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HSN und TSN: Schlüsselnummern finden und richtig nutzen

Die kurze Antwort zuerst: Die HSN (Herstellerschlüsselnummer) steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld 2.1 und besteht aus vier Ziffern. Die TSN (Typschlüsselnummer) steht direkt daneben im Feld 2.2, ihre ersten drei Zeichen sind die eigentliche Schlüsselnummer. Im alten, grauen Fahrzeugschein findest du beide unter den Punkten „zu 2" und „zu 3". Zusammen identifizieren die beiden Nummern dein Fahrzeug eindeutig, und genau deshalb tauchen sie überall dort auf, wo es auf das exakte Modell ankommt: bei der Kfz-Versicherung, bei Ersatzteilen und in den Fahrzeuglisten von Felgen-Gutachten.

Hinweis: Dieser Ratgeber erklärt die Schlüsselnummern anhand der deutschen Zulassungsbescheinigung. Bei Importfahrzeugen oder Einzelgenehmigungen können die Einträge abweichen, dazu unten mehr. Verbindlich ist immer das, was in deinen eigenen Papieren steht.

1. Was HSN und TSN eigentlich sind

Hinter den beiden Kürzeln steckt ein System des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA). Die HSN ist eine vierstellige Zahl, die jedem Fahrzeughersteller fest zugeordnet ist. Die TSN beschreibt den konkreten Typ dieses Herstellers, also die Kombination aus Modell, Motorisierung und Aufbau. Erst das Paar aus beiden Nummern ist eindeutig: Die HSN allein sagt nur, wer das Fahrzeug gebaut hat, die TSN allein ist ohne den Hersteller nicht zu gebrauchen, weil verschiedene Hersteller dieselben Typschlüssel vergeben können.

Vergeben werden die Nummern im Rahmen der Typgenehmigung. Sobald ein Fahrzeugtyp für den deutschen Markt genehmigt wird, bekommt er seinen Schlüssel, und der wandert von da an in jede Zulassungsbescheinigung dieses Typs. Für dich heißt das: Zwei Fahrzeuge mit identischer HSN/TSN-Kombination sind aus Sicht der Zulassung derselbe Typ, auch wenn Farbe und Ausstattung unterschiedlich sind.

Nicht verwechseln solltest du die Schlüsselnummern mit der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) im Feld E. Die 17-stellige FIN identifiziert dein einzelnes Fahrzeug, so wie ein Fingerabdruck: Kein zweites Auto auf der Welt trägt dieselbe. HSN und TSN beschreiben dagegen den Typ, den es tausendfach gibt. Deshalb fragt die Versicherung nach den Schlüsselnummern (sie will den Typ einstufen), während Werkstatt und Hersteller bei Rückrufen oder Ersatzteilen mit Baustand-Bezug die FIN brauchen (sie wollen dein konkretes Fahrzeug). Für Felgen-Fahrzeuglisten reicht der Typ, also das Schlüsselpaar.

2. Wo du HSN und TSN findest

In der Zulassungsbescheinigung Teil I (dem „Fahrzeugschein", ausgegeben seit Oktober 2005) stehen beide Nummern oben im Dokument:

Dokument HSN TSN
Zulassungsbescheinigung Teil I Feld 2.1 (vier Ziffern) Feld 2.2 (erste drei Zeichen)
Alter Fahrzeugschein (vor Oktober 2005) Punkt „zu 2" Punkt „zu 3" (erste drei Ziffern)
Zulassungsbescheinigung Teil II Feld 2.1 Feld 2.2

Zwei Stolpersteine aus der Praxis: Im Feld 2.2 stehen oft mehr als drei Zeichen. Die eigentliche TSN sind die ersten drei, was danach kommt, sind zusätzliche Schlüssel für Variante und Version. Und im alten grauen Fahrzeugschein ist die Zeile „zu 3" länger als drei Ziffern, auch dort zählen nur die ersten drei Stellen. Wenn dich ein Formular nach „HSN/TSN" fragt, ist fast immer genau dieses Paar gemeint: vier Ziffern plus drei Zeichen.

