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Lochkreis Mercedes Vito: 5x112 für W639 und W447

Der Mercedes Vito ist Handwerkerfahrzeug, Großraumtaxi und zunehmend auch Campingbasis. Wer Felgen sucht, braucht zuerst eine verlässliche Angabe zum Lochkreis. Bei diesem Fahrzeug ist die Lage erfreulich klar.

1. Der Lochkreis des Mercedes Vito

Der Vito hat seit 2003 durchgehend den Lochkreis 5x112: fünf Radschrauben auf einem Kreis mit 112 Millimetern Durchmesser. Das gilt sowohl für die Baureihe W639 als auch für den Nachfolger W447.

Baureihe Baujahre Lochzahl Lochkreis
Vito Van (W639) 2003–2014 5 5x112
Vito (W447) seit 2014 5 5x112

Passende Felgen findest du unter Felgen mit Lochkreis 5x112. Eine Übersicht über alle Mercedes-Baureihen liefert die Seite Lochkreis Mercedes, alle Marken im Vergleich stehen unter Lochkreis nach Marke.

Hinweis: Der Vito teilt seinen Lochkreis mit vielen PKW der Marke, stellt aber andere Anforderungen. Als Transporter trägt er mehr Last, deshalb ist die Traglast der Felge hier kein Nebenwert. Eine PKW-Felge mit 5x112 kann geometrisch passen und für das zulässige Gesamtgewicht trotzdem zu schwach sein.

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2. Gleicher Lochkreis wie beim PKW, andere Anforderungen

5x112 ist bei Mercedes das geläufige Maß und findet sich auch an C-Klasse, E-Klasse und vielen weiteren Modellen. Die Versuchung liegt nahe, eine PKW-Felge zu übernehmen, weil sie sich problemlos verschrauben lässt.

Genau hier liegt die Falle. Der Vito hat als Transporter deutlich höhere zulässige Achslasten als eine gleich große Limousine. Eine Felge, die an der C-Klasse tadellos funktioniert, kann für den beladenen Vito zu schwach sein.

Die Traglast bestimmen

Die zulässigen Achslasten stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I in den Feldern 7.1 und 7.2. Teile den Wert durch zwei, und du hast die Mindesttragfähigkeit je Rad. Der Vergleichswert steht im Gutachten der Felge oder in der Herstellerangabe.

Beim Vito ist das kein Formalismus: Als Kastenwagen fährt er häufig voll beladen, als Großraumtaxi mit acht Personen. Wie du die Werte richtig liest, erklärt der Ratgeber Lastindex und Traglast.

3. Vito, V-Klasse und Viano

Mercedes führt auf derselben technischen Basis mehrere Modellnamen: Vito als Nutzfahrzeug, Viano beziehungsweise später V-Klasse als Personenvariante. Bei der Radbefestigung unterscheiden sie sich nicht.

Unterschiede gibt es dagegen bei den zulässigen Gesamtmassen und damit bei den Freigaben. Ein Gutachten, das die V-Klasse nennt, deckt nicht automatisch den schwer beladenen Vito Kastenwagen ab.

4. Den Lochkreis selbst prüfen

Am schnellsten liest du ihn von der montierten Felge ab. Auf der Rückseite steht meist eine Prägung wie 6,5Jx16 H2 ET60 5/112. Die letzte Angabe nennt Lochzahl und Lochkreis.

Ohne Prägung hilft der Messschieber: Bei fünf Bohrungen misst du von Bohrungsmitte zu Bohrungsmitte der übernächsten. Der Wert entspricht dem 0,951-fachen des Lochkreises, rund 106,5 Millimeter bedeuten also 5x112. Der Ratgeber Lochkreise bei Felgen beschreibt beide Verfahren.

5. Einpresstiefe beim Vito

Die Einpresstiefe liegt beim Vito höher als bei PKW-Modellen, oft jenseits von ET50. Das Rad sitzt tief im Radhaus, was der Spurbreite und der Belastung der Radlager geschuldet ist.

