Die direkte Antwort vorweg: Mercedes-Pkw fahren ganz überwiegend auf dem Lochkreis 5x112 mit einer Nabenbohrung von 66,6 mm. Diese beiden Werte sind über die Baureihen hinweg bemerkenswert konstant – von der A-Klasse bis zur S-Klasse, vom GLA bis zum GLE. Was dagegen nicht konstant ist, ist die zulässige Zollgröße: Sie reicht je nach Baureihe von 16 bis 22 Zoll, und sie hängt an Bremsanlage, Motorisierung, Fahrwerk und Baujahr. Und bei den Transportern gilt ohnehin eine eigene Welt: Der Sprinter nutzt 6x130 bei 84,1 mm und hat mit dem Pkw-Programm nichts gemeinsam.
Anders gesagt: Der Lochkreis sagt dir, ob ein Rad theoretisch auf die Nabe geht. Ob es auf dein Fahrzeug darf, entscheidet die Baureihe – genauer gesagt die Kombination aus Zollgröße, Felgenbreite, Einpresstiefe, Traglast und Freigang. Dieser Guide geht beides durch: erst die Anschlussmaße je Baureihe, dann die Größenlogik dahinter.
Hinweis: Rechtsstand und Prüfdatum 18. August 2026, Deutschland. Angaben ohne Gewähr. Verbindlich sind ausschließlich deine Fahrzeugpapiere sowie die EG-Typgenehmigung, ABE oder das Teilegutachten der konkreten Felge. Fahrzeug- und Felgenmarken werden hier ausschließlich beschreibend genannt; zrshop ist kein Vertragspartner, Vertriebspartner oder Lizenznehmer von Mercedes-Benz oder Mercedes-AMG.
Felgen in 5x112 im ZR Shop ansehen →
1. Warum 5x112 bei Mercedes nicht automatisch „passt“ heißt
5x112 bedeutet: fünf Bohrungen, verteilt auf einem gedachten Teilkreis von 112 mm Durchmesser. Dieser Lochkreis ist ein hartes Ausschlusskriterium – er muss exakt stimmen, eine Annäherung gibt es nicht. Wie er korrekt gemessen wird und warum bei fünf Löchern die naive Messung von Loch zu Loch in die Irre führt, erklärt der Ratgeber Lochkreise bei Felgen verstehen und messen.
Der Haken: 5x112 ist kein Mercedes-Alleinstellungsmerkmal. Auch viele Fahrzeuge anderer Hersteller nutzen denselben Lochkreis – darunter Modelle von Audi, VW, Škoda, Seat und die neueren BMW-Baureihen. Genau deshalb entsteht der häufigste Irrtum überhaupt: „Der Lochkreis stimmt, also passt das Rad.“ Er stimmt tatsächlich – aber die Nabenbohrung unterscheidet sich, und die Einpresstiefe erst recht. Ein Rad vom VW Golf mit 5x112 hat in aller Regel eine Nabenbohrung von 57,1 mm und geht damit über den 66,6 mm großen Nabenzapfen eines Mercedes schlicht nicht drüber. Umgekehrt funktioniert es – dazu gleich mehr.
Was neben dem Lochkreis noch stimmen muss:
- Nabenbohrung (CB): mindestens so groß wie der Nabenzapfen; Differenz wird durch einen Zentrierring ausgeglichen.
- Zollgröße und Felgenbreite: müssen zur freigegebenen Reifendimension passen – nach unten begrenzt durch die Bremsanlage, nach oben durch den Freigang im Radhaus.
- Einpresstiefe (ET): bestimmt, wie tief das Rad im Radhaus steht.
- Traglast: die im Gutachten dokumentierte Radlast muss mindestens die halbe zulässige Achslast abdecken.
- Radbolzen: Mercedes arbeitet mit Radbolzen, die in die Nabe geschraubt werden – Länge und Bundform müssen zur Radschale des jeweiligen Rades passen.
