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Radschrauben und Radbolzen: Typen, Länge und Bundform verstehen

Ob dein Fahrzeug Radschrauben oder Radbolzen mit Radmuttern hat, entscheidet nicht der Geschmack, sondern das Fahrzeugkonzept: Entweder sitzt das Gewinde in der Radnabe (Radschraube) oder es steht als Bolzen aus der Nabe heraus (Radbolzen mit Mutter). Passen musst du in beiden Fällen drei Dinge: Gewinde, Länge und Bundform. Stimmt eine dieser drei Größen nicht, sitzt das Rad nicht sauber auf der Nabe – und das ist sicherheitskritisch, nicht nur ein Komfortthema.

Dieser Ratgeber erklärt das Bauteil: welche Systeme es gibt, wie du Kegelbund, Kugelbund und Flachbund unterscheidest, wie die nötige Schraubenlänge zustande kommt, warum beim Umstieg von Stahl auf Alu so häufig die falschen Schrauben im Karton liegen und was ein Felgenschloss leistet. Den Ablauf des Radwechsels und die Drehmoment-Praxis findest du im Ratgeber Räder wechseln und einlagern – hier geht es um die Teile selbst.

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1. Radschraube oder Radbolzen – die kurze Antwort

Beide Systeme erfüllen denselben Zweck: Sie pressen das Rad mit definierter Vorspannung gegen die Radnabe. Die Klemmkraft hält das Rad, nicht der Schraubenschaft – deshalb sind saubere Auflageflächen und die richtige Bundform so wichtig.

  • Radschraube: Die Nabe hat Gewindebohrungen. Die Schraube geht durch die Felge hindurch und schraubt sich in die Nabe. Verbreitet bei vielen europäischen Fahrzeugkonzepten.
  • Radbolzen mit Radmutter: In der Nabe stecken fest eingepresste Gewindebolzen (Stehbolzen). Das Rad wird aufgesteckt und mit Muttern verschraubt. Verbreitet bei vielen asiatischen und US-amerikanischen Fahrzeugkonzepten sowie bei zahlreichen Pickups und Transportern.

Ein Fahrzeug lässt sich nicht einfach von einem System auf das andere „umrüsten“, indem man andere Teile kauft – das hängt an der Nabe. Was du frei wählst, sind Ausführung, Länge und Bundform der Verbindungselemente, und die richten sich nach Fahrzeug und Felge zusammen.

Hinweis: Sprachgebrauch. Im Alltag wird „Radbolzen“ in Deutschland häufig auch für die Radschraube verwendet. Wenn du Teile suchst, hilft es, statt des Begriffs die harten Daten zu nennen: Gewinde, Länge, Bundform, Schlüsselweite.

2. Aufbau: Was an Schraube und Bolzen überhaupt passen muss

Eine Radschraube besteht aus Kopf (mit Schlüsselweite, meist SW17 oder SW19, teils Vielzahn oder Innensechsrund), dem Bund als Auflage- und Zentrierfläche zur Felge, gegebenenfalls einem gewindefreien Schaft und dem Gewinde. Bei einem Radbolzen übernimmt die Radmutter die Bundfunktion; der Bolzen selbst liefert nur das Gewinde und führt das Rad beim Aufstecken vor.

Daraus ergeben sich vier Maße, die zusammenpassen müssen:

  • Gewinde (Durchmesser × Steigung) – muss exakt zur Nabe bzw. zum Bolzen passen.
  • Bundform – muss exakt zur Bohrung in der Felge passen.
  • Klemmlänge – ergibt sich aus Felgenstärke plus nötiger Einschraubtiefe.
  • Kopfform und Schlüsselweite – müssen in die Bohrung der Felge passen und mit dem Werkzeug erreichbar sein.

Der letzte Punkt wird gern übersehen: Viele Alufelgen haben tiefe, enge Schraubentaschen. Dort braucht es einen schlanken Kopf und meist eine dünnwandige Stecknuss, sonst schleift das Werkzeug am Felgenmaterial. Passt der Kopf nicht sauber in die Tasche, lässt sich das Drehmoment nicht sauber aufbringen.

3. Bundformen im Vergleich

Die Bundform ist die Kontaktfläche zwischen Schraubenkopf bzw. Mutter und Felge. Sie zentriert das Rad zusätzlich und überträgt die Vorspannung flächig. Genau hier passieren die folgenschwersten Verwechslungen, weil Kegel- und Kugelbund auf den ersten Blick ähnlich aussehen.