Weiche davon nicht nach Gefühl ab. Eine deutlich kleinere Einpresstiefe schiebt das Rad nach außen und vergrößert den Hebelarm auf Lager und Radaufhängung. Bei einem Fahrzeug, das schwer beladen viele Kilometer fährt, wirkt sich das auf den Verschleiß aus.

Zubehörfelgen haben meist eine größere Nabenbohrung als die Radnabe. Den Unterschied gleichen Zentrierringe aus. Dazu kommen passende Radschrauben und das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment.

6. Eintragung und Freigabe

Ob eine Rad-Reifen-Kombination ohne Abnahme gefahren werden darf, entscheidet das Gutachten der Felge für deinen Fahrzeugtyp:

  • EG-Typgenehmigung oder ABE ohne Auflagen: in der Regel eintragungsfrei, Unterlagen mitführen
  • Teilegutachten oder ABE mit Auflagen: Abnahme durch eine amtlich anerkannte Prüforganisation und Eintragung erforderlich

Der Vito wurde in mehreren Gewichtsklassen angeboten. Achte darauf, dass das Gutachten deine zulässige Gesamtmasse abdeckt, nicht nur den Modellnamen.

7. Winterräder für den Vito

Als Fahrzeug, das ganzjährig und meist gewerblich bewegt wird, profitiert der Vito von einem zweiten Radsatz. Eine Zollgröße kleiner mit höherer Reifenflanke bringt auf Schnee mehr Grip und schont die Felgen.

Stahlfelgen sind bei einem Arbeitsfahrzeug eine ernsthafte Option: unempfindlich gegen Streusalz, bei Bordsteinkontakt meist richtbar und deutlich günstiger. Die Traglast muss dieselbe sein wie im Sommer.

8. Gebrauchte Felgen für den Vito

Weil 5x112 bei Mercedes das geläufige Maß ist, findest du viele gebrauchte Sätze. Die meisten stammen aber von PKW-Modellen und sind für ein Nutzfahrzeug nicht ausgelegt.

Frag deshalb immer nach der Tragfähigkeitsangabe. Sie steht in der Regel auf der Rückseite der Felge oder im zugehörigen Gutachten. Ohne diese Angabe kaufst du bei einem Transporter ein Risiko.

Prüfe zusätzlich das Felgenhorn auf tiefe Kerben und die Nabenauflage auf Korrosion. Beides führt bei den Radlasten eines beladenen Vito schneller zu Problemen als bei einem leichten Fahrzeug.

9. Wenn nach der Montage etwas vibriert

Ein Zittern im Lenkrad hat beim Transporter dieselben Ursachen wie beim PKW, wirkt sich aber stärker aus, weil die bewegten Massen größer sind.

Am häufigsten liegt es an einer verschmutzten oder korrodierten Nabenauflage. Schon eine dünne Rostschicht kippt das Rad um Bruchteile eines Grads. Reinige die Fläche vor jeder Montage.

Zweiter Kandidat ist ein fehlender oder falscher Zentrierring. Dritter sind ungleichmäßig angezogene Schrauben. Zieh sie über Kreuz und mit Drehmomentschlüssel an, nicht der Reihe nach mit dem Schlagschrauber.

10. Die häufigsten Fehler beim Vito

Der erste: Eine Felge von der C- oder E-Klasse wird übernommen, weil der Lochkreis stimmt. Die Tragfähigkeit reicht für den beladenen Transporter oft nicht.

Der zweite: Die Einpresstiefe wird nach Optik gewählt. Beim Vito liegt sie hoch, und Abweichungen nach unten belasten die Radlager spürbar.

Der dritte: Der Reifendruck bleibt nach einem Größenwechsel unverändert. Bei einem Fahrzeug mit hoher Zuladung ist das sicherheitsrelevant.

Der vierte: Nach der Montage wird nicht nachgezogen. Bei den Anzugsdrehmomenten eines Nutzfahrzeugs setzen sich Verbindungen in den ersten Kilometern messbar.

