Der Ford Transit ist einer der meistgebauten Transporter der Welt, und er hat beim Lochkreis die wohl unübersichtlichste Lage aller gängigen Nutzfahrzeuge. Je nach Baujahr und Ausführung kommen drei verschiedene Maße vor.
1. Drei Lochkreise in einer Modellfamilie
Anders als bei den meisten Fahrzeugen genügt beim Transit der Modellname nicht. Du brauchst Baujahr und Ausführung, um den richtigen Lochkreis zu bestimmen.
| Variante | Baujahre | Lochzahl | Lochkreis |
|---|---|---|---|
| Transit und Transit Van | 2000–2024 | 5 | 5x160 |
| Transit Van (schwere Ausführung) | 2006–2026 | 6 | 6x180 |
| Transit und Transit Van | seit 2024 | 6 | 6x120 |
| Transit Custom | 2013–2023 | 5 | 5x160 |
| Transit Custom | seit 2023 | 6 | 6x120 |
| Transit Connect | 2002–2022 | 5 | 5x108 |
| Transit Connect | seit 2022 | 5 | 5x112 |
Wenn du 5x160 hast, ist die Kollektion Felgen mit Lochkreis 5x160 die richtige. Für den Transit Connect älterer Baujahre gilt Felgen mit Lochkreis 5x108. Eine Übersicht über alle Ford-Baureihen findest du unter Lochkreis Ford.
Hinweis: Beim Transit gibt es nicht den einen Lochkreis. Je nach Baureihe, Antrieb und Gewichtsklasse sind 5x160, 6x180 oder 6x120 verbaut. Zähle deshalb zuerst die Radschrauben und miss nach, bevor du bestellst. Der Fahrzeugname allein reicht bei diesem Modell nicht aus.
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2. Warum der Transit so viele Maße hat
Der Grund liegt in der Spreizung der Baureihe. Unter dem Namen Transit laufen Fahrzeuge von etwa 2,6 bis über 4,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse. Mit dem Gewicht steigen die Anforderungen an die Radbefestigung, und ab einer bestimmten Klasse reichen fünf Schrauben nicht mehr.
Deshalb existieren Fünfloch- und Sechslochvarianten parallel. 5x160 ist dabei ein Maß, das außerhalb von Ford praktisch nicht vorkommt, 6x180 ebenso. Beides schränkt die Auswahl an Zubehörfelgen spürbar ein.
Transit, Custom und Connect sind drei Fahrzeuge
Die Namensähnlichkeit führt regelmäßig in die Irre. Der Transit Connect ist ein Hochdachkombi auf PKW-Basis mit 5x108 beziehungsweise 5x112. Der Transit Custom liegt dazwischen. Der Transit selbst ist der große Kastenwagen. Drei Fahrzeuge, drei Radbefestigungen.
3. So bestimmst du deinen Lochkreis
Der erste Blick geht auf die Zahl der Radschrauben. Fünf oder sechs grenzt die Möglichkeiten bereits stark ein.
Danach hilft die Prägung auf der Rückseite der Felge, die meist eine Kennung wie 6,5Jx16 H2 ET60 5/160 trägt. Die letzte Angabe ist eindeutig.
Beim Nachmessen gilt: Bei sechs Bohrungen liegen sich jeweils zwei direkt gegenüber, du misst schlicht quer von Bohrungsmitte zu Bohrungsmitte. Bei fünf Bohrungen misst du zur übernächsten Bohrung und teilst durch 0,951. Beide Verfahren erklärt der Ratgeber Lochkreise bei Felgen.
4. Traglast beim schweren Transporter
Beim Transit ist die Tragfähigkeit der Felge kein Nebenaspekt, sondern das zentrale Auswahlkriterium. Die zulässigen Achslasten stehen in den Feldern 7.1 und 7.2 der Zulassungsbescheinigung Teil I, die zulässige Gesamtmasse in Feld F.1.
Teile die Achslast durch zwei, und du hast den Mindestwert je Rad. Bei Fahrzeugen mit Zwillingsbereifung an der Hinterachse gelten eigene Regeln, weil sich die Last dort auf vier Räder verteilt.