Bundform Merkmal Typischer Einsatz Erkennungshinweis Risiko bei Verwechslung
Kegelbund (Konus, 60°) gerade, kegelförmige Auflage mit 60° Gesamtwinkel sehr viele Alufelgen im Zubehörmarkt, viele Serienräder Linealkante liegt auf der Schräge vollflächig an; Felgenbohrung ist trichterförmig und gerade Kugelbund in Kegelsitz: nur schmale Ringauflage, Vorspannung sackt ab, Sitz kann sich eingraben
Kugelbund (Radius, z. B. R12, R13, R14) ballige Auflage, Radius in Millimetern angegeben diverse Serienräder ab Werk, je nach Fahrzeugkonzept Auflage ist sichtbar gewölbt, kein gerader Kegel; Felgenbohrung ist muldenförmig Kegelbund in Kugelsitz: Punkt-/Linienkontakt, Setzen der Verbindung, Schrauben können sich lösen
Flachbund mit Konus- oder Kugelscheibe plane Auflage, separate oder unverlierbar mitdrehende Scheibe häufig bei Serien-Stahlrädern und einzelnen OE-Konzepten Kopfunterseite ist flach; Scheibe lässt sich drehen und übernimmt die Zentrierung Scheibe vergessen oder falsche Scheibenform: Auflage passt nicht zur Bohrung, Rad sitzt nicht plan

Die Radiusangabe beim Kugelbund (R12, R13, R14) beschreibt die Wölbung in Millimetern. Diese Angaben sind nicht untereinander austauschbar, auch wenn die Schraube sich zunächst eindrehen lässt. Maßgeblich ist immer die Vorgabe des Fahrzeugherstellers in Kombination mit der Bohrungsform der konkreten Felge – bei Felgen mit Teilegutachten steht die zulässige Befestigung in den Auflagen des Gutachtens.

Hinweis: Warum die Bundform sicherheitskritisch ist. Die Radverbindung hält über Reibschluss zwischen Rad und Nabe. Liegt der Bund nur auf einer schmalen Linie statt flächig auf, geht bei gleichem Drehmoment ein Teil der Vorspannung verloren, und die Auflage kann sich unter Last verformen. Das Ergebnis merkt man oft erst als wanderndes Geräusch oder als Schrauben, die sich nach kurzer Fahrstrecke wieder nachziehen lassen. Zieh im Zweifel nicht „fester“, sondern kläre die Bundform.

4. Gewinde und Länge richtig bestimmen

Gängige Gewinde

Bei Pkw dominieren vier metrische Gewinde. Entscheidend ist neben dem Durchmesser immer auch die Steigung – M12×1,5 und M12×1,25 lassen sich anfangs sogar teilweise eindrehen und zerstören dabei das Nabengewinde.

Gewinde Durchmesser Steigung Einordnung
M12×1,5 12 mm 1,5 mm sehr weit verbreitet bei Pkw
M12×1,25 12 mm 1,25 mm feinere Steigung, je nach Fahrzeugkonzept
M14×1,5 14 mm 1,5 mm häufig bei schwereren Fahrzeugen, Transportern, Pickups
M14×1,25 14 mm 1,25 mm bei einzelnen Fahrzeugkonzepten verbaut

Zoll-Gewinde kommen bei einzelnen Fahrzeugen mit US-Technik vor. Verlass dich nicht auf das Augenmaß und nicht auf „war beim letzten Auto auch so“: Steigungen unterscheiden sich um Bruchteile eines Millimeters und sind von Hand kaum zu erkennen. Die belastbare Quelle ist die Fahrzeugdokumentation, hilfsweise eine vorhandene Originalschraube als Muster.

Wie die nötige Länge zustande kommt

Die relevante Länge ist nicht die Gesamtlänge der Schraube, sondern die nutzbare Klemmlänge ab der Auflagefläche des Bundes. Sie setzt sich aus zwei Anteilen zusammen:

  • Felgenstärke im Schraubenauge: das Materialmaß der Felge genau dort, wo die Schraube durchgeht – nicht am Felgenhorn und nicht am Mittenloch gemessen.
  • Einschraubtiefe in der Nabe: der Teil des Gewindes, der tatsächlich trägt.

Gemessen wird ab Beginn der Auflage: beim Kegelbund ab Unterkante des Konus, beim Kugelbund ab Beginn der Kugelfläche, beim Flachbund ab der planen Auflage. Wer stattdessen über den ganzen Kopf misst, kauft regelmäßig zu kurz.

