Der VW Caddy ist Handwerkerfahrzeug, Familienauto und Campingbasis in einem. Bei der Felgensuche gibt es eine Hürde, die es bei den meisten anderen Modellen nicht gibt: Der Lochkreis hat sich mitten in der Modellgeschichte geändert, und zwar grundlegend.
1. Zwei Lochkreise, ein Modellname
Der Caddy bis Baujahr 2004 fährt mit 4x100, also vier Radschrauben. Ab 2004 hat Volkswagen auf 5x112 gewechselt, also fünf Schrauben. Das ist kein feiner Unterschied, sondern ein kompletter Systemwechsel.
| Baureihe | Baujahre | Lochzahl | Lochkreis |
|---|---|---|---|
| Caddy und Caddy Van | 1995–2004 | 4 | 4x100 |
| Caddy und Caddy Van | 2004–2020 | 5 | 5x112 |
| Caddy Maxi | 2008–2020 | 5 | 5x112 |
| Caddy 4x4 | 2004–2020 | 5 | 5x112 |
| Caddy und Caddy Van | seit 2020 | 5 | 5x112 |
Für ältere Fahrzeuge ist die Kollektion Felgen mit Lochkreis 4x100 die richtige, ab Baujahr 2004 dagegen Felgen mit Lochkreis 5x112.
Hinweis: Beim Caddy entscheidet das Baujahr über den Lochkreis. Fahrzeuge bis 2004 haben 4x100, danach 5x112. Wer online nach Caddy-Felgen sucht, bekommt beide Maße gemischt angezeigt. Prüfe deshalb vor jedem Kauf am Fahrzeug selbst nach, wie viele Radschrauben dein Caddy hat.
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2. Warum der Wechsel stattfand
Der frühe Caddy basierte auf der Kleinwagenplattform des Konzerns und übernahm deren Vierlochbefestigung. Ab 2004 rückte das Fahrzeug technisch näher an Golf und Touran, und damit kam die Fünflochbefestigung mit 5x112, die im Konzern Standard ist.
Praktisch heißt das: Zwischen einem Caddy von 2003 und einem von 2005 lassen sich keine Räder tauschen. Wer gebraucht kauft, muss zwingend das Baujahr kennen, nicht nur den Modellnamen.
Die Zusatzvarianten ab 2004
In unserer Fahrzeugdatenbank sind für die Baujahre 2004 bis 2020 mehrere Varianten geführt, unter anderem eine mit 15 Zoll und eine mit 16 Zoll Serienbereifung sowie der Caddy 4x4. Der Lochkreis ist bei allen 5x112, die freigegebenen Radgrößen unterscheiden sich aber.
Das ist wichtig, wenn du größer gehen willst: Ein Fahrzeug, das ab Werk mit 15 Zoll ausgeliefert wurde, hat unter Umständen eine andere Bremsanlage als eines mit 16 Zoll und damit einen anderen Mindestdurchmesser.
3. Nutzfahrzeug bedeutet: Traglast prüfen
Der Caddy wird häufig als Kastenwagen gefahren, oft voll beladen und täglich. Die zulässigen Achslasten liegen entsprechend höher als bei einem gleich großen PKW.
Die Werte stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I in den Feldern 7.1 und 7.2. Teile durch zwei, und du hast die Mindesttragfähigkeit je Rad. Der Vergleichswert steht im Gutachten der Felge.
Weil 5x112 im Konzern so verbreitet ist, liegt der Griff zu einer Golf- oder Touran-Felge nahe. Die passt mechanisch, kann aber für den beladenen Kastenwagen zu schwach sein. Wie du die nötige Tragfähigkeit bestimmst, erklärt der Ratgeber Lastindex und Traglast.
4. Den Lochkreis selbst bestimmen
Beim Caddy ist die Bestimmung besonders einfach, weil sich die beiden Varianten schon an der Zahl der Schrauben unterscheiden. Vier Schrauben bedeuten 4x100, fünf Schrauben 5x112.