Praktisch zu wissen: Die Zulassungsbescheinigung Teil I ist das Dokument, das beim Fahren mitzuführen ist, du hast die Schlüsselnummern also normalerweise im Fahrzeug dabei. Teil II (der frühere Fahrzeugbrief) gehört dagegen sicher nach Hause, denn er ist der Eigentumsnachweis. Für eine schnelle Abfrage unterwegs reicht ein Foto der relevanten Felder auf dem Handy, damit du den Schein nicht bei jedem Versicherungsvergleich aus dem Handschuhfach kramen musst.

Eine ausführliche Übersicht über alle Felder der Zulassungsbescheinigung, vom Leergewicht bis zur Leistung, findest du in unserem Ratgeber Fahrzeugschein erklärt.

3. So sind die Nummern aufgebaut

Die HSN ist rein numerisch und immer vierstellig. Einige bekannte Beispiele (Stand 2026, Zuordnung durch das KBA):

HSN (Beispiel) Hersteller
0005 BMW
0588 Audi
0603 Volkswagen
1313 Mercedes-Benz

Wichtig dabei: Große Hersteller haben im Laufe der Jahrzehnte teils mehrere HSN bekommen, etwa durch Werksstandorte, Umfirmierungen oder Konzernmarken. Es ist also völlig normal, wenn dein VW eine andere HSN trägt als der VW deines Nachbarn. Maßgeblich ist nie eine Liste aus dem Internet, sondern der Eintrag in deinen Papieren.

Die TSN ist seit der Umstellung auf die Zulassungsbescheinigung alphanumerisch, es können also Buchstaben und Ziffern vorkommen (zum Beispiel „ABC" oder „429"). Ändert sich ein Modell technisch relevant, etwa durch eine neue Motorvariante, bekommt die neue Variante in der Regel auch eine eigene TSN. Deshalb können zwei äußerlich identische Autos desselben Modelljahrs unterschiedliche Typschlüssel tragen.

So liest du das Ganze im Klartext, an einem als Beispiel gekennzeichneten Auszug: Steht im Feld 2.1 der Wert „0603" und im Feld 2.2 der Wert „BJX00151", dann lautet deine Antwort auf jede HSN/TSN-Abfrage „0603 / BJX". Die HSN sagt „Volkswagen", die drei Zeichen „BJX" benennen den Typ, und die fünf Zeichen dahinter beschreiben Variante und Version, die du für Versicherung und Gutachten normalerweise nicht brauchst. Wer beim Ablesen unsicher ist, vergleicht einfach die Feldnummern: Sie stehen klein gedruckt direkt neben den Werten, und zwar in jeder Zulassungsbescheinigung an derselben Stelle.

4. Wofür du HSN und TSN brauchst

Die Schlüsselnummern sind der schnellste Weg, ein Fahrzeug eindeutig zu benennen, ohne die 17-stellige Fahrgestellnummer abzutippen. Die drei häufigsten Anwendungsfälle:

Kfz-Versicherung: Beim Abschluss fragt jeder Versicherer nach HSN und TSN, denn daran hängen die Typklassen für Haftpflicht, Teil- und Vollkasko. Die Typklassen werden jährlich aus der Schadenbilanz des jeweiligen Fahrzeugtyps neu berechnet, und zugeordnet wird diese Bilanz genau über das Schlüsselpaar. Mit den Nummern ist dein Fahrzeug exakt bestimmt, Tippfehler bei Modellbezeichnungen spielen keine Rolle mehr, und zwei Motorvarianten desselben Modells können völlig unterschiedliche Beiträge kosten, weil sie eben unterschiedliche Typschlüssel und damit eigene Schadenstatistiken haben.

Ersatzteile und Zubehör: Wer Bremsen, Fahrwerk oder eben Räder kauft, muss wissen, für welches Fahrzeug genau. Viele Kataloge und Werkstattsysteme arbeiten intern mit den Schlüsselnummern, weil sie eindeutiger sind als jede Modellbezeichnung.

Felgen und Gutachten: Hier werden die Nummern für dich als Felgenkäufer richtig wichtig. Die Fahrzeuglisten in Teilegutachten und ABE-Unterlagen führen die freigegebenen Fahrzeuge häufig mit ihren Schlüsselnummern auf. Willst du wissen, ob eine Felge für dein Auto freigegeben ist, vergleichst du schlicht HSN und TSN aus deinem Schein mit der Liste im Gutachten. Stimmen beide überein, bist du in der Liste, stimmen sie nicht überein, hilft auch ein „das ist doch das gleiche Modell" nicht weiter, denn für die Prüfstelle zählt der Typschlüssel.

