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Felgen für Elektroautos: worauf es wirklich ankommt

Beim Elektroauto verschieben sich die Prioritäten am Rad. Die kurze Antwort vorweg: Die Traglast zählt beim E-Auto mehr als beim Verbrenner – und die Felgengröße beeinflusst die Reichweite spürbar. Beides hängt an derselben Ursache: Ein Elektroauto trägt eine schwere Batterie im Boden und liefert sein Drehmoment ab der ersten Umdrehung. Das erhöht die Last auf jedem einzelnen Rad und den Verschleiß an jedem einzelnen Reifen.

Rein technisch ist eine Felge fürs Elektroauto trotzdem keine eigene Bauart. Es gibt keine gesetzliche „E-Auto-Felge“. Was es gibt, sind Anforderungen, die bei E-Fahrzeugen häufiger an die Grenze stoßen als bei vergleichbaren Verbrennern: eine höhere geforderte Radlast, ein größerer Einfluss des Radgewichts und der Aerodynamik auf den Verbrauch, und Reifen, die durch Gewicht und Antriebsmoment früher am Ende sind.

In diesem Ratgeber liest du, welche Werte du beim Kauf zuerst prüfst, warum größere Zollgrößen optisch gewinnen und bei der Reichweite verlieren, welche Lochkreise und Nabenbohrungen bei verbreiteten E-Modellen üblich sind – und warum im Winter oft das kleinere Rad die klügere Wahl ist.

1. Was am Elektroauto technisch anders ist

Drei Eigenschaften unterscheiden ein Elektroauto beim Thema Räder von einem vergleichbaren Verbrenner:

  • Mehrgewicht durch die Batterie. Der Akku sitzt tief im Unterboden und wiegt je nach Kapazität mehrere hundert Kilogramm. Ein E-Fahrzeug ist dadurch bei gleicher Fahrzeugklasse in der Regel deutlich schwerer als sein Verbrenner-Pendant. Das Gewicht verteilt sich auf vier Räder – und genau dort muss es rechnerisch aufgefangen werden.
  • Drehmoment ab Stillstand. Ein Elektromotor stellt sein maximales Drehmoment praktisch sofort bereit. Es gibt keine Drehzahlschwelle, keinen Turboaufbau, keine Schaltpausen. Die Antriebskraft geht direkt in den Reifen.
  • Rekuperation statt Bremse. Verzögert wird großteils über den Motor. Das schont die Bremsanlage, verlagert aber Kräfte in die Reifenaufstandsfläche – und es macht das Fahrzeug im Betrieb sehr leise, weshalb Abrollgeräusche stärker auffallen.

Aus diesen drei Punkten folgen die drei Themen, um die sich der Rest dieses Ratgebers dreht: Traglast, Reichweite und Gewicht sowie Reifenverschleiß. Alles andere – Lochkreis, Einpresstiefe, Nabenbohrung, Freigang – gilt am Elektroauto genauso wie an jedem anderen Fahrzeug und ist in den verlinkten Fachartikeln ausführlich beschrieben.

2. Traglast: der Wert, den du zuerst prüfst

Jede Felge hat eine im Gutachten dokumentierte maximale Radlast in Kilogramm. Jeder Reifen hat einen Lastindex (LI), der die zulässige Tragfähigkeit pro Reifen bei vorgegebenem Luftdruck angibt. Beide Werte müssen zur jeweiligen zulässigen Achslast deines Fahrzeugs passen – und zwar zur Achslast, die in den Fahrzeugpapieren steht, nicht zum gefühlten Gewicht.

Die Rechnung ist simpel: Die zulässige Achslast wird auf zwei Räder verteilt. Der pro Rad benötigte Wert ist also die halbe Achslast. Felge und Reifen müssen diesen Wert jeweils mindestens erreichen. Genau hier wird es beim E-Auto eng: Weil die Batterie das Leergewicht und damit auch die zulässigen Achslasten nach oben treibt, landen viele Elektrofahrzeuge in Traglastbereichen, die man von einem Kompaktwagen früher nicht kannte. Eine Felge, die auf einem gleich großen Verbrenner problemlos zulässig wäre, kann am E-Modell an der Traglast scheitern – obwohl Lochkreis, Zollgröße und Einpresstiefe rechnerisch passen würden.