Hinweis: Faustregel zur Mindesteinschraubtiefe. Als grobe Orientierung wird für Stahlnaben häufig eine tragende Einschraubtiefe von mindestens etwa dem Gewindedurchmesser genannt – also rund 12 mm bei M12 und rund 14 mm bei M14, was etwa sechs bis acht tragenden Gewindegängen entspricht. Bei Naben aus Leichtmetall wird mehr angesetzt. Das ist ausdrücklich nur eine Orientierung: Maßgeblich ist immer die Angabe des Fahrzeugherstellers bzw. die Auflage im Gutachten der Felge oder der Spurverbreiterung. Weicht die Herstellerangabe von der Faustregel ab, gilt die Herstellerangabe.

Zu lang ist genauso ein Problem wie zu kurz. Stößt die Schraube im Sackloch der Nabe auf Grund, baut sie keine Vorspannung mehr auf – sie fühlt sich beim Anziehen „fest“ an, obwohl das Rad lose ist. Bei durchgehenden Bohrungen kann eine zu lange Schraube hinter der Nabe anstehen, etwa an Bremsscheibentopf oder Radlager. Beim Bolzensystem gilt spiegelbildlich: Die Mutter muss den Bolzen über die volle tragende Länge fassen; ein deutlich überstehender Bolzen darf nicht mit der Radkappe oder der Nabenabdeckung kollidieren.

Praktischer Ablauf, wenn du auf Nummer sicher gehen willst: Rad probeweise mit einer Schraube ansetzen, ohne Drehmoment, und prüfen, ob das Rad plan anliegt und wie viel Gewinde noch frei ist. Ergibt sich ein Zweifel, ist eine Fachwerkstatt der schnellere Weg als Ausprobieren.

5. Von Stahl auf Alu: der häufigste Fehler überhaupt

Der Klassiker: Der neue Alufelgensatz wird mit den Schrauben der bisherigen Stahlräder montiert. Das geht in vielen Fällen scheinbar problemlos – und ist trotzdem falsch. Gleich drei Größen ändern sich beim Wechsel typischerweise:

  • Materialstärke: Alufelgen sind im Schraubenauge meist dicker als Stahlräder. Die alte Schraube greift dann deutlich weniger tief in der Nabe – genau der Anteil, der die Klemmkraft trägt.
  • Bundform: Serien-Stahlräder arbeiten öfter mit Flachbund und Scheibe oder mit Kugelbund, viele Zubehör-Alufelgen mit Kegelbund. Die Auflage passt dann schlicht nicht zur Bohrung.
  • Kopfgeometrie: Alufelgen haben häufig tiefere, engere Schraubentaschen; ein breiter Serienkopf oder eine große Schlüsselweite passt dort nicht sauber hinein.

Dazu kommt die Zentrierung: Viele Zubehörfelgen haben ein größeres Mittenloch als die Nabe und brauchen Zentrierringe, damit das Rad mittig sitzt. Warum das kein optionales Zubehör ist, erklärt der Beitrag Felgen ohne Zentrierringe fahren. Bundform und Zentrierung sind zwei getrennte Themen – ein Zentrierring ersetzt keine passende Schraube und umgekehrt.

Die Reihenfolge beim Radkauf ist deshalb: erst Felge samt Lochkreis und Einpresstiefe festlegen, dann Zentrierringe, dann die Befestigung. Bei eintragungspflichtigen Rädern stehen die zulässigen Kombinationen in den Auflagen des Gutachtens – der Ratgeber zur Felgeneintragung zeigt, worauf die Prüfstelle dabei schaut. Welche Radgrößen dein Fahrzeug ab Werk hat, liest du im Fahrzeugschein ab, die Zuordnung einer Felge zum Fahrzeug über die KBA-Nummer.

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6. Radschrauben bei Spurverbreiterungen

Spurverbreiterungen verändern die Rechnung aus Abschnitt 4 direkt, denn zwischen Felge und Nabe kommt Material hinzu. Grundsätzlich gibt es zwei Bauweisen:

  • Durchgesteckte Systeme: Die Verbreiterung wird nur vom Rad geklemmt, die Schraube geht durch die Platte hindurch in die Nabe. Hier braucht es entsprechend längere Schrauben – als Orientierung gilt: pro Millimeter Verbreiterung ein Millimeter mehr Klemmlänge, damit die Einschraubtiefe erhalten bleibt.
  • Systeme mit eigener Aufnahme: Die Platte wird selbst an der Nabe verschraubt und bringt eigene Gewinde oder eigene Bolzen mit. Das Rad wird dann auf die Platte geschraubt – mit den dafür vorgesehenen Teilen, oft in abweichender Ausführung.