So eine Fahrzeugliste ist meist als Tabelle aufgebaut: eine Spalte für die HSN, eine für die TSN (oft mehrere TSN je Zeile, wenn viele Motorvarianten freigegeben sind), dazu Handelsbezeichnung, zulässige Reifengrößen und die Auflagen-Kürzel, deren Bedeutung am Ende des Gutachtens aufgeschlüsselt wird. Lies die Zeile zu deinem Schlüssel immer komplett: Es kommt vor, dass ein Typ zwar freigegeben ist, aber nur mit bestimmten Reifendimensionen oder mit Auflagen wie einer Änderungsabnahme. Die Schlüsselnummern bringen dich also zur richtigen Zeile, die Zeile selbst liefert dann die Bedingungen.

Felgen für dein Fahrzeug finden: zum Felgen-Konfigurator

5. Von der Schlüsselnummer zur passenden Felge

Bei zrshop wählst du dein Fahrzeug im Konfigurator nach Marke, Modell, Baujahr und Motorisierung aus. Genau diese Angaben liest du am sichersten aus dem Fahrzeugschein ab, und die Schlüsselnummern helfen dir, Verwechslungen auszuschließen: Wenn du dir bei Generation oder Motorvariante unsicher bist, verrät dir die TSN in Kombination mit den Leistungsangaben im Schein, welche Version du wirklich fährst.

Ein typisches Beispiel aus der Beratung: Ein Kompaktmodell wird über Jahre in zwei Generationen parallel angeboten, das Baujahr allein reicht zur Unterscheidung nicht. Wer dann im Konfigurator die falsche Generation wählt, bekommt Felgen mit unpassendem Lochkreis oder falscher Einpresstiefe angezeigt. Der Abgleich von TSN und Leistung (Feld P.2) mit den Angaben des Verkäufers oder der Modellhistorie schließt genau diese Verwechslung aus, bevor Geld fließt.

Hast du dein Fahrzeug bestimmt, entscheiden dann die technischen Daten über die Passform: der Lochkreis, die Einpresstiefe und die Radlast. Alle drei Werte hängen am Fahrzeugtyp, also letztlich wieder an dem, was HSN und TSN beschreiben. Und ob eine konkrete Felge eine Freigabe für deinen Typ hat, klärt der Blick ins Gutachten, dessen Nummernsystem wir im Ratgeber zur KBA-Nummer bei Felgen erklären.

Nicht verwechseln: Die KBA-Nummer auf einer Felge identifiziert das Bauteil, also die Felge selbst. HSN und TSN identifizieren das Fahrzeug. Beide Systeme stammen vom selben Amt, beschreiben aber völlig verschiedene Dinge, und erst zusammen ergeben sie die Antwort auf die Frage „passt diese Felge legal an mein Auto?".

6. Sonderfälle: Import, Oldtimer, geänderte Fahrzeuge

Nicht jedes Fahrzeug auf deutschen Straßen hat eine „sprechende" Schlüsselnummer. Bei Importfahrzeugen ohne deutsche Typgenehmigung, etwa US-Modellen, die per Einzelgenehmigung zugelassen wurden, können die Felder abweichend gefüllt sein. Dann greifen die Angaben aus der Einzelgenehmigung beziehungsweise der EG-Übereinstimmungsbescheinigung (CoC), und bei Felgen führt der Weg praktisch immer über eine Begutachtung der konkreten Kombination durch eine amtlich anerkannte Prüfstelle.

Bei älteren Fahrzeugen mit grauem Fahrzeugschein gilt das oben Gesagte: HSN unter „zu 2", TSN unter „zu 3". Die Nummern selbst bleiben über die Jahre gleich, ein Wechsel des Dokuments ändert am Schlüssel nichts. Und bei umgebauten Fahrzeugen, etwa nach Motorumbau mit Einzelabnahme, beschreibt der Typschlüssel weiterhin den ursprünglichen Typ; was tatsächlich verbaut und eingetragen ist, steht dann in den Bemerkungsfeldern der Zulassungsbescheinigung. Wie so eine Eintragung abläuft, zeigt unser Ratgeber Felgen eintragen lassen.

