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Lochkreis Ford Fiesta: 4x108 und was das für die Felgenwahl bedeutet

Der Ford Fiesta wurde über Jahrzehnte gebaut und gehört zu den meistverkauften Kleinwagen Europas. Bei der Felgensuche stolpern viele Besitzer über eine Besonderheit: Der Lochkreis weicht von dem ab, was die meisten anderen Hersteller verwenden.

1. Der Lochkreis des Ford Fiesta

Der Ford Fiesta hat den Lochkreis 4x108: vier Radschrauben auf einem Kreis mit 108 Millimetern Durchmesser. Dieses Maß zieht sich durch alle Generationen, die wir in unserer Fahrzeugdatenbank führen, von den frühen Neunzigern bis zum aktuellen Modell.

Generation Baujahre Lochzahl Lochkreis
Fiesta (frühe Baureihe) 1989–1995 4 4x108
Fiesta 1995–2002 4 4x108
Fiesta 2001–2008 4 4x108
Fiesta und Fiesta Van 2008–2017 4 4x108
Fiesta, Active und Van seit 2017 4 4x108

Alle passenden Felgen haben wir unter Felgen mit Lochkreis 4x108 zusammengefasst.

Hinweis: 4x108 ist außerhalb der Marke selten, innerhalb aber verbreitet. Felgen aus größeren Modellen tragen denselben Lochkreis und passen trotzdem nicht in jedem Fall, weil Einpresstiefe und Nabenbohrung abweichen können. Der Lochkreis ist die erste Hürde, nicht die einzige.

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2. Warum 4x108 eine Ford-Besonderheit ist

Während der Volkswagen-Konzern bei Kleinwagen auf 5x100 setzt und viele asiatische Hersteller 4x100 verwenden, hat Ford über Jahrzehnte am Maß 4x108 festgehalten. Es findet sich neben dem Fiesta auch am Focus, am Ka und an älteren Escort-Modellen, dazu bei einigen französischen Fahrzeugen.

Für dich bedeutet das zweierlei. Erstens: Die Auswahl an Zubehörfelgen ist kleiner als bei den verbreiteten Fünfloch-Maßen. Zweitens, und das ist der wichtigere Punkt: Eine Felge mit 4x100 sieht auf den ersten Blick fast gleich aus, passt aber nicht. Acht Millimeter Unterschied im Durchmesser sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen.

Die Verwechslungsgefahr mit 4x100

Genau hier passieren die meisten Fehlkäufe. Wer eine gebrauchte Felge kauft, ohne den Lochkreis nachzumessen oder die Prägung zu prüfen, steht am Ende mit einem Satz da, der sich nicht montieren lässt. Adapter, die den Unterschied überbrücken sollen, sind bei so geringer Abweichung keine seriöse Lösung.

Verlass dich deshalb nie auf die Optik. Auf der Rückseite fast jeder Felge steht eine Kennung wie 6Jx15 H2 ET47 4/108. Die letzte Angabe ist die entscheidende.

3. Vier Schrauben: was das für die Montage heißt

Ein Vierlochmuster verteilt die Haltekraft auf weniger Punkte als ein Fünflochmuster. In der Praxis ist das unproblematisch, weil die Auslegung darauf abgestimmt ist, es macht aber sorgfältiges Arbeiten wichtiger.

Zieh die Schrauben immer über Kreuz an, in zwei Durchgängen: erst handfest gleichmäßig, dann mit dem vorgeschriebenen Drehmoment. Nach den ersten fünfzig Kilometern einmal nachziehen. Bei vier Schrauben wirkt sich eine ungleichmäßig angezogene stärker aus als bei fünf.

4. Den Lochkreis beim Vierlochmuster messen

Bei vier Bohrungen ist das Messen einfacher als bei fünf, weil sich jeweils zwei Bohrungen direkt gegenüberliegen. Du misst schlicht von Bohrungsmitte zu Bohrungsmitte quer über die Nabe. Das Ergebnis ist unmittelbar der Lochkreisdurchmesser.