Willst du das Maß nachmessen: Bei vier Bohrungen liegen sich jeweils zwei direkt gegenüber, du misst schlicht quer von Bohrungsmitte zu Bohrungsmitte. Bei fünf Bohrungen misst du zur übernächsten Bohrung und multiplizierst den Wert mit 1,051. Beides beschreibt der Ratgeber Lochkreise bei Felgen.
5. Einpresstiefe und Zubehör
Die Einpresstiefe bestimmt, wie weit das Rad im Radhaus steht. Beim Caddy als Nutzfahrzeug hat sie einen zusätzlichen Aspekt: Eine deutlich kleinere Einpresstiefe vergrößert den Hebelarm auf die Radlager, was sich bei dauerhaft hoher Beladung im Verschleiß bemerkbar macht.
Zubehörfelgen haben meist eine größere Nabenbohrung als die Radnabe. Die Differenz gleichen Zentrierringe aus. Dazu gehören passende Radschrauben und das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment.
6. Eintragung und Freigabe
Ob eine Kombination ohne Abnahme gefahren werden darf, entscheidet das Gutachten der Felge für deinen Fahrzeugtyp:
- EG-Typgenehmigung oder ABE ohne Auflagen: in der Regel eintragungsfrei, Unterlagen mitführen
- Teilegutachten oder ABE mit Auflagen: Abnahme durch eine amtlich anerkannte Prüforganisation und Eintragung nötig
Beim Caddy ist zu beachten, dass Kastenwagen und PKW-Variante unterschiedliche zulässige Gesamtmassen haben können. Das Gutachten muss deine Variante nennen, nicht nur „Caddy“.
7. Winterräder für den Caddy
Als Fahrzeug, das ganzjährig und oft gewerblich bewegt wird, profitiert der Caddy von einem zweiten Radsatz. Eine Zollgröße kleiner mit höherer Reifenflanke bringt auf Schnee mehr Grip und schont die Felgen vor Streusalz.
Stahlfelgen sind hier eine ernsthafte Überlegung: Sie sind unempfindlich gegen Salz, lassen sich bei Bordsteinkontakt meist richten und kosten weniger. Bei einem Arbeitsfahrzeug wiegt das oft schwerer als die Optik.
8. Was in den Fahrzeugpapieren steht
Die Zulassungsbescheinigung Teil I beantwortet beim Caddy drei Fragen auf einmal.
Felder 15.1 und 15.2 nennen die zugelassenen Rad-Reifen-Kombinationen. Felder 7.1 und 7.2 geben die Achslasten an, aus denen sich die nötige Tragfähigkeit ergibt. Feld 22 enthält bereits eingetragene Ausnahmen.
Und ganz oben, im Feld D.2, steht der Typschlüssel. Er sagt dir eindeutig, welche Baureihe du fährst, und damit auch, ob dein Caddy zur Vier- oder zur Fünflochgeneration gehört.
9. Die häufigsten Fehler beim Caddy
Der häufigste: Es wird nach „Caddy-Felgen“ gesucht, ohne das Baujahr zu prüfen. Zwischen 2003 und 2005 liegt der Systemwechsel, und die Anzeigen nennen ihn selten.
Der zweite: Eine PKW-Felge aus dem Konzern wird übernommen, ohne die Traglast zu prüfen. Beim beladenen Kastenwagen reicht sie nicht zwangsläufig.
Der dritte: Der Reifendruck bleibt nach dem Größenwechsel unverändert. Beim Nutzfahrzeug mit hoher Zuladung ist das sicherheitsrelevant.
Der vierte: Nach der Montage wird nicht nachgezogen. Gerade bei Fahrzeugen mit höheren Anzugsdrehmomenten setzen sich die Verbindungen in den ersten Kilometern.
10. Reifendruck bei wechselnder Beladung
Kaum ein Fahrzeug wird so unterschiedlich beladen wie ein Caddy. Morgens leer zur Baustelle, mittags mit einer halben Tonne Material, am Wochenende mit Familie und Gepäck. Der Reifendruck muss dieser Spanne folgen.
Die Tabelle im Türholm nennt für jede Radgröße mindestens zwei Werte: einen für Teilbeladung und einen für Volllast. Wer dauerhaft mit dem niedrigeren fährt und regelmäßig voll belädt, überlastet die Reifenflanke. Das kostet Lebensdauer, und im Extremfall geht es um mehr als das.
