Klasse ins Gewicht.

Aluminium hat trotzdem Argumente: weniger ungefedertes Gewicht, bessere Wärmeabfuhr an der Bremse, mehr Auswahl in größeren Zollgrößen. Wer den Terrano überwiegend auf Asphalt bewegt, fährt damit angenehmer. Wie sich die Fertigungsarten unterscheiden, steht im Ratgeber zu Flow Forming und Guss.

Komplettrad oder einzeln kaufen

Beim Terrano lohnt sich die Frage, weil 15 Zoll heute eine ungewöhnliche Größe ist. Reifen in 235/70 R15 gibt es, aber die Auswahl ist kleiner als bei 16 oder 17 Zoll, und gute Geländereifen in dieser Dimension sind rar.

Wer auf 16 Zoll wechselt, öffnet sich ein deutlich größeres Reifenangebot, muss dann aber Felge und Reifen aufeinander abstimmen und die Kombination gegebenenfalls eintragen lassen. Als fertig montiertes Komplettrad ist das der bequemere Weg, weil Auswuchten und Passung schon erledigt sind. Was dabei zu beachten ist, steht im Komplettrad-Guide.

Gebrauchtkauf: worauf zu achten ist

  • Rahmen und Schweller. Rost ist beim Terrano II das beherrschende Thema. Prüf die Rahmenlängsträger, die Aufnahmen der Hinterachse und die Bereiche unter den Trittbrettern. Was von außen lackiert aussieht, kann von unten durch sein.
  • Allradsystem. Der zuschaltbare Allrad wird oft jahrelang nicht benutzt und setzt sich dann fest. Auf der Probefahrt zuschalten und ein paar Meter fahren, am besten auf losem Untergrund.
  • Radlager. Bei Fahrzeugen mit veränderter Einpresstiefe sind sie früher fällig. Aufbocken und am Rad wackeln zeigt es.
  • Papiere zu Umbauten. Höherlegung, größere Räder, Verbreiterungen gehören eingetragen. Fehlt der Nachweis, wird es dein Aufwand.
  • Reifenalter. Selten bewegte Fahrzeuge haben oft altes Gummi mit viel Profil. Die DOT-Nummer auf der Flanke nennt Woche und Jahr.

Eintragung

Ob eine Rad-Reifen-Kombination eintragungsfrei ist, entscheidet das Gutachten der konkreten Felge zusammen mit deiner Fahrzeugvariante. Räder mit EG-Typgenehmigung nach ECE-R 124 sind im Rahmen ihrer Verwendungsliste zulässig, sofern dein Fahrzeug dort aufgeführt ist. Räder mit Teilegutachten nach § 19 Abs. 3 StVZO brauchen die Abnahme durch eine amtlich anerkannte Prüfstelle und anschließend den Eintrag.

Beim Terrano II kommt das Alter dazu: Für ein Fahrzeug, das seit über zwanzig Jahren nicht mehr gebaut wird, führen aktuelle Gutachten die Verwendungsliste nicht immer fort. Prüf vor dem Kauf, ob deine HSN und TSN darin stehen. Wo du die Nummern findest, steht im Ratgeber zu HSN und TSN.

Hinweis: Dieser Ratgeber ordnet die Technik allgemein ein und ersetzt keine Prüfung deines Fahrzeugs. Rechtsstand August 2026. Über die Zulässigkeit einer konkreten Kombination entscheidet die Prüfstelle anhand des Gutachtens.

Passende Räder aus unserem Sortiment

Der Lochkreis 6x139,7 ist unser Kernbereich im Offroad-Segment. Achte bei der Auswahl auf zwei Werte: die Nabenbohrung, für die du in aller Regel einen Zentrierring auf 100,1 mm brauchst, und die Einpresstiefe, die nicht zu weit unter den Serienwerten liegen sollte.

Alle Felgen im Lochkreis 6x139,7 ansehen

Die geländetauglichen Modelle findest du gebündelt in der Offroad-Kollektion. Wenn du unsicher bist, welche Größe passt, filtert der Fahrzeug-Konfigurator im Seitenkopf das Sortiment auf die Kombinationen, die für dein Modell hinterlegt sind.

FAQ: die häufigsten Fragen zum Terrano

Welchen Lochkreis hat der Nissan Terrano II?

6x139,7 mit einer Nabenbohrung von 100,1 mm. Die Radbolzen haben das Gewinde M12 x 1,25.

Passen Patrol- oder Land-Cruiser-Felgen auf den Terrano?

Der Lochkreis stimmt überein, die Nabenbohrung nicht: Patrol 110,1 mm, Land Cruiser 106,1 mm, Terrano 100,1 mm. Beide Räder haben also eine zu große Bohrung und brauchen einen Zentrierring. Die Traglast muss zusätzlich passen.

Welche Einpresstiefe ist beim Terrano Serie?

ET50 beim 6,5Jx15 und ET40 beim 7Jx15. Das sind für einen Geländewagen hohe Werte, weshalb viele Zubehörräder das Rad deutlich weiter nach außen setzen als vorgesehen.

Sind Ford-Maverick-Teile am Terrano verwendbar?

Terrano II und Maverick der ersten Generation wurden gemeinsam entwickelt und gebaut und teilen viele Komponenten. Für Räder gilt das ebenfalls, prüf aber im Einzelfall die konkreten Werte, statt dich auf die Verwandtschaft zu verlassen.

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