7. Schein nicht zur Hand? So kommst du trotzdem an die Nummern

Manchmal brauchst du die Schlüsselnummern genau dann, wenn die Zulassungsbescheinigung nicht griffbereit liegt. Diese Wege führen trotzdem zum Ziel:

Versicherungsunterlagen: In deiner Police oder der jährlichen Beitragsrechnung sind HSN und TSN fast immer mit abgedruckt, denn der Versicherer hat dein Fahrzeug genau darüber eingestuft. Auch im Kundenportal vieler Versicherer stehen die Nummern in den Vertragsdaten.

Kaufunterlagen und CoC: Beim Neuwagen liegt die EG-Übereinstimmungsbescheinigung (CoC) bei, die den genehmigten Typ vollständig beschreibt. Auch Kaufvertrag oder Fahrzeugbewertungen führen die Schlüsselnummern häufig auf.

Zulassungsstelle: Als Halter kannst du dort jederzeit die Daten deines Fahrzeugs einsehen beziehungsweise eine Ersatz-Zulassungsbescheinigung beantragen, wenn das Original verloren ist.

Wer eine HSN/TSN-Datenbank sucht, um Schlüsselnummern ohne eigene Papiere nachzuschlagen, hat zwei seriöse Anlaufstellen: Das Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlicht die offizielle Liste der Hersteller- und Typschlüsselnummern als abrufbares Verzeichnis, und viele Kfz-Versicherer bieten in ihren Tarifrechnern eine Fahrzeugsuche an, die Modellauswahl in Schlüsselnummern übersetzt. Beides eignet sich zum Nachschlagen und Gegenprüfen; für die verbindliche Antwort, welche Nummern DEIN Fahrzeug trägt, bleibt die eigene Zulassungsbescheinigung die einzige Quelle, denn gerade bei mehreren Motorvarianten desselben Modells rät eine Datenbanksuche schnell die falsche Zeile.

Von reinen Online-Abfragen über Kennzeichen oder Modellnamen raten wir für verbindliche Zwecke ab: Solche Datenbanken sind Angebote Dritter, deren Stand du nicht prüfen kannst. Für die Frage, ob eine Felge freigegeben ist, zählt am Ende ohnehin nur das Paar aus deinem eigenen Dokument.

FAQ zu HSN und TSN

Wo stehen HSN und TSN im Fahrzeugschein?

In der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld 2.1 (HSN, vier Ziffern) und Feld 2.2 (TSN, die ersten drei Zeichen). Im alten grauen Fahrzeugschein stehen sie unter „zu 2" und „zu 3".

Ist die TSN immer dreistellig?

Die eigentliche TSN besteht aus drei Zeichen. Im Feld 2.2 können danach weitere Zeichen folgen, die Variante und Version des Typs beschreiben. Wenn ein Formular nach der TSN fragt, sind die ersten drei Zeichen gemeint.

Was ist der Unterschied zwischen HSN/TSN und der KBA-Nummer einer Felge?

HSN und TSN identifizieren dein Fahrzeug, die KBA-Nummer identifiziert die Felge als Bauteil. Für die Frage, ob eine Felge an dein Auto darf, brauchst du beides: Das Gutachten der Felge listet die freigegebenen Fahrzeuge, oft genau über deren HSN/TSN.

Können zwei gleiche Modelle unterschiedliche Schlüsselnummern haben?

Ja. Unterschiedliche Motorisierungen, Aufbauten oder Modellpflegen desselben Modells bekommen eigene Typschlüssel, und große Hersteller besitzen teils mehrere HSN. Verbindlich ist immer der Eintrag in deinen eigenen Papieren.

Ändern sich HSN und TSN beim Halterwechsel?

Nein. Die Schlüsselnummern beschreiben den Fahrzeugtyp, nicht den Halter. Sie bleiben über Verkäufe, Ummeldungen und neue Dokumente hinweg gleich, solange das Fahrzeug technisch dem genehmigten Typ entspricht.

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