Nach einem Wechsel auf eine andere Zollgröße gelten andere Werte. Sie stehen dann im Gutachten der Felge beziehungsweise in der Freigabe der Rad-Reifen-Kombination, nicht mehr in der Werkstabelle.
11. Gebrauchte Felgen für den Caddy
Der Gebrauchtmarkt ist groß, weil 5x112 im Konzern überall vorkommt. Genau das ist die Gefahr: Viele Angebote stammen von PKW und sind für ein Nutzfahrzeug nicht gedacht.
Frag deshalb nach der Tragfähigkeitsangabe, nicht nur nach Größe und Lochkreis. Und prüfe die Prägung auf der Rückseite: Dort stehen Breite, Einpresstiefe und Lochkreis, ohne die ein Kauf ein Ratespiel bleibt.
Bei älteren Caddy mit Vierlochbefestigung ist das Angebot deutlich kleiner. Hier lohnt der Blick auf Fahrzeuge derselben Plattformgeneration aus dem Konzern, die ebenfalls 4x100 fahren.
12. Ganzjahresreifen beim Nutzfahrzeug
Für gewerblich genutzte Caddy, die täglich im Einsatz sind, klingt der Verzicht auf den halbjährlichen Radwechsel verlockend. Ganzjahresreifen sind eine Option, aber keine ohne Abwägung.
Sie sind ein Kompromiss in beide Richtungen: bei Hitze weicher als ein Sommerreifen, bei Schnee weniger griffig als ein echter Winterreifen. Bei einem Fahrzeug, das schwer beladen fährt, wiegt der erste Punkt schwerer als beim PKW, weil die Wärmeentwicklung im Reifen höher ist.
Wer überwiegend in der Stadt und im Flachland unterwegs ist, fährt damit gut. Wer regelmäßig in höhere Lagen muss oder viel Autobahn bei Sommerhitze zurücklegt, ist mit zwei Radsatz besser bedient. Achte in jedem Fall darauf, dass der Tragfähigkeitsindex zur Zuladung passt.
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FAQ: Häufige Fragen zum Lochkreis des VW Caddy
Welchen Lochkreis hat der VW Caddy?
Bis Baujahr 2004 hat der Caddy 4x100, also vier Schrauben. Ab 2004 sind es 5x112, also fünf Schrauben. Das Baujahr entscheidet.
Passen Golf-Felgen auf den Caddy?
Ab Baujahr 2004 stimmt der Lochkreis mit 5x112 überein. Ob die Felge passt, entscheiden zusätzlich Einpresstiefe, Nabenbohrung und vor allem die Traglast, die beim Kastenwagen höher ausfällt.
Hat der Caddy Maxi einen anderen Lochkreis?
Nein, der Caddy Maxi fährt ebenfalls mit 5x112. Er ist länger und hat eine höhere Zuladung, was die Anforderungen an die Tragfähigkeit erhöht.
Woran erkenne ich, welchen Lochkreis mein Caddy hat?
An der Zahl der Radschrauben: vier bedeuten 4x100, fünf bedeuten 5x112. Einfacher geht es bei keinem anderen Modell.
Wo finde ich passende Felgen für meinen Caddy?
Je nach Baujahr in Felgen mit Lochkreis 4x100 oder Felgen mit Lochkreis 5x112.
Kann ich beim Caddy von vier auf fünf Schrauben umrüsten?
Technisch ist ein Wechsel der Radnaben denkbar, praktisch ist es ein erheblicher Eingriff in die Radaufhängung mit Folgen für Bremsanlage und Zulassung. Für einen reinen Felgenwechsel lohnt sich das nicht.
Welche Rolle spielt die Nabenbohrung beim Caddy?
Sie sorgt dafür, dass das Rad exakt mittig auf der Nabe sitzt. Zubehörfelgen haben meist eine größere Bohrung, der Unterschied wird mit einem Zentrierring ausgeglichen. Ohne ihn trägt das Rad nur über die Schrauben, was bei einem beladenen Nutzfahrzeug zu Vibrationen führt.