Wie du die Werte liest und was der Tragfähigkeitsindex des Reifens bedeutet, steht im Ratgeber Lastindex und Traglast.
5. Einpresstiefe und Zubehör
Die Einpresstiefe ist beim Transit hoch, das Rad sitzt tief im Radhaus. Abweichungen nach unten vergrößern den Hebelarm auf die Radlager, was bei einem schwer beladenen Fahrzeug unmittelbar auf den Verschleiß durchschlägt.
Zubehörfelgen haben meist eine größere Nabenbohrung als die Radnabe. Den Unterschied gleichen Zentrierringe aus. Dazu gehören passende Radschrauben und das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment, das bei Fahrzeugen dieser Gewichtsklasse deutlich über PKW-Niveau liegt.
6. Eintragung und Freigabe
Ob eine Rad-Reifen-Kombination ohne Abnahme gefahren werden darf, entscheidet das Gutachten der Felge für deinen Fahrzeugtyp:
- EG-Typgenehmigung oder ABE ohne Auflagen: in der Regel eintragungsfrei, Unterlagen mitführen
- Teilegutachten oder ABE mit Auflagen: Abnahme durch eine amtlich anerkannte Prüforganisation und Eintragung erforderlich
Beim Transit ist die Gewichtsklasse Teil der Freigabe. Ein Gutachten für eine leichtere Ausführung deckt die schwere nicht ab, auch wenn der Lochkreis übereinstimmt.
7. Zwillingsbereifung an der Hinterachse
Schwere Transit-Ausführungen fahren hinten mit vier statt zwei Rädern. Das ist kein Detail, sondern verändert die Felgenwahl grundlegend.
Die beiden Räder einer Seite brauchen einen definierten Abstand zueinander, der sich aus der Einpresstiefe ergibt. Eine Felge mit abweichender Einpresstiefe führt dazu, dass sich die Reifen berühren oder der äußere zu weit übersteht.
Zubehörfelgen sind für Zwillingsbereifung nur selten freigegeben. Der Wechsel auf Einzelbereifung ist ein eintragungspflichtiger Umbau mit Auswirkungen auf die zulässige Achslast, kein einfacher Radwechsel.
8. Winterräder für den Transit
Als Fahrzeug, das ganzjährig gewerblich bewegt wird, braucht der Transit im Winter zuverlässigen Grip bei voller Zuladung. Ein zweiter Radsatz ist deshalb die Regel, nicht die Ausnahme.
Stahlfelgen sind hier klar im Vorteil: unempfindlich gegen Streusalz, bei Bordsteinkontakt meist richtbar und deutlich günstiger als Alu. Bei einem Arbeitsfahrzeug wiegt das schwerer als die Optik.
Die Tragfähigkeit bleibt dieselbe Anforderung wie im Sommer. Ein Transporter wird im Winter nicht leichter, im Gegenteil kommt oft noch Ausrüstung dazu.
9. Die häufigsten Fehler beim Transit
Der erste: Es wird nach „Transit-Felgen“ gesucht, ohne zwischen Transit, Custom und Connect zu unterscheiden. Das sind drei Fahrzeuge mit drei Radbefestigungen.
Der zweite: Die Zahl der Schrauben wird übersehen. Fünf oder sechs entscheidet bereits, welche Hälfte des Angebots überhaupt in Frage kommt.
Der dritte: Die Gewichtsklasse wird nicht geprüft. Unter demselben Namen laufen Fahrzeuge von 2,6 bis über 4,5 Tonnen, und die Freigaben unterscheiden sich entsprechend.
Der vierte: Nach der Montage wird nicht nachgezogen. Bei den Drehmomenten dieser Fahrzeugklasse ist das keine Empfehlung, sondern notwendig.
10. Der Transit als Wohnmobilbasis
Neben dem Ducato ist der Transit die zweite große Basis für Kastenwagen-Ausbauten. Damit gelten für viele Fahrzeuge dieselben Bedingungen wie bei Reisemobilen: dauerhaft hohe Zuladung, lange Standzeiten und Autobahnetappen bei Hitze.