Welche Variante zulässig ist, welche Schraubenlänge gefordert wird und welche Auflagen zur Nabenzentrierung gelten, steht in der Dokumentation der jeweiligen Spurverbreiterung. Diese Angabe hat Vorrang vor jeder Faustregel. Die Details zu Bauarten, Einbau und Abnahme findest du im Ratgeber Spurverbreiterungen: Einbau und Abnahme, für Pickups zusätzlich in Spurverbreiterung am Pickup. Wie sich Distanzringe von Spurplatten unterscheiden, klärt Distanzringe für Alufelgen.

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7. Felgenschloss: Funktion und Grenzen

Ein Felgenschloss ist eine Radschraube oder Radmutter mit einem individuellen Profil im Kopf, das sich nur mit einem passenden Adapter fassen lässt. Üblich ist ein Schloss pro Rad, die restlichen Positionen bleiben Standardteile. Wichtig: Das Felgenschloss muss in Gewinde, Länge und Bundform exakt den übrigen Schrauben entsprechen – es ist ein Ersatz für eine Schraube, kein Zusatzteil mit eigenen Regeln.

Was ein Felgenschloss leistet und was nicht:

  • Leistet: Es erhöht den Aufwand für einen Diebstahl deutlich, weil Standardwerkzeug nicht greift. Für Gelegenheitszugriffe ist das eine wirksame Hürde.
  • Leistet nicht: Es ist kein absoluter Schutz. Mit Spezialwerkzeug lässt sich auch ein Schloss entfernen. Betrachte es als Abschreckung, nicht als Garantie.
  • Praxisgrenze: Ohne Adapter ist auch der Reifenwechsel am Straßenrand vorbei. Bewahre den Adapter im Fahrzeug auf, aber nicht lose im Kofferraum unter dem Gepäck, und notiere den auf dem Adapter aufgedruckten Code separat – damit lässt sich beim Hersteller in der Regel Ersatz beschaffen.
  • Werkstatt: Bei jedem Termin mit Radarbeiten muss der Adapter mit. Ein beschädigter oder ausgeschlagener Adapter gehört ersetzt, bevor er das Profil im Schloss ruiniert.

Manche Adapter sind nicht für den Schlagschrauber freigegeben. Werden sie trotzdem so verwendet, rundet das Profil aus, und das Schloss ist im Ernstfall nicht mehr zu öffnen. Das Anziehen von Hand mit Drehmomentschlüssel ist hier also nicht nur Sorgfalt, sondern Selbstschutz.

8. Anziehen und Nachziehen – das Wichtigste in Kürze

Zum Bauteil gehört der richtige Umgang, aber der komplette Ablauf steht an anderer Stelle. Kurzfassung:

  • Immer über Kreuz anziehen, damit das Rad plan anliegt.
  • Drehmomentschlüssel statt Gefühl; das Sollmoment steht in der Fahrzeugdokumentation und hängt von Fahrzeug, Rad und Schraube ab.
  • Gewinde und Auflageflächen sauber und trocken halten. Nicht fetten oder ölen, sofern der Hersteller das nicht ausdrücklich vorsieht – geschmierte Gewinde verändern das Verhältnis von Drehmoment und Vorspannung.
  • Nach kurzer Fahrstrecke nachziehen, besonders nach der Erstmontage neuer Räder.
  • Verformte, korrodierte oder mit ausgeschlagenem Kopf versehene Teile ersetzen statt weiterverwenden.

Den vollständigen Ablauf mit Vorbereitung, Reihenfolge, Nachziehintervall und Einlagerung findest du im Ratgeber Räder wechseln und einlagern. Wer saisonal wechselt, spart sich mit fertig montierten Sätzen viel davon – siehe Winterkompletträder.

9. Checkliste vor dem Radkauf

Diese fünf Punkte klärst du am besten, bevor die Räder da sind – nicht am Montagetag:

  • Welches System hat das Fahrzeug – Gewindebohrung in der Nabe oder Stehbolzen?
  • Welches Gewinde inklusive Steigung ist vorgeschrieben?
  • Welche Bundform verlangt die neue Felge, und weicht sie von der bisherigen ab?
  • Wie dick ist die neue Felge im Schraubenauge, und reicht die bisherige Länge noch für die geforderte Einschraubtiefe?
  • Passt der Schraubenkopf in die Schraubentasche, und passt das vorhandene Werkzeug?

Kommen Spurverbreiterungen dazu, wiederholst du Punkt 4 mit dem zusätzlichen Maß der Platte. Bei Unsicherheit ist der Blick in die Fahrzeugdokumentation und in die Auflagen des Felgengutachtens verbindlich – nicht die Erfahrung vom Vorgängerfahrzeug.