2. Anschlussmaße und Werksgrößen nach Baureihe
Die folgende Tabelle fasst Lochkreis, Nabenbohrung und die ab Werk verbreiteten Zollgrößen der gängigen Baureihen zusammen. Sie dient dem ersten Eingrenzen – etwa um zu erkennen, dass A-Klasse, CLA, GLA und GLB dieselben Anschlussmaße teilen und sich praktisch nur in der Größenfreigabe unterscheiden.
| Baureihe (interne Bezeichnung) | Bauzeitraum (typisch) | Lochkreis | Nabenbohrung | Gängige Werks-Zollgrößen |
|---|---|---|---|---|
| A-Klasse (W176, W177) | ab 2012 | 5x112 | 66,6 mm | 16–19 Zoll |
| B-Klasse (W246, W247) | ab 2011 | 5x112 | 66,6 mm | 16–19 Zoll |
| C-Klasse (W204) | 2007–2014 | 5x112 | 66,6 mm | 16–19 Zoll |
| C-Klasse (W205) | 2014–2021 | 5x112 | 66,6 mm | 16–19 Zoll |
| C-Klasse (W206) | ab 2021 | 5x112 | 66,6 mm | 17–20 Zoll |
| E-Klasse (W213) | 2016–2023 | 5x112 | 66,6 mm | 16–20 Zoll |
| E-Klasse (W214) | ab 2023 | 5x112 | 66,6 mm | 17–21 Zoll |
| S-Klasse (W222) | 2013–2020 | 5x112 | 66,6 mm | 17–20 Zoll |
| S-Klasse (W223) | ab 2020 | 5x112 | 66,6 mm | 18–21 Zoll |
| CLA (C117, C118) | ab 2013 | 5x112 | 66,6 mm | 16–19 Zoll |
| GLA (X156, H247) | ab 2013 | 5x112 | 66,6 mm | 17–20 Zoll |
| GLB (X247) | ab 2019 | 5x112 | 66,6 mm | 17–20 Zoll |
| GLC (X253, X254) | ab 2015 | 5x112 | 66,6 mm | 17–20 Zoll |
| GLE (W166, V167) | ab 2015 | 5x112 | 66,6 mm | 18–22 Zoll |
| V-Klasse / Vito (W447) | ab 2014 | 5x112 | 66,6 mm | 16–19 Zoll |
| G-Klasse (W463) | ab 1990 | 5x130 | 84,1 mm | 16–20 Zoll |
| Sprinter 3,5 t (W906, W907/910) | ab 2006 | 6x130 | 84,1 mm | 16–17 Zoll |
Hinweis: Diese Tabelle ist eine Orientierung, keine Freigabe. Zulässige Zollgrößen, Felgenbreiten, Einpresstiefen und Mindest-Traglasten sind baujahr-, motorisierungs- und ausstattungsabhängig und ändern sich innerhalb einer Baureihe über die Bauzeit – ein Vierzylinder mit Serienbremse und ein Achtzylinder mit großer Bremsanlage stehen in derselben Zeile und vertragen trotzdem nicht dieselben Räder. Auch Sonderausstattungen wie Sportfahrwerk, Luftfederung, Anhängerbetrieb oder Allradantrieb können die Freigabe verändern. Verbindlich sind allein die Fahrzeugpapiere und das Gutachten der konkreten Felge. Eine Passgarantie für ein bestimmtes Fahrzeug ist mit dieser Tabelle ausdrücklich nicht verbunden.
Zwei Muster lassen sich trotzdem ablesen. Erstens: Je größer und schwerer die Baureihe, desto höher die Untergrenze. Während eine A-Klasse in vielen Ausführungen noch auf 16 Zoll darf, beginnt die aktuelle S-Klasse faktisch bei 18 Zoll. Zweitens: Die Obergrenze wird über die Modellzyklen größer. Was in einer Baureihe die sportliche Ausnahme war, ist eine Generation später oft Serienausstattung. Wer ein älteres Fahrzeug fährt, sollte deshalb nicht von den Größen des Nachfolgers auf das eigene Auto schließen.