Für die Felgenwahl heißt das, mit Reserve zu rechnen statt auf Kante. Maßgeblich ist die zulässige Achslast aus den Feldern 7.1 und 7.2 der Zulassungsbescheinigung, nicht das Leergewicht des Basisfahrzeugs vor dem Ausbau.
Ein Ausbau verschiebt zudem die Gewichtsverteilung: Küchenzeile, Wassertank und Batterien sitzen meist hinten. Die Hinterachse trägt dann dauerhaft mehr, als der Serienzustand vermuten lässt.
11. Abrollumfang beim Größenwechsel
Wechselst du die Zollgröße, muss die Reifenhöhe angepasst werden, damit der Abrollumfang annähernd gleich bleibt. Sonst zeigt der Tacho falsch und Assistenzsysteme arbeiten mit fehlerhaften Werten.
Beim Transit hat das eine zusätzliche Bedeutung: Viele Fahrzeuge sind gewerblich unterwegs, und die Kilometerstände fließen in Abrechnung und Wartungsintervalle ein. Eine dauerhafte Abweichung summiert sich über ein Fahrzeugleben erheblich.
12. Was du vor dem Kauf klären solltest
Beim Transit lohnt es sich, vier Angaben zusammenzutragen, bevor du überhaupt nach Felgen suchst. Mit ihnen lässt sich jedes Angebot in Sekunden prüfen.
Die Zahl der Radschrauben grenzt das Feld sofort ein: fünf oder sechs. Der Lochkreis von der Prägung der montierten Felge. Die zulässige Gesamtmasse aus Feld F.1 der Zulassungsbescheinigung. Und die Achslasten aus 7.1 und 7.2, aus denen sich die Mindestradlast ergibt.
Mit diesen vier Zahlen kannst du jedes Inserat beurteilen, ohne nachfragen zu müssen. Ohne sie bleibt jeder Kauf ein Ratespiel, gerade weil die Baureihe so breit gestreut ist.
Bei gebrauchten Transit-Felgen lohnt der Blick auf die Radschraubensitze. Wurden die Schrauben über längere Zeit mit falschem Drehmoment oder mit der falschen Sitzform angezogen, sind die Bohrungen ausgeschlagen. Solche Felgen sehen von außen unauffällig aus und gehören trotzdem nicht ans Fahrzeug. Prüfe die Sitze deshalb einzeln, bevor du eine Anzeige zusagst.
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FAQ: Häufige Fragen zum Lochkreis des Ford Transit
Welchen Lochkreis hat der Ford Transit?
Das hängt von Baujahr und Ausführung ab: 5x160 bei den meisten Baujahren zwischen 2000 und 2024, 6x180 bei schweren Ausführungen und 6x120 seit 2024.
Hat der Transit Custom denselben Lochkreis wie der Transit?
Bis 2023 fährt der Custom mit 5x160, seit 2023 mit 6x120. Beim großen Transit kommt zusätzlich 6x180 vor. Prüfe immer das konkrete Fahrzeug.
Und der Transit Connect?
Der Connect ist ein anderes Fahrzeug: 5x108 bis 2022, danach 5x112. Er hat mit dem großen Transit die Radbefestigung nicht gemeinsam.
Warum ist die Felgenauswahl beim Transit so klein?
Weil 5x160 und 6x180 Maße sind, die außerhalb von Ford kaum vorkommen. Zubehörhersteller fertigen entsprechend geringere Stückzahlen.
Wo finde ich passende Felgen für meinen Transit?
Bei 5x160 in der Kollektion Felgen mit Lochkreis 5x160. Für den Transit Connect älterer Baujahre unter Felgen mit Lochkreis 5x108.
Warum hat der Transit sechs Radschrauben?
Weil schwere Ausführungen Achslasten erreichen, für die fünf Schrauben nicht mehr ausgelegt sind. Mit dem zulässigen Gesamtgewicht steigt die Zahl der Befestigungspunkte.
Kann ich von sechs auf fünf Schrauben wechseln?
Nein. Die Zahl der Schrauben ist eine Eigenschaft der Radnabe und damit der Achse. Ein Wechsel wäre ein Eingriff in die Radaufhängung mit entsprechenden Folgen für Zulassung und Achslast.