FAQ: Radschrauben und Radbolzen

Was ist der Unterschied zwischen Radschraube und Radbolzen?

Bei der Radschraube sitzt das Gewinde in der Radnabe, die Schraube geht durch die Felge und wird eingedreht. Beim Radbolzen steckt ein Gewindebolzen fest in der Nabe, das Rad wird aufgesteckt und mit Radmuttern verschraubt. Welches System dein Fahrzeug hat, ist konstruktiv festgelegt und nicht frei wählbar.

Woran erkenne ich, ob ich Kegelbund oder Kugelbund brauche?

Entscheidend ist die Bohrung in der Felge: Ein Kegelsitz ist gerade und trichterförmig, ein Kugelsitz sichtbar gewölbt und muldenförmig. Maßgeblich sind die Angaben des Fahrzeugherstellers und die Auflagen im Gutachten der Felge. Wenn du die Formen nicht sicher unterscheiden kannst, lässt du das vor der Montage in einer Fachwerkstatt prüfen – eine falsche Bundform ist sicherheitskritisch.

Brauche ich für Alufelgen andere Radschrauben als für Stahlräder?

Sehr häufig ja. Alufelgen sind im Schraubenauge meist dicker, nutzen oft eine andere Bundform und haben engere Schraubentaschen. Deshalb passen die Schrauben der Stahlräder oft nicht – auch wenn sie sich eindrehen lassen. Prüfe Länge, Bundform und Kopfgeometrie für den neuen Satz separat.

Wie lang müssen Radschrauben bei einer Spurverbreiterung sein?

Bei durchgesteckten Systemen gilt als Orientierung: pro Millimeter Verbreiterung ein Millimeter mehr Klemmlänge, damit die Einschraubtiefe in der Nabe unverändert bleibt. Verbindlich ist die Angabe in der Dokumentation der jeweiligen Spurverbreiterung; Systeme mit eigener Aufnahme bringen ohnehin eigene Vorgaben mit.

Was mache ich, wenn der Adapter für das Felgenschloss weg ist?

Der auf vielen Adaptern aufgedruckte Code erlaubt in der Regel eine Ersatzbestellung beim Hersteller des Schlosses – deshalb sollte er separat notiert sein. Ohne Code oder Nachweis bleibt in der Praxis nur der Ausbau durch eine Fachwerkstatt mit Spezialwerkzeug, anschließend wird der Satz ersetzt.

Darf ich Radschrauben fetten, damit sie nicht festrosten?

Nur, wenn der Fahrzeughersteller das ausdrücklich vorsieht. Schmierstoff auf Gewinde oder Auflagefläche senkt die Reibung, sodass bei gleichem Drehmoment eine deutlich höhere Vorspannung entsteht. Standard ist die trockene, saubere Montage.

Fazit und nächster Schritt

Radschrauben und Radbolzen sind kleine Teile mit großer Wirkung: Gewinde, Länge und Bundform müssen zum Fahrzeug und zur konkreten Felge passen. Der häufigste Fehler bleibt der Umstieg von Stahl auf Alu mit den alten Schrauben – gefolgt von der Verwechslung von Kegel- und Kugelbund. Beides lässt sich vor dem Kauf in fünf Minuten klären.

Hinweis: Der ZR Shop führt selbst keine Radschrauben, Radbolzen oder Felgenschlösser. Dieser Beitrag ist ein reiner Ratgeber. Welche Befestigung du brauchst, hängt vom Fahrzeug und von der gewählten Felge ab – plane sie beim Radkauf von Anfang an mit ein und kläre sie im Zweifel mit einer Fachwerkstatt.

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Passend dazu

Quellen und Stand

  • Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) – Vorschriften zum vorschriftsmäßigen und betriebssicheren Zustand von Fahrzeugen sowie zu Rädern und Bereifung.
  • Fahrzeug- und Felgendokumentation – Betriebsanleitung, Teilegutachten bzw. ABE und die darin genannten Auflagen zur Radbefestigung (herstellerseitige Angabe, jeweils fahrzeug- und felgenspezifisch).
  • Grundlagen der Schraubenverbindung – Vorspannkraft, Reibschluss, Einschraubtiefe und Einfluss der Schmierung auf das Drehmoment-Vorspannkraft-Verhältnis.

Hinweis: Rechtsstand und Prüfdatum: 18. August 2026, Deutschland. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils geltende Fassung der genannten Vorschriften sowie die Vorgaben von Fahrzeug- und Felgenhersteller. Dieser Beitrag ersetzt keine fahrzeugindividuelle Prüfung und keine Fachwerkstatt.

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