Wie du die Werte konkret ermittelst und gegenrechnest, steht Schritt für Schritt im Ratgeber Felgen-Traglast berechnen. Die zugehörige Reifenseite deckt der Ratgeber Lastindex und Traglast-Tabelle ab. Wo die Achslasten in den Papieren stehen, zeigt Fahrzeugschein erklärt.

Warum eine zu schwache Felge nicht zulässig ist

Die Traglast ist keine Empfehlung, sondern Teil der Freigabe. Ein Rad wird immer für eine bestimmte maximale Radlast geprüft und dokumentiert – in der EG-Typgenehmigung beziehungsweise im Teilegutachten nach § 19 Abs. 3 StVZO. Liegt die halbe zulässige Achslast deines Fahrzeugs über diesem Wert, ist die Rad-Reifen-Kombination für dieses Fahrzeug schlicht nicht abgedeckt. Es gibt dafür keinen Toleranzbereich und keine Ausnahme für „fahre ich ja sowieso nie voll beladen“.

Praktische Konsequenz: Prüfe die Traglast, bevor du dich in ein Design verliebst. Erst danach kommen Größe, Farbe und Speichenform. Bei Reifen achtest du zusätzlich auf verstärkte Ausführungen – die Kennzeichnungen XL beziehungsweise Reinforced und die neuere Kategorie HL (High Load) stehen für Reifen, die bei gleicher Größe eine höhere Last tragen dürfen. Wie du diese Kürzel auf der Flanke liest, erklärt Reifenbezeichnung lesen.

Hinweis: Traglastwerte sind fahrzeug- und radspezifisch. Maßgeblich sind ausschließlich die zulässigen Achslasten in deinen Fahrzeugpapieren sowie die im Gutachten der konkreten Felge dokumentierte Radlast. Allgemeine Tabellen ersetzen diese Prüfung nicht.

3. Reichweite, Gewicht und Aerodynamik

Beim Verbrenner ist das Radgewicht vor allem eine Komfort- und Handlingfrage. Beim Elektroauto ist es zusätzlich eine Reichweitenfrage – weil der Energieverbrauch unmittelbar in verfügbare Kilometer umgerechnet wird und weil die Fahrzeuge ohnehin nahe an ihren Gewichtsgrenzen operieren. Drei Effekte spielen zusammen:

Ungefederte Massen

Rad, Reifen, Bremse und ein Teil der Radaufhängung gehören zur ungefederten Masse. Sie folgt jeder Fahrbahnunebenheit direkt, ohne dass die Feder sie abfangen kann. Je schwerer das Rad, desto träger reagiert es, desto mehr Arbeit muss die Dämpfung leisten und desto unruhiger wird der Kontakt zur Fahrbahn. Hinzu kommt die Rotationsträgheit: Ein schweres Rad muss bei jedem Beschleunigen zusätzlich in Drehung versetzt und beim Verzögern wieder abgebremst werden. Die Rekuperation holt davon einen Teil zurück, aber eben nicht alles.

Genau hier liegt der Vorteil einer guten Leichtmetallfelge. Zwischen Fertigungsverfahren gibt es reale Gewichtsunterschiede bei gleicher Größe und gleicher Traglast – welche Verfahren wie viel Material sparen und wo die Grenzen liegen, vergleicht der Ratgeber Flow Forged vs. gegossene Felgen. Wichtig dabei: Leichter ist nur dann besser, wenn die geforderte Traglast weiterhin erfüllt ist. Gewicht sparen auf Kosten der Radlast ist keine Option.

Rollwiderstand

Größere Felgen bekommen fast immer breitere Reifen mit niedrigerem Querschnitt. Breiter heißt mehr Aufstandsfläche und in der Tendenz mehr Rollwiderstand; ein flacherer Querschnitt bedeutet eine steifere, schwerere Flanke. Beides kostet Energie, die beim Elektroauto direkt aus der Batterie kommt. Welche Reifenbreite auf welche Felgenbreite gehört und welche Kombinationen sinnvoll sind, klärt Felgen- und Reifenbreite.