3. Nabenbohrung 66,6 mm – und wann du Zentrierringe brauchst
Die Nabenbohrung ist die Mittenbohrung des Rades. Sie trägt bei mittenzentrierten Fahrzeugen – und dazu zählen Mercedes-Pkw – das Gewicht in der Radaufnahme, während die Radbolzen das Rad gegen die Nabe verspannen. Deshalb muss das Rad exakt und spielfrei auf dem Nabenzapfen sitzen. Bei Mercedes-Pkw beträgt dieser Zapfen 66,6 mm.
Daraus folgen drei praktische Fälle:
- Rad mit exakt 66,6 mm: Das ist das Maß der Originalräder und vieler fahrzeugspezifischer Zubehörräder. Es sitzt direkt, ohne Ring.
- Rad mit größerer Bohrung: der Normalfall bei Universal-Zubehörfelgen. Viele Hersteller fertigen die Bohrung bewusst größer – etwa 72,6 oder 73,1 mm – damit dieselbe Felge auf mehreren Fahrzeugen einsetzbar ist. Die Differenz gleicht ein Zentrierring aus, der von 73,1 auf 66,6 mm reduziert. Das ist technisch völlig unproblematisch, solange der Ring exakt zur Kombination passt und sauber sitzt.
- Rad mit kleinerer Bohrung: geht nicht. Ein Rad mit 57,1 mm – das typische Maß vieler 5x112-Räder aus dem VW-Umfeld – lässt sich nicht auf einen 66,6-mm-Zapfen aufschieben. Aufbohren ist keine Lösung: Es verlässt den vom Gutachten abgedeckten Zustand.
Der umgekehrte Weg ist übrigens der Klassiker beim Radtausch zwischen Fahrzeugen: Ein Mercedes-Rad mit 66,6 mm passt mit einem Zentrierring von 66,6 auf 57,1 mm auf viele Fahrzeuge mit 5x112 und kleinerem Nabenzapfen – vorausgesetzt, Einpresstiefe, Traglast und Freigang stimmen ebenfalls. Wie ein VW Golf hier von einem Mercedes abweicht, obwohl beide 5x112 fahren, zeigt der Vergleich sehr deutlich; auch der Audi A4 und die neueren BMW-Baureihen mit 5x112 sind hier eine lehrreiche Gegenprobe.
Grundlagen und Montagehinweise stehen in Perfekte Zentrierung mit Zentrierringen und im Leitfaden zu Zentrierringen. Was passiert, wenn der Ring fehlt, beschreibt Felgen ohne Zentrierringe fahren – typischerweise Vibrationen im Lenkrad, die man fälschlich der Auswuchtung zuschreibt. Der Unterschied zwischen Zentrierring und Distanzring ist in Distanzringe für Alufelgen erklärt. Passende Ringe findest du in der Collection Zentrierringe.
Hinweis: Ein Zentrierring ist ein Passteil, kein Universalteil. Er muss auf beiden Seiten exakt zur Paarung gehören – Außenmaß zur Felge, Innenmaß zur Nabe. Ein zu groß gewählter Ring zentriert nicht, ein zu kleiner lässt sich nicht montieren. Kontrolliere nach dem ersten Radwechsel zusätzlich den festen Sitz, und ziehe die Radbolzen nach kurzer Fahrstrecke mit dem vorgeschriebenen Drehmoment nach.
4. Transporter sind ein eigenes Kapitel
Bei den Nutzfahrzeug-Baureihen endet die Pkw-Logik. Der Sprinter in den gängigen 3,5-Tonnen-Ausführungen fährt 6x130 bei einer Nabenbohrung von 84,1 mm – also sechs Bohrungen statt fünf und ein deutlich größerer Nabenzapfen. Mit dem Pkw-Programm gibt es keinerlei Überschneidung. Schwerere Varianten und Ausführungen mit Zwillingsbereifung weichen davon nochmals ab und brauchen eine eigene Prüfung. Hinzu kommt: Bei Transportern ist die Traglast pro Rad regelmäßig der limitierende Wert, nicht die Optik. Wer einen Sprinter oder ein darauf aufgebautes Wohnmobil umrüsten will, findet die Details im Bestandsartikel Sprinter- und Crafter-Felgen für Campervans sowie im Ratgeber Felgen fürs Wohnmobil.