108 Millimeter bedeuten 4x108, 100 Millimeter dagegen 4x100 und damit eine Felge, die nicht auf deinen Fiesta gehört. Weil der Unterschied klein ist, miss sorgfältig und von Mitte zu Mitte, nicht von Kante zu Kante. Ausführlich beschrieben ist das im Ratgeber Lochkreise bei Felgen.

5. Einpresstiefe und Nabenbohrung

Der Lochkreis entscheidet, ob sich die Felge verschrauben lässt. Über Sitz und Optik entscheidet die Einpresstiefe. Sie gibt an, wie weit die Anlagefläche gegenüber der Felgenmitte versetzt ist.

Beim Fiesta mit seinen knapp geschnittenen Radhäusern ist der Spielraum gering. Eine deutlich kleinere Einpresstiefe schiebt das Rad nach außen und führt schnell zu Kontakt mit dem Radlauf, besonders bei voller Beladung oder eingefedertem Fahrwerk.

Zubehörfelgen werden mit großzügiger Nabenbohrung gefertigt, damit sie auf mehrere Fahrzeuge passen. Die Differenz zur Radnabe gleichst du mit Zentrierringen aus. Ohne sie zentriert sich das Rad nur über die Schrauben, was zu Vibrationen führt, die sich nicht auswuchten lassen.

6. Eintragung und Freigabe

Ob eine Rad-Reifen-Kombination ohne Abnahme gefahren werden darf, entscheidet das Gutachten der Felge für deinen Fahrzeugtyp:

  • EG-Typgenehmigung oder ABE ohne Auflagen: in der Regel eintragungsfrei, die Unterlagen gehören trotzdem ins Fahrzeug
  • Teilegutachten oder ABE mit Auflagen: Abnahme durch eine amtlich anerkannte Prüforganisation und anschließende Eintragung nötig

Weil der Fiesta über fünf Generationen gebaut wurde und sich Gewicht, Achslasten und Bremsanlagen erheblich unterscheiden, gelten Freigaben immer nur für den genannten Fahrzeugtyp. Ein Gutachten für einen Fiesta von 2010 sagt nichts über einen von 2020.

7. Größere Felgen am Kleinwagen

Der Fiesta trägt größere Zollgrößen optisch gut, weil die kurze Karosserie von füllenden Rädern profitiert. Technisch gibt es aber zwei Grenzen.

Die erste ist der Komfort. Mit jedem Zoll mehr schrumpft die Reifenflanke, und der Reifen kann weniger Unebenheiten schlucken. Auf schlechten Landstraßen wird das schnell unangenehm, und die Belastung für Fahrwerkslager steigt.

Die zweite ist das Gewicht. Bei einem leichten Fahrzeug fällt jedes zusätzliche Kilo am Rad stärker ins Gewicht als bei einer schweren Limousine. Ein sehr großer Radsatz kann Beschleunigung und Verbrauch spürbar verschlechtern.

8. Winterräder für den Fiesta

Ein zweiter Satz in kleinerer Zollgröße ist für den Winter die verbreitete und sinnvolle Wahl. Schmalere Reifen mit höherer Flanke bauen auf Schnee mehr Flächendruck auf und stecken Schlaglöcher besser weg. Die Felge nimmt weniger Schaden durch Streusalz und Bordsteinkanten.

Achte darauf, dass auch diese Kombination in den Papieren oder im Gutachten freigegeben ist. Und denk daran, dass sich mit der Radgröße auch die vorgeschriebenen Reifendruckwerte ändern.

9. Gebrauchte Felgen: worauf du beim Fiesta achtest

Der wichtigste Punkt steht oben: 4x108 prüfen, nicht 4x100 kaufen. Darüber hinaus gelten die üblichen Kriterien:

  • Prägung auf der Rückseite mit Breite, Einpresstiefe und Lochkreis
  • Felgenhorn auf tiefe Kerben prüfen, die die Dichtfläche zum Reifen betreffen können
  • Nabenauflage auf Korrosion prüfen, sie verhindert den plan aufliegenden Sitz
  • Reparaturspuren meiden: gerichtete oder geschweißte Alufelgen haben ihre Festigkeit verloren

Bei älteren Fiesta-Baujahren lohnt zusätzlich ein Blick auf die Radnabe selbst. Nach vielen Jahren ist sie häufig korrodiert und sollte vor der Montage gereinigt werden.