11. Abrollumfang und Tachoanzeige

Wechselst du auf eine andere Zollgröße, muss die Reifenhöhe entsprechend angepasst werden, damit der Abrollumfang annähernd gleich bleibt. Weicht er zu stark ab, zeigt der Tacho falsch, und Assistenzsysteme rechnen mit fehlerhaften Geschwindigkeiten.

Als Orientierung gilt: Ein Zoll mehr Felgendurchmesser wird durch etwa zehn Prozentpunkte weniger Querschnitt ausgeglichen. Verbindlich ist aber immer die Freigabe im Gutachten, nicht die Faustregel.

Beim Vito kommt ein praktischer Aspekt dazu: Viele Fahrzeuge sind gewerblich unterwegs und rechnen Kilometer ab. Eine falsche Tachoanzeige wirkt sich dann unmittelbar auf die Abrechnung aus.

12. Pflege im Winterbetrieb

Der Vito fährt meist ganzjährig, oft im Kurzstreckenbetrieb mit viel Bremsstaub und Streusalz. Beides greift die Beschichtung an, besonders an Stellen mit Steinschlag.

Spüle die Räder im Winter regelmäßig mit klarem Wasser ab, auch von innen. Aggressive Felgenreiniger sind bei beschichteten Felgen meist unnötig und können die Oberfläche angreifen. Wie du dabei vorgehst, steht im Ratgeber Felgen reinigen und pflegen.

13. Vito als Camper-Basis

Der Vito wird zunehmend zum Campingfahrzeug ausgebaut, teils als Serienmodell, teils in Eigenregie. Für die Felgenwahl ändert das die Ausgangslage spürbar.

Ein Ausbau bringt dauerhaft Gewicht mit, das sich anders verteilt als bei einem Kastenwagen mit wechselnder Ladung. Küchenblock, Wassertank und Batterie sitzen meist hinten, die Hinterachse trägt entsprechend permanent mehr.

Rechne die nötige Tragfähigkeit deshalb anhand der zulässigen Achslast, nicht anhand des Leergewichts vor dem Ausbau. Und prüfe, ob der Ausbauhersteller eigene Vorgaben zu Rad-Reifen-Kombinationen macht, die über die Werksfreigabe hinausgehen.

Wer den Vito gewerblich fährt, sollte den Radwechsel dokumentieren. Nach dem Wechsel gehören die Radschrauben nach kurzer Fahrstrecke nachgezogen, und zwar mit dem vorgeschriebenen Drehmoment statt nach Gefühl. Bei einem Fahrzeug, das täglich beladen unterwegs ist, ist das kein optionaler Schritt, sondern der Unterschied zwischen einer festen und einer sich lösenden Radverbindung.

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FAQ: Häufige Fragen zum Lochkreis des Mercedes Vito

Welchen Lochkreis hat der Mercedes Vito?

Der Vito hat 5x112, also fünf Schrauben auf einem Kreis von 112 Millimetern Durchmesser. Das gilt für W639 seit 2003 und für W447 seit 2014.

Passen C-Klasse-Felgen auf den Vito?

Der Lochkreis stimmt überein. Entscheidend ist aber die Tragfähigkeit: Der Vito hat als Transporter höhere Achslasten. Prüfe die Radlastangabe im Gutachten, bevor du montierst.

Haben Vito und V-Klasse denselben Lochkreis?

Ja, beide fahren mit 5x112. Unterschiede gibt es bei zulässiger Gesamtmasse und Freigaben, nicht bei der Radbefestigung.

Wo finde ich passende Felgen für meinen Vito?

In der Kollektion Felgen mit Lochkreis 5x112, filterbar nach Zollgröße, Einpresstiefe und Design.

Wie erkenne ich, ob mein Vito ein W639 oder W447 ist?

Am Baujahr: bis 2014 W639, ab 2014 W447. Eindeutig steht die Typbezeichnung in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Der Lochkreis ist bei beiden 5x112, die Freigaben unterscheiden sich aber.

Brauche ich beim Vito Zentrierringe?

Bei Zubehörfelgen in der Regel ja, weil deren Nabenbohrung größer ausfällt als die Radnabe. Bei Werksfelgen passt die Bohrung exakt, dort sind sie nicht nötig.

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