Aerodynamik

Das Rad ist eines der aerodynamisch unruhigsten Bauteile am Fahrzeug: Es dreht sich, es steht im Radkasten, und es erzeugt Verwirbelungen an der Fahrzeugflanke. Deshalb liefern Hersteller viele Elektroautos ab Werk mit sehr geschlossenen Radblenden oder flach gestalteten Felgendesigns aus – das ist keine Stilentscheidung, sondern Verbrauchsarbeit. Eine sehr offene Speichenoptik mit tiefem Bett sieht am E-Auto oft besser aus, arbeitet aerodynamisch aber gegen das Konzept, das der Hersteller verfolgt hat.

Wie stark der Effekt insgesamt ausfällt, lässt sich nicht seriös pauschalisieren – er hängt vom Fahrzeug, vom Reifen, vom Fahrprofil und von der Geschwindigkeit ab. Ein guter, herstellereigener Anhaltspunkt existiert aber: Bei vielen E-Modellen wird die WLTP-Reichweite je nach Radgröße getrennt ausgewiesen, und die größere Radgröße steht dabei regelmäßig schlechter da. Wer wissen will, was die Umrüstung sein Fahrzeug kostet, findet die belastbarste Zahl in genau diesen Herstellerangaben zum eigenen Modell.

Hinweis: Größer ist eine bewusste Abwägung, kein Fehler. Wer die Optik will und die Reichweite im Alltag nicht ausreizt, fährt mit dem größeren Rad gut. Der Punkt ist nur, die Entscheidung informiert zu treffen – und nicht hinterher überrascht zu sein.

4. Typische Werksgrößen verbreiteter E-Modelle

Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung zu Lochkreis, Nabenbohrung und den ab Werk verbreiteten Zollgrößen gängiger Elektromodelle. Sie hilft beim ersten Eingrenzen – etwa um zu erkennen, dass zwei Fahrzeuge auf derselben Plattform dieselben Anschlussmaße nutzen.

Modell / Plattform Lochkreis Nabenbohrung Verbreitete Werks-Zollgrößen
Tesla Model 3 5x114,3 64,1 mm 18–20 Zoll
Tesla Model Y 5x114,3 64,1 mm 19–21 Zoll
VW ID.3 / Cupra Born (MEB) 5x112 57,1 mm 18–20 Zoll
VW ID.4 / ID.5 / Škoda Enyaq (MEB) 5x112 57,1 mm 19–21 Zoll
VW ID. Buzz 5x112 57,1 mm 18–21 Zoll
Hyundai Ioniq 5 / Kia EV6 (E-GMP) 5x114,3 67,1 mm 19–20 Zoll
BMW i4 / iX3 5x112 66,6 mm 18–20 Zoll
Mercedes EQA / EQB 5x112 66,6 mm 18–20 Zoll
Polestar 2 5x108 63,4 mm 19–20 Zoll
Nissan Leaf 5x114,3 66,1 mm 16–17 Zoll
Renault Zoe 4x100 60,1 mm 15–17 Zoll
Peugeot e-208 / Opel Corsa Electric 4x108 65,1 mm 16–17 Zoll

Hinweis: Diese Tabelle ist eine Orientierung, keine Freigabe. Lochkreis, Nabenbohrung, zulässige Zollgrößen, Einpresstiefen und Mindest-Traglasten sind modell-, motorisierungs- und baujahrabhängig und ändern sich über die Bauzeit. Verbindlich sind ausschließlich deine Fahrzeugpapiere und das Gutachten der konkreten Felge. Die genannten Fahrzeugmarken werden hier rein beschreibend genannt; eine Passgarantie für ein bestimmtes Fahrzeug ist damit nicht verbunden.

Zwei Werte aus der Tabelle verdienen einen genaueren Blick. Der Lochkreis ist ein hartes Ausschlusskriterium: Er muss exakt stimmen, es gibt keine Annäherung. Wie er gemessen und angegeben wird, erklärt Lochkreis verstehen und messen. Die Nabenbohrung dagegen darf größer sein als der Nabensitz des Fahrzeugs – die Differenz übernimmt ein passender Zentrierring, der das Rad exakt mittig führt. Details dazu in Perfekte Zentrierung mit Zentrierringen und Felgen ohne Zentrierringe fahren. Passende Ringe findest du in der Collection Zentrierringe.