10. Was die Fahrzeugpapiere verraten

Die Zulassungsbescheinigung Teil I ist beim Fiesta die wichtigste Quelle, gerade weil das Fahrzeug über fünf Generationen und viele Ausstattungen gebaut wurde.

In den Feldern 15.1 und 15.2 stehen die zugelassenen Rad-Reifen-Kombinationen. Wer eine davon wählt, ist auf der sicheren Seite und braucht keine gesonderte Abnahme.

Die Felder 7.1 und 7.2 nennen die zulässigen Achslasten und damit indirekt die Mindesttragfähigkeit je Rad.

Feld 22 enthält Bemerkungen und bereits eingetragene Ausnahmen. Bei älteren Fiesta mit Vorbesitzern lohnt der Blick besonders, weil dort oft schon eine größere Radgröße vermerkt ist.

Eine Übersicht über alle Ford-Baureihen und ihre Lochkreise findest du auf der Seite Lochkreis Ford, alle Marken im Vergleich unter Lochkreis nach Marke.

11. Die häufigsten Fehler beim Fiesta

Der mit Abstand häufigste Fehler ist die Verwechslung von 4x108 und 4x100. Acht Millimeter Unterschied sieht niemand, und die Felge lässt sich nicht montieren. Miss oder lies die Prägung, bevor du kaufst.

Der zweite Fehler: Es wird nach „Ford-Felgen“ gesucht, ohne die Baureihe zu prüfen. Nicht jedes Ford-Modell fährt 4x108, und innerhalb der Modelle unterscheiden sich Einpresstiefen erheblich.

Der dritte: Beim Vierlochmuster wird beim Anziehen geschludert. Weniger Schrauben bedeuten, dass jede einzelne mehr trägt. Über Kreuz anziehen, Drehmomentschlüssel benutzen, nach den ersten Kilometern nachziehen.

Der vierte: Der Abrollumfang wird beim Wechsel auf größere Felgen nicht beibehalten. Weicht er zu stark ab, zeigt der Tacho falsch und die Fahrassistenzsysteme arbeiten mit falschen Werten.

Ein Punkt, der beim Fiesta oft übersehen wird: Auf der Rückseite vieler Felgen ist der Lochkreis eingeprägt. Findest du dort eine Angabe wie 4x108, hast du eine Bestätigung, die unabhängig vom Verkäufertext ist. Fehlt die Prägung oder ist sie unleserlich, hilft nur Nachmessen. Verlass dich bei gebrauchten Felgen nie allein auf die Beschreibung in einer Anzeige.

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FAQ: Häufige Fragen zum Lochkreis des Ford Fiesta

Welchen Lochkreis hat der Ford Fiesta?

Der Ford Fiesta hat 4x108, also vier Schrauben auf einem Kreis von 108 Millimetern Durchmesser. Das gilt für alle Generationen von den frühen Neunzigern bis heute.

Passen Felgen mit 4x100 auf den Fiesta?

Nein. Der Unterschied beträgt acht Millimeter im Lochkreisdurchmesser, die Felge lässt sich nicht sauber verschrauben. Die beiden Maße sehen sich ähnlich, sind aber nicht austauschbar.

Haben Fiesta und Focus denselben Lochkreis?

Beide nutzen 4x108 bei den entsprechenden Baureihen. Ob eine Felge tatsächlich passt, entscheiden zusätzlich Einpresstiefe, Nabenbohrung, Breite und die Freigabe im Gutachten.

Wie messe ich den Lochkreis bei vier Bohrungen?

Bei vier Bohrungen liegen sich jeweils zwei direkt gegenüber. Miss von Bohrungsmitte zu Bohrungsmitte quer über die Nabe, das Ergebnis ist unmittelbar der Lochkreisdurchmesser.

Wo finde ich passende Felgen für meinen Fiesta?

In der Kollektion Felgen mit Lochkreis 4x108, filterbar nach Zollgröße, Einpresstiefe und Design.

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