Die V-Klasse und der Vito (W447) weichen anders ab, als viele erwarten: Lochkreis und Nabenbohrung entsprechen mit 5x112 und 66,6 mm dem Pkw-Standard. Der Unterschied liegt woanders – nämlich bei den zulässigen Achslasten und damit der geforderten Radlast sowie bei den Einpresstiefen. Eine Felge, die auf einer C-Klasse in derselben Größe zulässig ist, kann an der V-Klasse an der Traglast scheitern, obwohl sie mechanisch aufpasst. Genau das ist die Falle: Es geht drauf, es sitzt zentriert – und es ist trotzdem nicht freigegeben. Prüfe bei diesen Baureihen also immer zuerst die im Gutachten dokumentierte Radlast gegen die halbe zulässige Achslast aus deinen Papieren. Die Rechnung Schritt für Schritt steht in Felgen-Traglast berechnen.
Auch die G-Klasse spielt nach eigenen Regeln: 5x130 bei 84,1 mm – ein Maß, das man eher aus dem geländetauglichen und schweren Segment kennt. Wer vom Pkw-Programm auf die G-Klasse schließt, liegt vollständig daneben.
5. AMG- und Sportfahrwerke: die Bremse setzt die Untergrenze
Bei Fahrzeugen mit größerer Bremsanlage – das betrifft AMG-Modelle, aber auch stärkere Motorisierungen mit Sportbremse – verschiebt sich die gesamte Größenlogik nach oben. Der Grund ist rein geometrisch: Große Bremsscheiben und vor allem voluminöse Bremssättel brauchen Bauraum hinter der Radschale. Passt die Speiche nicht am Sattel vorbei, hilft weder der richtige Lochkreis noch die richtige Traglast.
Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen:
- Es gibt eine Mindest-Zollgröße. Sie ist fahrzeugspezifisch und steht in den Herstellerangaben zur Mindestraddimension. Bei leistungsstarken Baureihen liegt sie häufig deutlich über der Untergrenze der Basisversion – ein Winterradsatz in der kleinstmöglichen Größe der Baureihe kann bei der Sportvariante schlicht ausscheiden.
- Auch die Speichenform zählt. Zwei Felgen derselben Zollgröße und Breite können sich beim Freigang unterschiedlich verhalten, wenn die eine flacher nach innen baut. Deshalb steht der Verwendungsbereich im Gutachten immer fahrzeugbezogen – nicht als allgemeine Zollangabe.
Das zweite AMG-typische Thema ist die Mischbereifung: An der Hinterachse laufen breitere Reifen als an der Vorderachse, teilweise auch auf breiteren Felgen. Das ist bei sportlichen Heck- und Allradmodellen weit verbreitet und völlig regulär – solange die Kombination genau so freigegeben ist. Drei Punkte, die dabei oft übersehen werden: Erstens lässt sich bei Mischbereifung nicht mehr über Kreuz rotiert werden, die Räder bleiben achsgebunden. Zweitens brauchst du beim Ersatz eines einzelnen Rades exakt die Achszuordnung, nicht irgendein Rad des Satzes. Drittens muss die Freigabe die Achskombination als Ganzes abdecken – die einzelne Größe allein reicht nicht.
Hinweis: „AMG-Optik“ und AMG-Freigabe sind zwei verschiedene Dinge. Ein Rad kann einem Werksdesign optisch nahekommen und trotzdem nicht für dein Fahrzeug freigegeben sein. Maßgeblich ist ausschließlich der im Gutachten dokumentierte Verwendungsbereich. zrshop ist kein Partner von Mercedes-AMG; Modell- und Markennamen dienen hier nur der Beschreibung des Fahrzeugs.
6. Was sich beim Größenwechsel tatsächlich ändert
Ein Wechsel von 17 auf 19 Zoll ist keine reine Optikentscheidung. Vier Werte verschieben sich mit.