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5. Reifen am Elektroauto: Verschleiß, Kennzeichnung, Rollgeräusch

Der Reifen ist am E-Auto das Bauteil, das die veränderten Kräfte als Erstes zu spüren bekommt. Drei Punkte sind in der Praxis relevant:

Höherer Verschleiß

Mehr Fahrzeuggewicht und sofort anliegendes Drehmoment bedeuten in der Summe mehr Beanspruchung der Lauffläche. Wer aus dem Verbrenner in ein gleich großes E-Fahrzeug umsteigt und ähnlich fährt, erreicht mit demselben Reifentyp in der Regel keine gleich hohe Laufleistung. Wie stark der Unterschied ausfällt, hängt sehr deutlich vom Fahrstil ab: Wer die Beschleunigung regelmäßig ausnutzt, verschleißt spürbar schneller als jemand, der vorausschauend rekuperiert. Kontrolliere die Profiltiefe deshalb häufiger als du es gewohnt bist, und achte auf gleichmäßiges Abfahren – ungleichmäßiger Verschleiß ist ein Hinweis auf Luftdruck- oder Fahrwerksthemen.

Kennzeichnungen der Hersteller

Viele Reifenhersteller führen inzwischen Linien, die gezielt auf Elektrofahrzeuge abgestimmt sind – typischerweise mit dem Ziel, Rollwiderstand, Tragfähigkeit und Abriebfestigkeit besser auszubalancieren. Erkennbar sind sie an herstellereigenen Zusatzkennzeichnungen auf der Flanke. Diese Kennzeichnungen sind nicht gesetzlich geregelt und nicht einheitlich: Sie sind eine Herstellerangabe, kein Prüfzeichen. Rechtlich relevant bleiben Größe, Lastindex, Geschwindigkeitsindex und – im Winter – das Alpine-Symbol.

Wichtiger als jedes E-Label ist die schlichte Frage, ob Größe und Lastindex zur Fahrzeugfreigabe passen. Ein regulärer Reifen mit ausreichendem Lastindex ist am Elektroauto zulässig; ein „EV-optimierter“ Reifen mit zu geringem Lastindex ist es nicht.

Rollgeräusch

Ohne Verbrennungsmotor fällt das Abrollgeräusch deutlich stärker auf – nicht weil es lauter wäre, sondern weil nichts mehr darüber liegt. Ab mittleren Geschwindigkeiten ist der Reifen die dominierende Geräuschquelle im Innenraum. Ein Teil der auf E-Fahrzeuge ausgelegten Reifen arbeitet deshalb mit geräuschdämpfenden Einlagen im Inneren. Auch das Felgendesign spielt mit hinein, und Reifenbreite und Profilart sowieso: Ein grobstolliges Profil bleibt am leisen Elektroauto hörbarer als am Diesel.

Damit Räder ruhig laufen, gehört zu jedem Reifenwechsel sauberes Auswuchten und der richtige Reifendruck – beim schweren E-Fahrzeug ist der korrekte Luftdruck besonders wichtig, weil er direkt auf Tragfähigkeit, Verschleiß und Rollwiderstand wirkt. Passende Reifen findest du im Shop.

6. Winterräder am E-Auto: kleiner ist oft klüger

Für den Winter spricht am Elektroauto ungewöhnlich viel für einen zweiten Radsatz in der kleinstmöglichen freigegebenen Zollgröße. Die Gründe:

  • Reichweite. Im Winter ist die verfügbare Reichweite ohnehin geringer – Kälte, Heizung, höherer Rollwiderstand auf nasser Fahrbahn. Ein kleineres, leichteres Rad mit schmalerem Reifen arbeitet hier in die richtige Richtung.
  • Traktion. Ein schmalerer Reifen drückt sich bei gleichem Fahrzeuggewicht stärker in Schnee und Matsch und findet dort eher Halt als ein sehr breiter Reifen, der eher aufschwimmt.
  • Kosten. Kleinere Reifen sind in aller Regel günstiger als sehr große Niederquerschnittsreifen – und man braucht sie regelmäßig neu.
  • Kantenschutz. Die höhere Reifenflanke federt Bordsteinkontakte, Schlaglöcher und Frostaufbrüche besser ab. Am schweren E-Auto ist das kein Nebenaspekt: Mehr Masse heißt mehr Energie beim Einschlag.