Reifenbreite und Felgenmaulweite
Jede Felgenbreite deckt nur ein begrenztes Fenster an Reifenbreiten sauber ab. Ein zu schmaler Reifen auf zu breiter Felge zieht die Flanke flach, ein zu breiter Reifen auf schmaler Felge wölbt sie aus – beides verändert das Lenkverhalten und die Belastung der Flanke. Welche Paarungen zusammengehören, klärt Felgen- und Reifenbreite.
Abrollumfang
Wer die Zollgröße erhöht, muss den Reifenquerschnitt verringern, damit der Abrollumfang annähernd gleich bleibt. Genau das steckt hinter dem Begriff Plus-Sizing: 225/45 R17 und 225/40 R18 liegen im Abrollumfang nah beieinander, obwohl das Rad einen Zoll größer ist. Weicht der Abrollumfang zu stark ab, verfälscht das Tachoanzeige und Fahrassistenzsysteme, die auf Raddrehzahlen aufsetzen. Wie du die Dimension auf der Flanke korrekt liest, steht in Reifenbezeichnung lesen.
Traglast
Felge und Reifen müssen jeweils mindestens die halbe zulässige Achslast tragen. Bei großen Limousinen, SUV und Vans ist das kein theoretischer Wert, sondern der Punkt, an dem Umrüstungen am häufigsten scheitern. Die Reifenseite deckt Lastindex und Traglast-Tabelle ab, die Felgenseite Felgen-Traglast berechnen.
Einpresstiefe
Die ET bestimmt, wie weit das Rad nach außen oder innen steht. Eine Abweichung verändert Spurweite, Lenkrollradius und den Hebelarm am Radlager – und sie entscheidet darüber, ob das Rad am Federbein, am Bremssattel oder am Radlauf schleift, notfalls erst bei vollem Lenkeinschlag und eingefederter Achse. Bleib im Bereich, den das Gutachten abdeckt, statt ihn auszureizen. Die Grundlagen erklärt Einpresstiefe bei Felgen, und einen Größenüberblick mit typischen Kombinationen liefert der 18-Zoll-Ratgeber.
Ob eine konkrete Felge für deine Baureihe gelistet ist, lässt sich über die Herstellernummer im Fahrzeugschein nachvollziehen – wie das geht, zeigt KBA-Nummer bei Felgen.
7. Winterräder bei Mercedes
Für den Winter spricht bei Mercedes dieselbe Logik wie bei anderen Fahrzeugen: eine Zollgröße kleiner als im Sommer, solange die Bremsanlage das zulässt. Eine höhere Reifenflanke federt Schlaglöcher und Frostaufbrüche besser ab, ein schmalerer Reifen findet auf Schnee eher Halt, und kleinere Dimensionen sind breiter verfügbar. Die Untergrenze setzt nicht der Geldbeutel, sondern die Mindestraddimension des Fahrzeugs.
Zwei Wege führen zum Ziel. Ein zweiter Satz Alufelgen ist die optisch konsequente Lösung; wer im Winter Streusalz und Bordsteinkontakt gelassener sehen will, greift zum Stahlrad. Stahlräder sind in den relevanten Größen und Traglastbereichen verfügbar, unkompliziert im Ersatz und im Schadensfall häufiger richtbar. Der Haken ist derselbe wie oben: Bei großer Bremsanlage passt die kleine Zollgröße schlicht nicht mehr darunter – dann bleibt nur das größere Rad, in Alu.
Wie du einen Winterradsatz sinnvoll zusammenstellst, steht im Winterkomplettträder-Ratgeber; warum die saisonale Trennung technisch Sinn ergibt, erklärt Winterreifen im Sommer fahren. Zum Wechsel selbst – Drehmoment, Nachziehen, Lagerung – findest du die Praxisanleitung in Räder wechseln und einlagern, und sauberes Auswuchten sowie der richtige Reifendruck gehören zu jedem Radwechsel dazu.