Die Untergrenze setzt allerdings nicht der Geldbeutel, sondern das Fahrzeug. Die kleinste zulässige Zollgröße ergibt sich aus den Fahrzeugpapieren beziehungsweise dem Gutachten – und aus dem Freigang zur Bremsanlage. Unterhalb dieser Größe geht nichts, auch wenn Lochkreis und Traglast passen würden. Wie ein Winterradsatz sinnvoll zusammengestellt wird, steht im Ratgeber Winterkompletträder; warum die saisonale Trennung technisch Sinn ergibt, erklärt Winterreifen im Sommer fahren.

Eine oft übersehene Option für den Winter ist das Stahlrad. Es ist unempfindlich gegen Streusalz, günstig zu ersetzen und in den relevanten Traglastbereichen verfügbar. Der Nachteil ist das höhere Gewicht gegenüber einer vergleichbaren Leichtmetallfelge – hier wirkt derselbe Mechanismus wie oben beschrieben, nur in die andere Richtung. Wer die Reichweite maximieren will, greift zur leichten Alufelge; wer den Winter möglichst sorgenfrei und günstig überstehen will, fährt mit Stahlrädern gut. Beides ist eine legitime Entscheidung, solange die Traglast stimmt.

Zum saisonalen Wechsel selbst – Reihenfolge, Drehmoment, Nachziehen, Lagerung – findest du die Praxisanleitung unter Räder wechseln und einlagern.

7. RDKS am Elektroauto

Ein Reifendruckkontrollsystem ist bei allen betroffenen Pkw Pflicht – und Elektroautos sind davon selbstverständlich nicht ausgenommen. Für den zweiten Radsatz heißt das: Er braucht funktionierende Sensoren, die zum Fahrzeug passen und korrekt angelernt sind.

Beim E-Auto kommt ein praktischer Aspekt dazu. Weil das Fahrzeug schwer ist und der Luftdruck direkt auf Tragfähigkeit und Rollwiderstand wirkt, ist ein funktionierendes RDKS hier nicht nur eine Vorschrift, sondern ein echtes Kontrollinstrument: Ein schleichender Druckverlust kostet am E-Fahrzeug messbar Reichweite, bevor er überhaupt am Fahrverhalten auffällt. Wie direkte und indirekte Systeme funktionieren, wann Sensoren neu angelernt werden müssen und was beim Radwechsel zu beachten ist, steht im Ratgeber Reifendruckkontrollsysteme (RDKS). Passende Sensoren gibt es in der Collection RDKS-Sensoren.

8. Checkliste: was du beim Umrüsten prüfst

Diese Reihenfolge hat sich bewährt – sie sortiert nach „hartes Ausschlusskriterium zuerst“:

# Prüfpunkt Worauf es ankommt Vertiefung
1 Traglast Felge Dokumentierte Radlast ≥ halbe zulässige Achslast Traglast berechnen
2 Lastindex Reifen LI muss ebenfalls die halbe Achslast abdecken (ggf. XL/HL) Lastindex-Tabelle
3 Lochkreis Muss exakt übereinstimmen – kein Spielraum Lochkreis messen
4 Einpresstiefe (ET) Bestimmt Radstellung, Freigang und Lagerbelastung ET-Guide
5 Nabenbohrung Gleich groß oder größer + passender Zentrierring Zentrierringe
6 Freigang Bremssattel, Federbein, Radhaus – auch bei vollem Einschlag Größen-Ratgeber 18 Zoll
7 Papiere / Gutachten Freigabe für dein Fahrzeug prüfen, Eintragung klären KBA-Nummer
8 RDKS Sensoren vorhanden, passend, angelernt RDKS-Ratgeber

Punkt 4 verdient am Elektroauto besondere Aufmerksamkeit. Eine abweichende Einpresstiefe verändert den Hebelarm am Radlager – und dieser Hebel wirkt gegen ein höheres Fahrzeuggewicht als beim vergleichbaren Verbrenner. Was am leichten Fahrzeug noch unauffällig bleibt, kann am schweren E-Modell früher zu Verschleiß führen. Bleib deshalb im vom Gutachten abgedeckten ET-Bereich, statt ihn auszureizen.

Ob eine Kombination eintragungsfrei gefahren werden darf oder eine Begutachtung braucht, hängt vom Dokument ab, das der Felge beiliegt: EG-Typgenehmigung, ABE oder Teilegutachten nach § 19 Abs. 3 StVZO mit den dort genannten Auflagen. Wie der Ablauf bei einer Abnahme durch eine amtlich anerkannte Prüforganisation aussieht, beschreibt Felgen eintragen lassen.