Ein Punkt ist bei Mercedes besonders relevant, weil die Baureihen flächendeckend damit ausgestattet sind: das Reifendruckkontrollsystem. Der zweite Radsatz braucht funktionsfähige, passende und korrekt angelernte Sensoren – eine dauerhaft leuchtende Warnleuchte ist ein Mangel und führt bei der Hauptuntersuchung zu einer Beanstandung. Die Funktionsweise erklärt der Ratgeber Reifendruckkontrollsysteme; passende Sensoren stehen in der Collection RDKS, Stahlräder unter ALCAR Stahlräder und die passenden Reifen unter Winterreifen, Sommerreifen und Ganzjahresreifen.
8. Eintragung: ABE, Teilegutachten, Einzelabnahme
Welches Dokument einer Felge beiliegt, entscheidet darüber, wie viel Aufwand die Umrüstung macht. Drei Fälle sind zu unterscheiden:
- EG-Typgenehmigung bzw. ABE ohne Auflagen: Die Kombination darf im Rahmen des dort dokumentierten Verwendungsbereichs gefahren werden. Das Dokument gehört trotzdem mitgeführt und auf Verlangen vorgezeigt.
- ABE oder Teilegutachten mit Auflagen: Häufig sind Hinweise zu Bereifung, Anbau, Fahrwerk oder Radabdeckung vermerkt. Ein Teilegutachten nach § 19 Abs. 3 StVZO erfordert regelmäßig die Abnahme durch eine amtlich anerkannte Prüfstelle und anschließend die Berichtigung der Fahrzeugpapiere.
- Keine passende Freigabe: Dann bleibt der Weg über eine Einzelabnahme nach § 21 StVZO. Das ist aufwendiger und im Ergebnis offen – ob die Kombination zulässig ist, entscheidet die Prüfstelle am konkreten Fahrzeug.
Vorsicht ist bei Kombinationen geboten, die von den Werksmaßen abweichen: eine geänderte Einpresstiefe, eine unterschrittene Mindestraddimension oder eine Mischbereifung, die so nicht dokumentiert ist. Erlischt die Betriebserlaubnis, kann das auch Folgen für den Versicherungsschutz haben. Wie eine Abnahme praktisch abläuft und welche Unterlagen du dabei brauchst, beschreibt der Leitfaden Felgen eintragen lassen.
Wenn du bei der Felgenauswahl vom Design her einsteigen willst, geben die Marken-Übersichten einen Eindruck vom verfügbaren Spektrum in 5x112: DEZENT, AEZ, DOTZ und Tomason; welche Farbrichtung zu welcher Karosseriefarbe passt, ordnet Schwarze Felgen: matt, glänzend, Gunmetal ein. Im Shop findest du die Programme unter DEZENT, AEZ, DOTZ, BORBET, RC-Design, Brock und Barracuda.
9. Fazit
Bei Mercedes ist die Grundfrage schnell beantwortet: 5x112 auf 66,6 mm gilt für praktisch das gesamte Pkw-Programm, während G-Klasse und Sprinter ihre eigenen Maße mitbringen. Die eigentliche Arbeit steckt in der zweiten Frage: welche Zollgröße, Breite und Einpresstiefe für genau dein Fahrzeug freigegeben sind. Diese Antwort liefert nicht die Baureihe, sondern die Kombination aus Baujahr, Motorisierung, Bremsanlage und Ausstattung – nachzulesen in deinen Fahrzeugpapieren und im Gutachten der Felge.
Die Reihenfolge, die sich bewährt hat: erst Lochkreis und Nabenbohrung, dann Traglast, dann Zollgröße und Breite gegen die Mindestraddimension, dann Einpresstiefe und Freigang – und ganz zum Schluss das Design. Wer so vorgeht, hat die Passfrage geklärt, bevor das Rad geliefert wird.
Jetzt Felgen in 5x112 im ZR Shop ansehen →
FAQ: Felgengrößen bei Mercedes
Welchen Lochkreis hat ein Mercedes?
Mercedes-Pkw nutzen ganz überwiegend den Lochkreis 5x112 bei einer Nabenbohrung von 66,6 mm – von der A-Klasse bis zur S-Klasse und bei den SUV-Baureihen. Ausnahmen sind die G-Klasse mit 5x130 auf 84,1 mm und der Sprinter mit 6x130 auf 84,1 mm. Verbindlich sind die Angaben in deinen Fahrzeugpapieren.
Passen VW- oder Audi-Felgen mit 5x112 auf einen Mercedes?
Nicht automatisch. Der Lochkreis stimmt zwar, aber die Nabenbohrung unterscheidet sich: Viele Räder aus dem VW-Umfeld haben 57,1 mm und passen damit nicht über den 66,6 mm großen Nabenzapfen eines Mercedes. Aufbohren ist keine zulässige Lösung. Zusätzlich müssen Einpresstiefe, Traglast und Freigang stimmen und die Felge für dein Fahrzeug freigegeben sein.
Welche Felgengröße passt auf eine C-Klasse?
Bei den jüngeren C-Klasse-Generationen sind ab Werk verbreitet 16 bis 20 Zoll im Einsatz, wobei das aktuelle Modell praktisch bei 17 Zoll beginnt. Welche Größen konkret zulässig sind, hängt von Baujahr, Motorisierung und Bremsanlage ab – ein Modell mit Sportbremse hat eine höhere Untergrenze als die Basisversion. Maßgeblich sind Fahrzeugpapiere und Radgutachten.
Sind 19 Zoll auf einem Mercedes ohne Eintragung erlaubt?
Das hängt nicht an der Zollgröße, sondern am Dokument der Felge. Ist die Kombination von einer EG-Typgenehmigung oder ABE ohne Auflagen für dein Fahrzeug abgedeckt, ist keine zusätzliche Abnahme nötig. Liegt nur ein Teilegutachten nach § 19 Abs. 3 StVZO vor, ist in der Regel eine Abnahme durch eine amtlich anerkannte Prüfstelle und die Berichtigung der Papiere erforderlich.
Warum brauchen AMG-Modelle größere Felgen?
Weil die größere Bremsanlage Bauraum hinter der Radschale beansprucht. Bremsscheibe und vor allem Bremssattel bestimmen, ab welcher Zollgröße ein Rad überhaupt darüber passt. Diese Mindestraddimension ist fahrzeugspezifisch und steht in den Herstellerangaben. Auch die Speichenform spielt hinein: Zwei Felgen gleicher Größe können sich beim Freigang unterschiedlich verhalten.
Rechtsstand und Quellen
- Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) – § 19 (Bauartgenehmigung, Teilegutachten, Erlöschen der Betriebserlaubnis) und § 21 (Einzelabnahme)
- EG-Typgenehmigung bzw. ECE-Regelungen für Räder und Reifen – Kennzeichnung, geprüfte Radlast, Verwendungsbereich
- Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung Teil I) – zulässige Achslasten, Rad-/Reifenangaben, Herstellernummer
- ABE bzw. Teilegutachten der jeweiligen Felge – freigegebene Größen, Einpresstiefen, maximale Radlast, Auflagen
- Herstellerangaben zur Mindestraddimension und zu freigegebenen Rad-Reifen-Kombinationen der jeweiligen Baureihe
- Reifenkennzeichnung nach ETRTO – Dimension, Lastindex, Geschwindigkeitsindex
- Sortimentsangaben zrshop – geführte Felgen- und Reifenprogramme, Stand August 2026
Passend dazu
- Stahlfelgen: wann sie die bessere Wahl sind
- Drehmoment für Alufelgen: Werte, Tabelle und Fehler
- Winterreifenpflicht in Deutschland und im Ausland
Hinweis: Rechtsstand und Prüfdatum 18. August 2026, Deutschland. Angaben zu Maßen, Freigaben und Eintragung sind fahrzeugindividuell und ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweils geltende Fassung der genannten Vorschriften, deine Fahrzeugpapiere und das Gutachten der konkreten Felge; im Zweifel entscheidet eine amtlich anerkannte Prüfstelle. Fahrzeug- und Felgenmarken werden ausschließlich beschreibend genannt; zrshop ist kein Partner, Händler oder Lizenznehmer von Mercedes-Benz oder Mercedes-AMG. Dieser Beitrag ersetzt keine fahrzeugindividuelle Prüfung und keine Rechtsberatung.