9. Fazit

Es gibt keine gesetzlich definierte „E-Auto-Felge“ – aber es gibt eine veränderte Gewichtung. Die Traglast ist am Elektroauto der Wert, an dem eine Umrüstung am häufigsten scheitert, und sie gehört deshalb an den Anfang der Prüfung, nicht ans Ende. Gewicht und Aerodynamik des Rades wirken direkt auf den Verbrauch und damit auf die Reichweite: Größer sieht meist besser aus, kleiner und leichter fährt weiter. Und der Reifen ist am E-Fahrzeug ein Verschleißteil mit kürzerem Intervall, das häufigere Kontrolle verdient.

Wer diese drei Punkte sauber durchgeht und danach erst über Design entscheidet, bekommt am Elektroauto ein Rad, das passt, zulässig ist und nicht unnötig Reichweite kostet.

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FAQ: Felgen für Elektroautos

Braucht ein Elektroauto spezielle Felgen?

Nein, es gibt keine eigene gesetzliche Kategorie für E-Auto-Felgen. Entscheidend ist, dass die Felge die geforderte Radlast trägt und für dein Fahrzeug freigegeben ist. Weil Elektroautos durch die Batterie schwerer sind, scheitern manche Felgen genau an dieser Traglast – obwohl Lochkreis und Größe passen würden.

Welche Felgengröße hat ein Tesla Model 3?

Ab Werk sind beim Model 3 verbreitet Zollgrößen von 18 bis 20 Zoll, bei einem Lochkreis von 5x114,3 und einer Nabenbohrung von 64,1 mm. Die konkret zulässigen Größen, Breiten und Einpresstiefen hängen von Baujahr und Ausführung ab – verbindlich sind die Fahrzeugpapiere und das Gutachten der jeweiligen Felge.

Kosten größere Felgen am E-Auto Reichweite?

In der Tendenz ja. Größere Räder sind schwerer, tragen meist breitere Reifen mit höherem Rollwiderstand und sind aerodynamisch ungünstiger. Wie stark der Effekt bei deinem Fahrzeug ausfällt, siehst du am besten an den herstellerseitig je Radgröße ausgewiesenen WLTP-Reichweiten deines Modells.

Nutzen sich Reifen am Elektroauto schneller ab?

Häufig ja. Mehr Fahrzeuggewicht und das sofort verfügbare Drehmoment beanspruchen die Lauffläche stärker. Wie deutlich der Unterschied ausfällt, hängt stark vom Fahrstil ab. Kontrolliere Profiltiefe und Luftdruck deshalb regelmäßiger als beim Verbrenner.

Sind kleinere Winterräder am E-Auto sinnvoll?

Oft ja. Ein kleineres, leichteres Rad mit schmalerem Reifen und höherer Flanke bringt im Winter Vorteile bei Reichweite, Traktion im Schnee, Kosten und Kantenschutz. Die Untergrenze setzt aber das Fahrzeug: Die kleinste zulässige Zollgröße ergibt sich aus Papieren, Gutachten und dem Freigang zur Bremsanlage.


Rechtsstand und Quellen

Passend dazu

Hinweis: Rechtsstand und Prüfdatum 18. August 2026. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich ist stets die jeweils geltende Fassung der genannten Vorschriften sowie die Dokumentation zu deinem konkreten Fahrzeug und zur konkreten Felge. Fahrzeug- und Felgenmarken werden ausschließlich beschreibend genannt; es besteht keine Partnerschaft mit den genannten Herstellern.

  • Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) – § 19 (Bauartgenehmigung, Teilegutachten, Erlöschen der Betriebserlaubnis)
  • EG-Typgenehmigung / ECE-Regelungen für Räder und Reifen – Kennzeichnung, geprüfte Radlast, Lastindex
  • Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung Teil I) – zulässige Achslasten, zulässige Gesamtmasse, Rad-/Reifenangaben
  • Teilegutachten und ABE der jeweiligen Felge – freigegebene Größen, Einpresstiefen, maximale Radlast, Auflagen
  • Reifenkennzeichnung nach ETRTO – Lastindex, Extra Load (XL/Reinforced), High Load (HL)
  • Herstellerangaben zur WLTP-Reichweite je Radgröße – als interessengeleitete, aber modellspezifische Quelle eingeordnet

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